Schmerzmittel für den Menschen können beim Hund gefährlich sein

Mit Schmerzzuständen bei Hunden werden Tierbesitzer regelmäßig konfrontiert. Zur Linderung von leichten bis starken Schmerzen beim Tier gibt es verschiedene veterinärmedizinisch zugelassene Arzneimittel, die vom Tierarzt verordnet und entsprechend dosiert werden. Vorsicht geboten ist jedoch bei der Anwendung von Schmerzmitteln beim Hund, die für den Menschen bestimmt sind. Beim Blick in die Hausapotheke werden diese Medikamente häufig gefunden und unkritisch Hunden eingegeben in der Hoffnung "es wird schon helfen".

Ibuprofen, Paracetamol & Co. sind für Vierbeiner lebensgefährlich
Besonders zu warnen ist vor der Verabreichung von Ibuprofen, da dies bei Hunden bereits ab einer täglichen Dosierung von 8 mg/kg Körpermasse toxisch wirken kann. Nach einmaliger Gabe hat Ibuprofen ab einer Dosierung von über 100 mg/kg Körpermasse beim Hund und bei über 50 mg/kg Körpermasse bei der Katze eine tödliche Wirkung. Paracetamol hat beim Hund eine unzureichende und zu kurze analgetische Wirkung aufgrund der nur geringen Halbwertzeit von 2 Stunden und ist außerdem beim Jungtier sehr stark leberbelastend, da der Wirkstoff anders als beim Menschen aufgrund fehlender Enzyme nicht entsprechend verstoffwechselt werden kann. Daher muss von der Anwendung von Paracetamol beim Hund unbedingt abgeraten werden. Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) führt zwar zu einer guten schmerzlindernden Wirkung, die Langzeitanwendung führt aber oft zu zum Teil gravierenden gastrointestinalen Störungen, wie Brechreiz und Durchfall. Durch Verhinderung der "Verklumpung" von Blutplättchen (sog. Thrombozyten) "verdünnt" Acetylsalicylsäure ferner das Blut. Bei Jungtieren können genauso wie beim Paracetamol Leberstörungen auftreten. Demnach sind länger dauernde Behandlungen mit Acetylsalicylsäure nicht zu empfehlen. Auch die Anwendung von Diclofenac bei Hunden ist kontraindiziert, da innerhalb kurzer Zeit schwere Magen-Darm-Schleimhautblutungen auftreten können, was unter Umständen sogar zu Magengeschwüren führen kann. Dieses Arzneimittel wird daher auch beim Menschen meist nur unter strenger Dosierung sowie in Zusammenhang mit sogenannten Magensäureblockern verordnet. Nicht selten werden im Kot von mit Diclofenac behandelten Hunden größere Mengen Blut beobachtet.

Bitte nur für Hunde zugelassene Wirkstoffe verabreichen

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Shutterstock

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