Würmer – Kleine Plagegeister mit großer Wirkung

Etwa 88 Prozent aller Hundewelpen und jungen Hunde können mit Spulwürmern infiziert sein. Für Hundebesitzer ist das kein Grund zur Panik. Einige Vorsorgemaßnahmen sollten Sie aber schon treffen. Die meisten Hunde schnüffeln gerne an allem, worüber wir Menschen die Nase rümpfen. Besonders beliebt sind der Kot und das Hinterteil von Artgenossen. Dabei infizieren sich Hunde oft mit Würmern. Besonders gefährdet sind Welpen und junge Hunde, die sich bereits im Mutterleib, über die Muttermilch und Ausscheidungen ihrer Wurfgeschwister mit Spul- und Hakenwürmern anstecken können. Infolge der hormonellen Umstellung während der Trächtigkeit kommt es zu einer Reaktivierung der ruhenden Wurmlarven im Gesäuge der Hündinnen.

Die weit verbreiteten Spulwürmer können sogar im Mutterleib auf den noch ungeborenen Nachwuchs übergehen oder in die Milchdrüse wandern – von wo aus sie dann nach der Geburt in den Mäulern der Welpen landen. Über die Muttermilch infizieren sich die Kleinsten auch immer wieder mit Hakenwürmern. Die über den Kot ausgeschiedenen Wurmeier stellen eine weitere Infektionsquelle dar. Für Tierbesitzer sind Infektionen mit Würmern schwer zu erkennen und werden vielfach gar nicht bemerkt.

Anzeichen für einen Wurmbefall können Durchfall, Brechreiz und in selteneren Fällen auch Husten sein. Länger anhaltender Durchfall ist in der Regel das häufigste Anzeichen. Sammeln sich massenhaft Würmer im Darmtrakt des Hundes an und behindern die Passage der aufgenommenen Nahrung, kann dies manchmal auch Brechreiz hervorrufen. Die aus den verschluckten Eiern geschlüpften Larven durchbohren die Darmwand und vollziehen eine Körperwanderung durch Leber und Lunge. Daher können auch Husten und Atemwegserkrankungen ein Hinweis auf Wurmbefall sein. All diese Symptome müssen jedoch nicht zwangsläufig bei einem infizierten Tier auftreten. Es gibt Hunde mit mildem Wurmbefall, die keinerlei Symptome zeigen, obwohl sie noch nie entwurmt wurden. Bei anderen Hunden vermehren sich die Würmer hingegen so massiv, dass Verdauungsstörungen und infolge der Larvenwanderung auch Atemstörungen auftreten.

Deshalb sind regelmäßige Kotuntersuchungen, aus denen hervorgeht, mit welcher Wurmart der Hund infiziert ist, ratsam. Der Tierarzt verordnet die geeigneten Entwurmungsmittel. Die Entwurmung von erwachsenen Hunden sollte alle drei Monate erfolgen. Bis zwei Wochen nach dem Absetzen der Muttermilch sollten Welpen alle 14 Tage entwurmt werden. Durch das zusätzliche Entwurmen des Muttertiers zwei Wochen vor und zwei Wochen nach der Geburt sinkt das Risiko einer Infektion über die Muttermilch. Für junge Hunde eignet sich eine Entwurmungspaste in der Regel besser als Tabletten, da sich eine Paste leichter verabreichen lässt. Im Welpenalter sind Entwurmungsmittel gegen Spulwürmer besonders wichtig. Später, nach etwa einem halben Jahr, empfehlen sich sogenannte Breitspektrum-Entwurmungsmittel, die sowohl Spul- als auch Bandwürmer erfassen.

Bei Untersuchungen von Hundekotproben in öffentlichen Anlagen wurden in Deutschland häufig Spulwürmer nachgewiesen, die auch beim Menschen Verdauungs- und Leberstörungen verursachen können. Stärker betroffen sind Regionen mit relativ hoher Besiedlungsdichte und geringeren Auslaufmöglichkeiten. Begegnungen mit Artgenossen sind hier kaum zu vermeiden und zudem für Welpen und Junghunde in der Sozialisierungsphase wichtig. Durch regelmäßiges Entwurmen schützen sie nicht nur ihren Hund vor Würmern, sondern auch sich selbst und ihre Kinder – für die ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht, da Kinder zu ihren Tieren oft einen engen Körperkontakt haben oder sich von ihnen ablecken lassen.

Vor dem Hintergrund der hohen Infektionsraten von Hunden mit Würmern, gibt es keine sinnvolle Alternative zum Entwurmen. Entweder steckt sich der Hund bei seinen Artgenossen mit Würmern an oder beim Fuchs, der Reservoir für alle möglichen Würmer ist. Wenn Hunde zum Beispiel beim Gassigehen mit den Fuchsausscheidungen in Berührung kommen, können sie sich mit Wurmeiern anstecken.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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