Flöhe als Plagegeister bei Tier und Mensch

Flöhe sind 1-2 mm große, blutsaugende Insekten, die auf der Haut und im Haarkleid von Hund und Katze regelmäßig vorkommen. Von den verschiedenen Floharten ist der Katzenfloh am häufigsten auf Säugetieren anzutreffen, gefolgt vom Hundefloh und von Vogel- sowie Igelflöhen. Dagegen vom Aussterben bedroht ist der Menschenfloh, da dieser auf seinem Hauptwirt Mensch kaum mehr ein Refugium findet und daher auf Tiere, zum Beispiel Hunde, ausweichen muss. Diese Hautparasiten sorgen für zum Teil heftigen Juckreiz und Unruhe beim Tier. Auffallend ist außerdem, dass sich Hunde und Katzen infolge des Flohbefalls permanent kratzen und scheuern. Es gibt auch Tiere, die besonders sensibel auf Komponenten im Flohspeichel reagieren und die eine sogenannte Flohspeichelallergie ausbilden. Ein typisches Zeichen hierfür ist, dass auf dem Rücken kurz vor dem Schwanzansatz die Haare lokal ausfallen und ein schuppiges, manchmal nässendes Ekzem entsteht, an dem die Tiere dauernd knabbern und lecken. Diese Hunde und Katzen sollten mit einem geeigneten flohabtötenden Wirkstoff behandelt werden, den der Tierarzt verschreibt.

Was hilft bei Flohbefall?
Flohmittel können als Spot-on-Ampulle auf die Nackenhaut, als Spray, Tablette oder Halsband verabreicht werden. Die meisten Flohmittel, die oft auch gleichzeitig gegen Zecken wirken, entfalten eine Wirkung über 1 Monat. Es gibt aber auch Tabletten (nicht für Katzen zugelassen), die 3 Monate lang Flöhe auf dem Hund abtöten. Flöhe sind in ihrer Wirtswahl nicht wählerisch. Das heißt, dass Katzenflöhe nicht nur auf Katzen Blut saugen, sondern zum Beispiel auch auf Hunden. Gelegentlich wird auch einmal der Mensch von Tierflöhen befallen. Dies passiert in erster Linie bei engem Körperkontakt zwischen Tier und Mensch, etwa wenn der Hund mit ins Bett genommen wird oder beim intensiven Streicheln des Tieres. Da Kinder oft einen sehr engen Kontakt zum Tier haben, sind diese für einen möglichen Flohübergang von Hund und Katze besonders empfindlich. Flöhe können aber auch 45 cm weite Sprünge von einem Wirt zum anderen machen, so dass es auch ohne Körperkontakt von Tier zu Mensch zu einer Übertragung kommen kann. Im Gegensatz zu Zecken machen Flöhe auf der Haut mehrere Probestiche bis sie eine geeignete Stelle zum Blutsaugen gefunden haben, an der sich eine Blutkapillare dicht unter der Haut befindet. Bei Befall des Menschen mit Flöhen sind anschließend perlschnurartig angeordnete Stiche auf der Haut (insbesondere am Unterarm oder an den Unterschenkeln) zu beobachten. Hunde und Katzen sollten daher regelmäßig auf Flohbefall untersucht werden. Hierfür eignet sich am besten ein Flohkamm, mit dem man rechts und links der Rückenlinie die Tiere täglich durchkämmen kann. Am Hals verstecken sich besonders viele Flöhe im Haarkleid, so dass auch hier unbedingt gekämmt werden sollte. Das fördert außerdem die Durchblutung der Haut und die meisten Hunde empfinden das als ziemlich angenehm. Katzen mögen das Flohkämmen manchmal nicht besonders. Nicht selten sind auf diese Weise erwachsene Flöhe bzw. dunkelfarbene Flohkot-Krümel zu finden. Diese Krümel gibt man zur Identifizierung auf ein angefeuchtetes Küchentuch. Sollte sich deren Umgebung durch Blutspuren rotbraun verfärben, kann ziemlich sicher von einem Flohbefall ausgegangen werden.

Flöhe werden meist unterschätzt
Flöhe als Hautparasiten können auch Krankheitserreger übertragen, die beim Blutsaugen in die Blutbahn des neuen Wirtes gelangen, zum Beispiel verschiedene Bakterien (sogenannte Bartonellen oder Rickettsien). Diese Infektionen verursachen oft heftigen Juckreiz beim Menschen (sogenannte „cat scratch disease“), wodurch beim Kratzen die Haut beschädigt wird. Aufgekratzte, offene Hautstellen sind wiederum eine Eintrittspforte für bakterielle Infektionen zum Beispiel mit Streptokokken oder Staphylokokken. Dann ist der Gang zum Hautarzt unerlässlich, da schnellstmöglich eine lokale Antibiotikabehandlung durchgeführt werden sollte. Flöhe werden oft unterschätzt, da sie aufgrund ihrer Größe meist nicht im Haarkleid der Tiere gefunden werden. Außerdem können Hunde und Katzen einen geringgradigen Flohbefall oft ohne Auffälligkeiten gut tolerieren. Diese Parasiten können sich aber massenhaft auf dem Tier und in seiner Umgebung vermehren und dann zu heftigem Juckreiz ggf. mit Folgeerkrankungen führen. Daher ist für Tierbesitzer eine regelmäßige, gründliche Flohkontrolle empfehlenswert.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos: © Shutterstock

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