Wespenstiche beim Hund – Was ist zu tun?

Besonders in der warmen Jahreszeit besteht die Möglichkeit, dass Hunde von Wespen gestochen werden. Manchmal schnappen die Tiere nach Fluginsekten und es ergibt sich der Verdacht, dass der Hund eine Wespe verschluckt hat. Dies ist aber zum Glück nur selten der Fall, da die Wespen meist reflektorisch wieder ausgespuckt werden. Sollte es dennoch zu einem Stich im Rachen- oder Kehlkopfbereich bzw. in die Zunge kommen, kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen der Atemfunktion kommen. Massive Schwellungen in der Maulhöhle engen diese ein, so dass die Belüftung der Lunge mehr oder weniger reduziert sein kann.

Was ist bei einem Stich zu tun?

In diesen Fällen sollte umgehend eine Tierklinik aufgesucht werden, da evtl. die Luftröhre eröffnet werden muss (Tracheotomie), um die Ventilation der Lunge und damit die Sauerstoffversorgung des Organismus sicherzustellen. In den meisten Fällen kommt es aber zu Wespenstichen an dünnhäutigen Körperstellen im Kopfbereich, zum Beispiel an den Lefzen oder auf der Nase. In der Folge kommt es meist zu heftigen Schmerzreaktionen des Tieres. Bei empfindlichen Hunden, die auf Eiweiße im Wespenspeichel empfindlich reagieren, kann es unter Umständen zu einer Schwellung des Kopfes (Kopfödem) kommen. Diese Reaktionen sehen oft sehr dramatisch aus. In wenigen Fällen ist der Wespenstachel sichtbar und kann manuell entfernt werden.

Kühlung ist wichtig

Nach einem Wespenstich mit oder ohne Schwellungen ist eine rasche Kühlung mit wassergetränkten Tüchern (möglichst kühles Wasser verwenden!) zu empfehlen. Hiernach kommt es in der Regel umgehend zu einer Schmerzlinderung und zur schnellen Abschwellung des Kopfödems. Es besteht auch die Möglichkeit, das Tier mit einem Wasserschlauch abzuspülen. Der Hund ist in jedem Fall an einen ruhigen, schattigen Platz zu verbringen.

Starke allergische Reaktion

In seltenen Fällen kann es nach einem Wespenstich auch zu anaphylaktischen Reaktionen kommen. Das heißt, dass die Tiere das Bewusstsein verlieren können und infolge Kreislaufzusammenbruch umfallen. Sollte es zu einem Herz- und Atemstillstand kommen, kann eine Mund-zu-Nase-Beatmung oft lebensrettend sein. Da Tierbesitzer in solchen akuten Notfallsituationen oft unsicher im weiteren Vorgehen sind, sollten sie schnellstmöglich einen Veterinärmediziner aufsuchen, der den Patienten dann stabilisieren kann. Die Gabe von schnell wirksamen Kortison führt sehr schnell zur Rückbildung von Ödemen. Außerdem können intravenöse Infusionen zur raschen Stabilisierung und Erholung des Tieres beitragen. Tierkliniken müssen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr besetzt sein. Grundsätzlich ist in solchen Fällen zu beachten, dass die Besitzer nicht panisch reagieren, da sich Unruhe und Stress schnell auf den Hund übertragen.

Text: © Dr. Wieland Beck
Foto: © Stefan Malloch

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