Rote Vogelmilben bei Tier & Mensch

Rote Vogelmilben (Dermanyssus gallinae) sind bei Hühnern und Wildvögeln regelmäßig anzutreffen. Diese blutsaugenden Parasiten sind in ihrer Wirtswahl jedoch nicht wählerisch, so dass sie neben Vögeln auch gerne auf Säugetiere oder den Menschen übertragen werden können. Daher ist es durchaus möglich, dass Rote Vogelmilben auf Hunden, Katzen, Kaninchen und anderen Kleinsäugern anzutreffen sind. In Hühnerställen stellen diese Blutsauger oft ein großes Problem dar, da sie nicht nur die Tiere sondern ebenso die Landwirte oder Besitzer belästigen.

Was sind Rote Vogelmilben?
Es handelt sich um nachtaktive Hautparasiten, die das Tageslicht scheuen und nur nachts aus ihren Schlupfwinkeln (wie Ritzen oder Nischen in der Umgebung) auf der Suche nach Blutnahrung hervorkommen. Sie haben einen relativ großen Aktionsradius und können selbständig größere Strecken zurücklegen. Auf der Haut der Tiere und beim Menschen rufen die Plagegeister wegen der Eigenbewegungen und durch das Blutsaugen entzündliche Hautveränderungen hervor, die meist mit heftigem Juckreiz einhergehen. Es können sogar unangenehme allergische Hautreaktionen auf Komponenten des Milbenspeichels ausgelöst werden. Durch das Kratzen an den empfindlichen Stellen entstehen Wunden, die wiederum Zutrittspforten für Bakterien sein können.

Was tun bei einem Befall?
Sollte der Verdacht auf einen Befall mit Roten Vogelmilben bestehen, z. B. wenn zudem ein Hühnerstall, Wildvögel oder deren Nester in der Nähe sind, sollte versucht werden, deren Herkunft aufzuklären. In der Regel werden die Parasiten von Vögeln oder anderen Tieren übertragen, die aus der Umgebung stammen. Daher ist es wichtig, die befallenen Tiere, wenn möglich, mit einem geeigneten antiparasitären Wirkstoff zu behandeln. Hierfür können Spot-on-Präparate für Hunde und Katzen oder entsprechende Kautabletten für Hunde vom Tierarzt verordnet werden. Außerdem muss unbedingt die Umgebung von Milben „entseucht“ werden, also dort, wo sich die Tiere besonders häufig und lange aufhalten wie Lagerstätten, Futterplätze usw. Dabei können sogenannte Flohumgebungssprays oft gute Dienste leisten. Mit Roten Vogelmilben befallene Wildtiere sollten ferngehalten werden. Fragen Sie Ihren Tierarzt.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos:
© Martin Pelanek/shutterstock.com

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