Schimmelpilze im Atemtrakt von Papageien

Auslöser und Anzeichen einer Aspergillose

Infektionen mit Schimmelpilzen (sog. Aspergillose) kommen bei Papageien und bei anderen Ziervögeln regelmäßig vor und verlaufen in der Regel chronisch, das heißt schleichend über einen längeren Zeitraum. Besonders gefährdet sind Graupapageien und andere Papageienvögel, Beos und Pionusarten. Als Haupterreger wird in den meisten Fällen Aspergillus fumigatus nachgewiesen. Die Tiere infizieren sich über Pilzsporen im Papageienfutter, die an der Innenseite von Nussschalen haften (z.B. bei Erdnüssen). Beim Knacken der Nüsse werden die Sporen eingeatmet und gelangen über die Schnabelhöhle in die Luftröhre und in den Atemtrakt. Sehr trockene Raumluft kann eine Aspergillose beim Vogel begünstigen (80-90% sind gefordert, in Wohnräumen liegt die Luftfeuchte oft nur bei 30-40%), aber auch Vitaminmangel aufgrund von Fütterungsfehlern oder schlechtem Vogelfutter, Stress sowie Revierkämpfe bei Haltung auf zu engem Raum. Auch eine vorhergehende Antibiotika- oder Kortisonbehandlung kann eine Aspergillose auslösen. Die Krankheitsanzeichen können je nach Lokalisation und Ausbreitung variieren. Im Vordergrund stehen reibende Atemgeräusche, die von atemsynchronen Schwanzwippen, Kurzatmigkeit, Abspreizen der Flügel sowie Atmen mit weit geöffnetem Schnabel begleitet werden. Manchmal treten Atemstörungen auch stressbedingt auf. In diesem Fall sollte sich der Papagei innerhalb von 2 Minuten nach der tierärztlichen Untersuchung wieder erholt haben. Ansonsten besteht der Verdacht auf eine Aspergillose. Bei starkem Befall bilden sich in den Atemwegen Knötchen (sog. Granulome, z.B. in den Nasenhöhlen, an der Aufzweigung der Luftröhre bzw. in den Luftsäcken). Da Pilzsporen außerdem Gifte (Toxine) absondern, die sich auf den Verdauungstrakt bzw. das Gehirn auswirken können, werden oft auch weitere Symptome beobachtet, wie Müdigkeit, mangelnder Appetit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und Orientierungslosigkeit. Wenn eine Aspergillose nicht behandelt wird und fortschreitet, kommen die Vögel nicht selten zu Tode. Daher ist der Gang zum Tierarzt bei Verdacht auf eine Schimmelpilzinfektion zwingend. 

Was kann der Tierarzt tun?
Zur Diagnosestellung wird der Vogel vom Veterinär klinisch untersucht und es werden Röntgen-Aufnahmen angefertigt. Zur Erhärtung der Verdachtsdiagnose führen geübte Tierärzte eine Endoskopie durch. Diese erfolgt in Narkose und erlaubt die Darstellung der pilzbedingten Schleimhautveränderungen im Atemtrakt sowie die Gewinnung von Proben für eine Pilzkultur (Anzüchtung von krankmachenden Pilzen auf einem Nährmedium). Eine vollständige Heilung ist meist nicht möglich. Die Behandlung zielt eher darauf ab, die Symptome zu behandeln. Je eher der Vogel beim Tierarzt vorgestellt wird, desto besser sind seine Chancen. Der Tierarzt verabreicht dem Vogel ein Pilzmittel (Antimykotikum) zur Beseitigung der Erreger. Wenn möglich, können ggf. endoskopisch Granulome aus dem Atemtrakt entfernt werden. Vorbeugend ist eine hohe Luftfeuchte (80-90%) in der Umgebung der Vögel zu gewährleisten. Besonders wichtig ist auch vitaminreiche Kost sowie stressarme Haltung. Vorsicht ist bei der Fütterung von Erdnüssen walten zu lassen, da diese oft Aspergillus-Sporen übertragen.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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