Tumorerkrankungen bei Tieren

Tumore bei Tieren – Was tun?

Tiere können genauso wie Menschen von verschiedenen Tumorerkrankungen betroffen sein. Diese stellen sich in der Regel bei älteren Tieren ein, bei Jungtieren sind sie eher eine Ausnahme. 

Gewebe entfernen

Oft gehen diese Neoplasien (Tumore) mit einer Umfangsvermehrung einher. Je nachdem welches Organ von Tumorzellen befallen ist, kann das entartete Gewebe vom Veterinärmediziner beseitigt werden. Tumorerkrankungen der Haut lassen sich gewöhnlich gut operativ entfernen. Der Tierarzt muss dabei das erkrankte Gewebe im gesunden Bereich herausschneiden, um zu vermeiden, dass versprengte Tumorzellen oder Metastasen im Organismus verbleiben. Davon hängt auch die Prognose ab – also wie lange das Tier voraussichtlich bei guter Lebensqualität überleben wird. 

Biopsie

Man unterscheidet gut- und bösartige Tumore. Diese können durch die pathologische Untersuchung einer Gewebeprobe (Biopsie) unterschieden werden. Gutartige (benigne) Tumore sind meist glattrandig und leicht von der Unterlage abzuheben. Bösartige (maligne) Neoplasien besitzen oft eine höckrige Oberfläche und sind mit dem darunterliegenden Gewebe bzw. mit Organen verwachsen. 

Metastasen

Je bösartiger der Tumor ist, desto größer ist die Gefahr der Metastasenbildung, also der Streuung von Tumorzellen im Körper. Diese Metastasen können an verschiedenen Stellen im Organismus auftauchen, zum Beispiel in der Lunge oder in der Leber. Daher werden Tiere mit Tumorverdacht vor einer Operation gründlich mit Röntgenstrahlen untersucht, um mit bildgebenden Verfahren Metastasen rechtzeitig zu erkennen. Manchmal sind sie aber noch zu klein und können daher nicht nachgewiesen werden. Organtumore werden leider oft lange nicht erkannt, da diese von außen für den Besitzer oder Tierarzt nicht sichtbar sind. 

Tumormarker

Mit Hilfe von sogenannten „Tumormarkern“ können Tumore im Rahmen einer Blutuntersuchung manchmal frühzeitig identifiziert werden. Je früher Tumorerkrankungen erkannt werden, desto eher kann mit einer Behandlung begonnen werden und desto größer sind je nach Tumorart die Überlebenschancen für den Patienten. 

Therapiemöglichkeiten

Für die Therapie bestehen verschiedene Möglichkeiten: die operative Entfernung (Tumorresektion), die Chemotherapie (zum Beispiel mit Infusionen oder Tabletten) und/oder die Strahlentherapie, welche meist nur in spezialisierten (Uni-)Kliniken, nicht aber in der gewöhnlichen Tierarztpraxis, zur Verfügung steht. Die genannten Verfahren können auch miteinander kombiniert und nicht wenige Patienten geheilt werden. Wenn nach erfolgreicher Behandlung erneut Tumorgewebe auftritt (sogenanntes Rezidiv), sollte mit Hilfe des Tierarztes neu über das weitere Vorgehen entschieden werden. 

Die letzte Möglichkeit

Wenn die Lebensqualität des Tieres unter ein erträgliches Maß sinkt – also wenn das Tier teilnahmslos ist, die Futteraufnahme eingestellt hat und auf Ansprache nicht mehr reagiert –, besteht in der Veterinärmedizin die Möglichkeit zum Einschläfern. Im Interesse des erkrankten Tieres sollte mit dem Tierarzt beraten werden, ob von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden sollte. Oft ist dies für das Tier auch eine Beendigung von Leiden, Schmerzen sowie Qualen und deshalb auch zu rechtfertigen. Es ist auf jeden Fall verkehrt, ein Tier ohne Aussicht auf eine wirksame Therapie oder einen Behandlungserfolg sinnlos leiden zu lassen.

Text: © Dr. Wieland Beck
Foto:
© Sergei Babenko/shutterstock.com

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