Parvovirose

Was jeder über Parvovirose beim Hund wissen sollte

Quasi über Nacht verbreitete zu Beginn der 1980-er Jahre eine für junge Hunde tödliche Virusinfektion Angst und Schrecken unter Hundebesitzern: Parvovirose. Diese Virusinfektion wird durch Parvoviren hervorgerufen, die von betroffenen Hunden millionenfach über einen längeren Zeitraum mit dem Kot ausgeschieden werden. Virushaltiger Kot ist daher die Hauptursache für eine Ansteckung anderer Tiere. Parvoviren besitzen eine sehr hohe Widerstandskraft in der Außenwelt z.B. gegen Hitze und Kälte, aber auch gegen Desinfektionsmittel sowie eine starke Ansteckungsfähigkeit. Noch Jahre später können sie eine Erkrankung hervorrufen. Praktisch jedes „Hundehäufchen“ stellt eine potenzielle Gefahr dar. Sei es, dass Ihr Hund beim Gassigehen daran schnuppert oder dass Sie selbst das Virus an den Schuhsohlen haftend mit nach Hause bringen. 

Symptome, Krankheitsverlauf und Behandlung der Parvovirose
Von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch (Inkubationszeit) vergehen nur 3-7 Tage. Die Erkrankung beginnt zunächst mit Fieber und Mattigkeit. Wenig später stellt sich Erbrechen und schwerer, meist blutig-wässriger Durchfall ein. Der Durchfallkot hat einen typischen Eigengeruch, an dem Tierärzte diese Virusinfektion rasch erkennen. Bei sehr jungen Welpen kann die Infektion zum akuten Herztod führen, ohne dass sie zuvor irgendwelche Krankheitssymptome gezeigt haben. Bei Verdacht auf eine Parvoviroseinfektion muss unverzüglich ein Veterinär aufgesucht werden, da eine (in der Regel stationäre) Intensivbehandlung zwingend erforderlich ist. Da gegen das Virus alle Medikamente nahezu unwirksam sind, kommt es trotz intensiver Behandlung vor allem bei jüngeren Hunden häufig zum tödlichen Verlauf. Bei Hunden, die infolge intensiver Elektrolyt- und Flüssigkeitszufuhr sowie symptomatischer Therapie die Erkrankung überleben, können dauerhafte Herzschäden mit entsprechend eingeschränkter Leistungsfähigkeit zurückbleiben. Hunde können in seltenen Fällen auch als Ansteckungsquelle für Katzen fungieren. 

Eine vorbeugende Schutzimpfung ist empfehlenswert
Da eine Parvovirose beim Welpen oft gravierende Folgen bis hin zum Tod haben kann, ist eine vorbeugende Schutzimpfung unbedingt zu empfehlen. In gefährdeten Beständen (z.B. Zuchten) kann bereits mit der 6. Lebenswoche gegen Parvovirose geimpft werden. Hierfür sind aber nur bestimmte Impfstoffe zugelassen. Fragen Sie Ihren Tierarzt. Ansonsten erfolgt die Impfung mit der 8., 12. und 16. Woche sowie 1 Jahr später. Nach der Grundimmunisierung erfolgt eine Auffrischung jährlich bzw. alle 3 Jahre, je nach verwendetem Impfstoff.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos: © Shutterstock

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