Glaukom bei der Katze

Das Glaukom – sogenannter „Grüner Star“ – ist eine bei Katzen häufig auftretende Augenerkrankung, die mit einer Erhöhung des Augeninnendrucks einhergeht. Es handelt sich um eine sehr schmerzhafte Augenerkrankung, in deren Folge die Tiere auch das Augenlicht verlieren können. Die Normalwerte für den Augeninnendruck bei der Katze werden in der Fachliteratur mit 10-25 mmHg angegeben. Zur Messung benötigt der Veterinär ein spezielles Messgerät, das aber nicht in jeder Tierarztpraxis vorhanden ist. Daher sollte man vorher anfragen. Werte ab 20 mmHg sind bereits kritisch zu bewerten. Der „Grüne Star“ kann spontan auftreten oder sich über einen längeren Zeitraum oft unbemerkt entwickeln. Es werden zwei Arten unterschieden: das Primär- und das Sekundärglaukom.

Primär- und Sekundärglaukom
Beim Primärglaukom sind keine sichtbaren Augenerkrankungen zu erkennen. Betroffene Katzen haben meist genetisch bedingte, angeborene Fehlbildungen am Auge. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass der Augenkammerwinkel fehlerhaft ausgebildet oder verengt ist und der Abfluss des Kammerwassers dadurch behindert wird. In der Folge kann es zu einer massiven Erhöhung des Augeninnendruckes kommen.
Das Sekundärglaukom wird meist durch vorangegangene Infektionen und Entzündungen am Auge, bzw. eine Verlagerung der Linse, hervorgerufen. Selbst wenn die Infektionserkrankung schon einige Jahre zurückliegt, kann es als Spätfolge zum Glaukom kommen. Wenn die Augäpfel sehr prominent hervortreten und die Pupillen dauerhaft weitgestellt sind, kann dies ein Hinweis auf einen „Grünen Star“ sein. Bei Auftreten derartiger Verdachtsmomente, sollten Sie umgehend einen Tierarzt konsultieren – es gibt unter den Veterinärmedizinern auf Augenerkrankungen spezialisierte Tierärzte.

Frühzeitige und konsequente Behandlung
Man darf nicht zu lange mit der Behandlung des Glaukoms warten, da sonst die Katze erblinden kann. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, kann diese mit speziellen Augentropfen therapiert werden. Diese stellen die geweitete Pupille eng und erleichtern damit das Abfließen der Augenkammerflüssigkeit. Zudem werden die Tiere mit Schmerzmitteln behandelt. Unter Umständen müssen diese Augentropfen lebenslänglich verabreicht werden, damit das Glaukom nicht voranschreitet und es nicht zu einem Rückfall kommen kann.

Für die Operation zum Spezialisten
Sind die Veränderungen schon weit fortgeschritten, ist für den Tierarzt die Augenoperation eine Option, die in der Regel nur vom Spezialisten durchgeführt werden kann. Mit Hilfe der Lasertechnik oder durch Vereisung wird der sogenannte Ziliarkörper zerstört und damit die Produktion von Kammerwasser gehemmt. Hierdurch geht der erhöhte Augeninnendruck oft rasch zurück. Dieses Vorgehen verspricht bei Hunden meist mehr Erfolg als bei Katzen. Für den Fall, dass die Katze bei fortgeschrittenen Erkrankungen bereits erblindet ist, muss das Auge komplett entfernt werden, da sie sonst weiter unter andauernden, heftigen Schmerzen leiden muss. Sollten Sie bei Veränderungen am Auge Ihrer Katze unsicher sein, empfiehlt sich der Gang in die nächste Tierarztpraxis.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos:
© Evdoha_spb/shutterstock.com

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