Räude durch Grabmilben beim Hamster

Hautparasiten sind beim Hamster regelmäßig zu beobachten. Oft handelt es sich um Grabmilben (Notoedres cati), die kleine Bohrgänge in die Haut graben. Die Übertragung erfolgt in der Regel durch den Hautkontakt von Tier zu Tier. In Ausnahmefällen können aber auch unbelebte Vektoren, wie Einstreu oder Einrichtungsgegenstände im Käfig, eine Rolle bei der Übertragung spielen.

Typische Symptome

Durch die Bewegungs- und Grabaktivitäten der Milben entstehen meist heftiger Juckreiz und Unruhe der Tiere. Diese Patienten fressen in der Regel auch schlechter. Daneben kommt es zu schuppig-krustösen Hautreaktionen an den Ohrrändern, an der Nasenspitze, an den Augenlidern und gelegentlich auch im Genitalbereich. Durch Kratzen der Tiere (Automutilation) gelangen Hautschuppen in die Umgebung, wodurch sich andere Hamster anstecken können. Die Grabmilben sind in diesen Hautschuppen abseits des Wirtstieres jedoch nur wenige Tage überlebensfähig. Wenn keine adäquate Behandlung erfolgt, kann es unter Umständen zur Generalisierung der Hautveränderungen und des Juckreizes kommen. Dann breiten sich die schuppig-krustösen Hautreaktionen auf den ganzen Körper aus. Durch feine Risse in der Haut nach dem Kratzen können mitunter auch bakterielle Sekundärinfektionen auftreten. Auch Todesfälle sind dann manchmal möglich.

Was kann der Tierarzt tun?

Daher sollte bei Verdacht auf Notoedres-Räude schnellstmöglich ein Tierarzt konsultiert werden. Dieser kann eine geeignete Therapie mit hoch wirksamen und gut verträglichen Makrozyklischen Laktonen (zum Beispiel Selamectin oder Moxidectin) durchführen. Diese Wirkstoffe werden in Form einer Spot-on-Ampulle im Nacken des Hamsters aufgetragen. Die Behandlungen sind mindestens ein- besser zweimal im Wochenabstand zu wiederholen. Es genügt die Applikation von einem Tropfen aus der kleinsten Ampullengröße auf die Haut. Sollten sich weitere Tiere in der Haltung (im Käfig) aufhalten, sind diese unbedingt mit zu behandeln. Ansonsten sind Fehlschläge in der Behandlung vorprogrammiert.

Grasmilben können auch an Menschen übertragen werden

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die Grabmilben beim Hamster auch dem Menschen potenziell gefährlich werden können (sog. Zoonoseerreger!), da sie gelegentlich auf die Haut des Besitzers übertragen werden und dort zu stark juckenden, entzündlichen Hautläsionen führen können. Diese Symptome sind beim Menschen aber oft nur vorübergehend, da diese Milben auf dem Fremdwirt nicht dauerhaft überleben können.

Text: © Dr. Wieland Beck
Foto: © Elya Vatel

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