Warum Haarbalgmilben Hunden das Leben schwer machen...

Warum Haarbalgmilben Hunden das Leben schwer machen...
Haarbalgmilben, auch Demodex-Milben genannt, sind mikroskopisch kleine, zigarrenförmige Parasiten, die in den Haarbälgen und Talgdrüsen der Haut von Hunden leben und sich dort vermehren. Bereits wenige Stunden nach der Geburt werden diese Milben beim Saugakt von der Mutterhündin auf die Welpen übertragen. Ein gesundes Immunsystem verhindert eine unkontrollierte Vermehrung dieser winzigen Hautparasiten. Bei kranken, immungeschwächten Hunden kann es zu einer massenhaften Vermehrung der Haarbalgmilben und zu entzündlichen Hautreaktionen kommen.

Was ist eine Demodikose?
Die Demodikose ist eine entzündliche Erkrankung der Haut, die durch eine unkontrollierte Vermehrung der Demodex-Milben hervorgerufen wird. Als Ursache hierfür wird ein Immundefekt (sog. T-Zell-Defekt) angesehen, der möglicherweise vererbt sein kann. Erste Anzeichen sind schuppige und gerötete Hautstellen, begrenzter Haarausfall und anfänglich oft fehlender Juckreiz. Bei Ausbreitung der Erkrankung kann es zu nässenden und krustigen Veränderungen mit starkem Juckreiz als Ausdruck einer heftigen eitrigen Entzündung kommen. Prinzipiell werden zwei Verlaufsformen unterschieden: Bei der lokalen Form erscheinen die Hunde insgesamt gesund, nur am Kopf und im vorderen Körperbereich sind eine oder mehrere schuppige, haarlose Hautstellen erkennbar. Manchmal ist auch Haarausfall um die Augen herum zu beobachten, was auch als sog. "Augenbrille" bezeichnet wird. Lokale Formen werden oft bei Welpen oder Jungtieren im Alter zwischen drei und zwölf Monaten beobachtet. Besonders betroffen sind kurzschnäuzige Rassen wie Möpse oder Buldoggen, aber auch Schäferhunde, Collies oder Afghanen.

Bei der generalisierten Form kommt es zur Ausbreitung der Erkrankung auf alle Körperpartien. Schwere bakteriell bedingte, eitrige Hautentzündungen (sog. Pyodermien) mit hochgradigem Juckreiz sind oft die Folge. Diese Form kommt in der Regel bei erwachsenen Hunden vor und ist ein Zeichen einer schweren inneren Erkrankung mit Schwächung des Immunsystems.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Behandlung der Demodikose des Hundes ist langwierig und erfordert Geduld und Ausdauer von Patient und Besitzer. Der Erfolg jeder Therapie, die meist bis 3 Monate dauert, muss durch wiederholte mikroskopische Hautuntersuchungen (sog. Hautgeschabsel) kontrolliert werden, die der Tierarzt durchführt. Leichte, lokale Formen im Alter unter einem Jahr können unter Umständen von alleine ausheilen. Unterstützend können spezielle Shampoos zur Reinigung und Desinfektion der Haut eingesetzt werden. Schwere Verlaufsformen erfordern die Verabreichung von milbenabtötenden Mitteln, die entweder in Form einer Waschlösung oder als Tropflösung im Nacken aufgetragen werden. Diese Medikamente (sog. Spot-on-Präparate) sind beim Tierarzt erhältlich, der dem Besitzer das genaue Prozedere der Behandlung erklärt. Deutliche Therapieerfolge stellen sich bei der Demodikose oft erst nach einigen Wochen ein. Außerdem sollte der Tierarzt mit Hilfe des Besitzers versuchen, eine mögliche Grundkrankheit des Hundes herauszufinden, da nur so die Vernichtung der Haarbalgmilben gelingen kann.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?
Da die Empfänglichkeit für Demodex-Milben vererbbar scheint, sollte nach tierärztlichem Ermessen mit erkrankten Tieren nicht gezüchtet werden. Darüber hinaus sollten Züchter und Käufer über das Vorliegen der Parasitose informiert sein. Die Elterntiere müssen im Interesse der Welpengesundheit von einer weiteren Zuchtverwendung ausgeschlossen werden.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Shutterstock

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