Leptospirose

Was jeder über Leptospirose beim Hund wissen sollte

Weil die Infektion mit Leptospiren bei Hunden erstmals auf einer Stuttgarter Hundeausstellung beobachtet wurde, wird diese Erkrankung auch als „Stuttgarter Hundeseuche“ bezeichnet. Es handelt sich um spiralförmige Bakterien, die über den Harn von Wildnagern (Ratten und Mäuse) übertragen werden. Die Nager werden selbst nicht krank, geben aber die Leptospiren mit ihren Ausscheidungen in Wasseransammlungen ab. Stehende Gewässer oder Pfützen gelten als Infektionsquelle für Hunde, wenn sie daraus trinken. Hunde jeder Altersgruppe und Rasse sind für eine Infektion mit Leptospiren empfänglich. 

Symptome und Krankheitsverlauf der Leptospirose
Ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung treten erste Symptome in Erscheinung, zum Beispiel Schwäche, Inappetenz, Fieber, Erbrechen oder Durchfall. Einige Hunde zeigen außerdem häufigen Harnabsatz und gesteigerten Durst. Auch Atemwegsstörungen wie Husten und rasselnde Atemgeräusche können vorkommen. Die Krankheitssymptome einer Leptospirose können sehr unterschiedlich aussehen und schwer zugeordnet werden, weshalb Infektionen mit Leptospiren manchmal nicht erkannt werden. In akuten Fällen kann eine Leptospirose auch zu einem Leber- und/oder Nierenversagen führen, im ungünstigsten Fall versterben die Hunde innerhalb weniger Tage. Bei manchen Tieren entwickelt sich eine Gelbsucht. Erkrankte Hunde erheben sich ungern und äußern Schmerz bei Druck auf die Nierengegend. Das Überstehen der Krankheit kann chronische Nierenschäden hinterlassen. Je nach Immunstatus kann eine Leptospirose aber auch unauffällig verlaufen, ohne dass gravierende Symptome auftreten. Daher sind harmlose bis perakute Verläufe möglich. Infizierte Hunde scheiden mit dem Urin Leptospiren aus, wodurch sich weitere Tiere anstecken können. 

Diagnose, Behandlung und Impfung durch den Tierarzt
Den Verdacht auf eine Leptospirose kann der Tierarzt mit Hilfe einer Blutentnahme und eines Praxis-Schnelltests erhärten. Das Blut des Hundes kann aber auch für sensitivere Methoden in ein Speziallabor eingesandt werden. Wenn sich der Verdacht bestätigt, sollte eine entsprechende Antibiotikabehandlung in Verbindung mit einer Leber- bzw. Nierenschutztherapie durchgeführt werden. Daneben erfolgt eine symptomatische Therapie, zum Beispiel gegen Durchfall und Erbrechen. Wenn Sie bei ihrem Hund Symptome beobachten, die evtl. auf eine Leptospirose hindeuten, suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt zur Abklärung auf. Nur er kann rasch mit einer angemessenen Therapie reagieren, wenn sich der Verdacht bestätigt. Vorbeugend sollten Hunde unbedingt eine entsprechende Schutzimpfung gegen Leptospirose erhalten, die im Abstand von maximal 12 Monaten aufgefrischt werden muss. Es gibt verschiedene Leptospirenstämme (sog. Serovare), von denen gegen die vier häufigsten geimpft werden kann. Deshalb sind Impfstoffe zu empfehlen, die einen Schutz gegen alle vier Leptospiren-Serovare aufbauen. 

Fragen Sie einfach Ihren Tierarzt danach. Neben einer gesunden Ernährung sollte auch vermieden werden, dass Hunde aus Pfützen oder anderen Wasseransammlungen saufen, da die krank machenden Erreger bei dieser Gelegenheit übertragen werden können. 

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos: © Shutterstock

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