Warum sind vorbeugende Impfungen beim Hund so wichtig?

Genauso wie für den Menschen gibt es auch für Tiere bestimmte Schutzimpfungen. Das Spektrum der verschiedenen Infektionskrankheiten beim Hund ist so groß, dass man als Tierbesitzer leicht den Überblick verlieren kann. Über die Notwendigkeit verschiedener Impfungen wird viel diskutiert. Müssen Impfungen überhaupt sein und in welchen Abständen müssen Schutzimpfungen überhaupt durchgeführt werden?

Impfungen dürfen nur durchgeführt werden, wenn der Hund zum Zeitpunkt der Impfung gesund erscheint. Wenn Krankheitssymptome zu erkennen sind oder möglicherweise Virusinfektionen bereits vorliegen, kann eine Impfung das Krankheitsgeschehen meist noch verschlimmern. Außerdem bildet ein geschwächter, kranker Organismus keine oder eine nur ungenügende Immunität aus. Der behandelnde Tierarzt wird vor jeder Impfung den Gesundheitszustand des Hundes gründlich überprüfen. Auch ein Messen der Körpertemperatur ist immer wichtig, weil deren Erhöhung ein Hinweis auf eine Erkrankung sein kann. Die normale Körpertemperatur beträgt beim Hund 38-39°C. Damit die Impfung optimal wirken kann und es zur Ausbildung einer ausreichenden Anzahl schützender Antikörper gegen verschiedene Infektionskrankheiten kommt, ist es wichtig, dass die Tiere parasitenfrei sind. Daher empfiehlt sich rechtzeitig vor jeder Schutzimpfung eine Entwurmung durchzuführen.

Grundsätzlich wird zwischen der Grundimmunisierung und den Wiederholungsimpfungen unterschieden. Grundimmunisierung bedeutet, dass erstmalig ein Impfschutz bei Hundewelpen aufgebaut wird, wobei eine 1. und eine 2. Impfung im Abstand von 4 Wochen vom Tierarzt verabreicht werden. Die Schutzwirkung ist zeitlich begrenzt. Deshalb müssen jedes Jahr Wiederholungsimpfungen vorgenommen werden, damit ein kontinuierlicher Schutz gegen bestimmte Infektionskrankheiten erhalten bleibt. Für die Impfungen stehen moderne Impfstoffe zur Verfügung, die in kleiner Dosis eine maximale Schutzwirkung im Organismus aufbauen. Oft werden Kombinationsimpfstoffe angewendet, so dass der Hund mit nur einer Injektion unter die Haut gleichzeitig gegen eine Reihe von Infektionskrankheiten geschützt werden kann.

Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen krankmachenden Erregern oder aufgrund der Impfungen bildet der Organismus Schutzstoffe, die sogenannten Antikörper. Diesen selbst aufgebauten Schutz nennt man aktive Immunität. Im Gegensatz dazu bedeutet passive Immunität, dass die Antikörper mit der Muttermilch den Welpen zugeführt werden. Dieser passive Infektionsschutz wird in der Regel zwischen der 6. und 12. Lebenswoche aufgebaut.

Es ist daher unbedingt ratsam, das Jungtier frühzeitig schutzimpfen zu lassen, um es nicht zunehmend der Gefahr einer Infektion auszusetzen. Die Grundimmunisierung wird ab der 8. Lebenswoche mit der Erstimpfung gegen Staupe, Hepatitis Contagiosa Canis, Parvovirose, Zwingerhusten und Leptospirose begonnen. Im Ausnahmefall kann gegen die gefürchtete Parvovirose des Hundes, die mit schweren, blutigen Durchfällen einhergeht und auch oft Tierleben kostet, bereits in der 6. Lebenswoche geimpft werden. Dies empfiehlt der Tierarzt in gefährdeten Beständen, in denen diese Virusinfektion regelmäßig vorkommt. Wegen der noch vorhandenen, vom Muttertier mit dem Kolostrum an die Jungen weitergegebenen Antikörper, muss etwa 4 Wochen später die Zweitimpfung vorgenommen werden. Dabei wird gegen die vorgenannten Krankheiten nun aber zusammen mit der Tollwut geimpft. Eine Tollwut-Impfung vor der 12. Lebenswoche ist unsinnig, da dann die entsprechenden Antikörper mit den Antikörpern von der Mutter (sog. "maternale Antikörper") "kollidieren". Gegen Borreliose, eine durch Zeckenstiche auf Hunde übertragene Erkrankung, sind ebenfalls zwei Impfungen im Abstand von 3-5 Wochen erforderlich. Der früheste Impfbeginn liegt hier jedoch in der 12. Lebenswoche.

Häufig werden Welpen schon beim Züchter erstmals geimpft, so dass der neue Besitzer nur noch die 2. Impfung durchführen lassen muss. Fragen Sie deshalb beim Kauf eines Hundes grundsätzlich nach dem Impfstatus des Tieres und lassen Sie sich gegebenenfalls den Impfpass aushändigen.

Wenn die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, sind zur Erhaltung eines andauernden Impfschutzes jährliche Wiederholungsimpfungen erforderlich. Gegen bestimmte Krankheiten kann unter Umständen auch in längeren Abständen geimpft werden, z.B. alle 3 Jahre gegen Tollwut beim Hund. Fragen Sie hierzu Ihren Tierarzt. Am sichersten sind jedoch jährliche Auffrischungen des Impfschutzes. Falls die Grundimmunisierung beim Welpen versäumt wurde, sollte sie unbedingt nachgeholt werden. Dies kann in jedem Lebensalter erfolgen. Den Internationalen Impfpass erhalten Sie nach der Erstimpfung Ihres Hundes beim behandelnden Tierarzt, unter Umständen auch bereits beim Kauf des Tieres. Bewahren Sie dieses Dokument gut auf und legen Sie es bei nachfolgenden Impfungen beim Tierarzt vor, da hier sämtliche Impfungen und auch andere Behandlungen (Entwurmung, Setzen eines Chips zur Markierung, usw.) dokumentiert werden.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Shutterstock

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