Maligne Histiozytose bei Hunden

Maligne Histiozytose bei Hunden
In den letzten 20 Jahren ist deutlich geworden, dass bestimmte Hunderassen ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung spezifischer histiozytärer Tumoren aufweisen, dazu gehören u.a. Berner Sennenhunde und Flat Coated Retriever.

Was ist die „maligne Histiozystose“?
Die „Maligne Histiozytose“ ist unter Züchtern und Hundebesitzern sehr gefürchtet. Wenn ein Hund daran erkrankt, wird dem Besitzer schmerzlich bewusst, dass er von seinem Tier bald Abschied nehmen muss, denn leider gibt es für diese Tumorerkrankung bislang keine wirksamen Behandlungsmöglichkeiten. Histiozytäre Erkrankungen sind gut- oder bösartige Neubildungen (Tumore) aus sogenannten Histiozyten. Diese Zellen (sogenannte Fresszellen) entstehen im Knochenmark, kommen in allen Organen vor und dienen der Abwehr körperfremder Substanzen.  Bei einer Histiozytose sind die Histiozyten in einzelnen oder mehreren Organen krankhaft vermehrt. Es werden drei Formen unterschieden: das kutane Histiozytom, die reaktive Histiozytose sowie das histiozytäre Sarkom (Maligne Histiozytose) in einer umschriebenen oder den ganzen Körper erfassenden Form. Das kutane Histiozytom ist ein gutartiger Hauttumor. Es bildet sich nach zwei bis drei Monaten meist spontan zurück. Meist tritt es bei Hündinnen und Rüden in den ersten zwei Lebensjahren auf. Die reaktive Histiozytose kann entweder als Haut- oder Ganzkörperform auftreten. Bei der Hautform (kutane reaktive Histiozytose) entwickeln sich viele Knoten in der Haut oder seltener in der Unterhaut bei Hunden jeder Rasse im Alter von 2-11 Jahren, am häufigsten bis zum 6. Lebensjahr. Die Knoten können sich spontan zurückbilden, aber auch wiederkehren.  Die chronische Ganzkörperform (systemische reaktive Histiozytose) erfasst Haut und innere Organe und bildet viele Massen.

Welche Hunderassen sind betroffen?
Die systemische reaktive Histiozytose verläuft selten tödlich und wurde anfänglich beim männlichen Berner Sennenhund jungen und mittleren Alters, später auch beim Rottweiler, Irischen Wolfshund und Golden Retriever beobachtet. Bei anderen Rassen ist diese Form selten. Viele der betroffenen Hunde werden jedoch wegen dem chronisch fortschreitenden Verlauf auf Wunsch der Besitzer eingeschläfert. Die bösartige Tumorform (histiozytäres Sarkom) tritt in erster Linie beim Berner Sennenhund, Flat Coated Retriever, Rottweiler und Golden Retriever, seltener bei anderen Rassen, auf. Die Tiere, meist Hündinnen, sind zum Zeitpunkt des Beginns der Erkrankung oft zwischen 6 und 8,5 Jahre alt. Es werden zwei Formen unterschieden: das lokalisierte histiozytäre Sarkom, das in der Unterhaut mit Ablegern (Metastasen) in den Lymphknoten wächst und oft in Gelenknähe beobachtet wird. Es breitet sich aber nicht im ganzen Organismus aus. Das disseminierte histiozytäre Sarkom ist die aggressivste histiozytäre Erkrankung. Es erfasst den gesamten Körper mitsamt verschiedener Organe. Der Tumor wächst rasch und unaufhaltsam und führt leider immer zum Tod des Hundes. Die Symptome sind sehr variabel, entsprechend schwierig kann es sein, die Diagnose zuverlässig zu stellen. Beim disseminierten histiozytären Sarkom werden Abgeschlagenheit, Schwäche, Inappetenz, Gewichtsverlust, Kurzatmigkeit und selten Abschluckstörungen oder Husten beobachtet. Auch Lahmheiten oder Lähmungen sind bei ca. 1/3 der betroffenen Berner Sennenhunde zu sehen. Bisherige Behandlungsversuche (Operationen, Chemotherapie, Bestrahlung) haben bislang keine befriedigenden Ergebnisse gezeigt. Wenn Ihr Hund davon betroffen ist, sollten Sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos: © Shutterstock

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