„Katzenkratzkrankheit“ (Cat Scratch Disease)

Den Namen der „Katzenkratzkrankheit“ haben schon viele gehört. Jedoch wissen die wenigsten Tierbesitzer was sich dahinter verbirgt. Es handelt sich um eine Krankheit, die von Katzen auf den Menschen übertragen wird, eine sogenannte Zoonose. Die bakteriellen Erreger Bartonella henselae und Bartonella clarridgeiae können den Menschen krank machen. Zwischen 10 bis 70% aller deutschen Katzen gelten nach aktuellen Studien als infiziert. Die Tiere sind trotz Infektion aber selbst völlig unauffällig und zeigen keine Krankheitssymptome.

Wie wird die Krankheit übertragen?
Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch Kratz- oder Bissverletzungen insbesondere durch junge Katzen unter zwei Jahren. Ältere Artgenossen sind nach dem gegenwärtigen Wissensstand offensichtlich weniger infektiös. Dass viele Menschen an der „Katzenkratzkrankheit“ erkranken, ohne dass sie jemals Kontakt zu Katzen hatten oder dass sie von diesen Tieren attackiert wurden, war lange ein ungeklärtes Phänomen. Wissenschaftler haben jedoch herausgefunden, dass die Bartonellen auch über den Kot von Katzenflöhen auf den Menschen übertragen werden können, wenn beim Kratzen Flohkotpartikel in offene Hautwunden gerieben werden. Daher gelten Flöhe als Zwischenwirte dieser für den Menschen oft ungünstig verlaufenden Erkrankung.

Krankheitsverlauf und Heilungsaussichten
Zwei bis 10 Tage nach der Infektion entwickelt sich beim Menschen in der Kratzwunde eine rotbraune Papel, die aber keine Schmerzen verursacht und die Tage oder Wochen später wieder verschwindet. Wenig später kommt es zu Achsel- und Halslymphknotenschwellungen und sogar eventuell zu eitrigen Einschmelzungen von Lymphknoten. In Einzelfällen können schwere atypische Verläufe mit heftigem Fieber, Glieder- und Kopfschmerzen auftreten. Bei immungeschwächten Personen kann auch das zentrale Nervensystem mit betroffen sein, so dass es zu neurologischen Ausfallerscheinungen kommt. Hier besteht auch die Möglichkeit einer Sepsis, wobei der gesamte Organismus von Bartonellen „überschwemmt“ wird. Zu den gefürchteten Komplikationen einer „Katzenkratzkrankheit“ gehören Hirn- (Enzephalitis) und Nervenentzündungen (Polyneuritis und Radikulitis) mit Lähmungserscheinungen der Extremitäten. Es kann sogar zu Entzündungen im Bereich des Auges (Neuroretinitis), der Knochen (Osteomyelitis), der Lunge (Pneumonie) und des Herzbeutels (Endokarditis) kommen. Infolge dieser Infektion kommt es zur Zerstörung von roten Blutzellen (Hämolyse) und von Blutplättchen (Thrombozytopenie). Katzenbesitzer mit verdächtigen Symptomen sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Aber auch alle anderen Menschen sind über Flohbefall potenziell gefährdet. Die „Katzenkratzkrankheit“ kann über eine PCR diagnostiziert und mit einem verschreibungspflichtigem Anibiotikum (Azithromycin) sehr gut behandelt werden. Nur unbehandelte, nicht erkannte Infektionen können manchmal zu schweren Verläufen führen.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos:
© socrates471/shutterstock.com

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