Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) bei Hund und Katze

Die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommt nicht nur beim Menschen vor, sondern ist auch bei Hunden und Katzen regelmäßig anzutreffen.

Die Stoffwechselstörung kann behandelt werden
Diese Stoffwechselstörung kann auch beim Tier ohne weiteres behandelt werden, so dass sich Tierbesitzer keine Sorgen machen müssen. Es handelt sich um eine dauernde Erhöhung des Blutzuckerspiegels, da der Körper nicht mehr ausreichend Insulin produziert. Insulin ist ein in den Insel- und Betazellen der Bauchspeicheldrüsen gebildetes Hormon, das für die Verwertung und Speicherung der Glukose wichtig ist. Von den Körperzellen wird Glukose als Energielieferant benötigt.

Doch um als Energie genutzt werden zu können, muss Glukose in die Zellen gelangen. Das Insulin bindet sich an die Zelle und öffnet sie für Glukose, fungiert damit also quasi als Türöffner. Wenn nicht genug Insulin gebildet wird, reichert sich die Glukose im Blut statt in den Zellen an und es kommt zur Zuckerkrankheit.

Wie äußert sich die Zuckerkrankheit?
Während der Blutzuckergehalt ansteigt, fehlt die Glukose in den Körperzellen. Der Körper hilft sich, indem er andere Nährstoffe als Energielieferanten verwendet. Um seinen Energiebedarf zu decken, frisst ein diabetisches Tier meist mehr als zuvor.

Weil die Nahrung aber nicht richtig verwertet wird, nimmt es dennoch ab. Wenn der Blutzuckergehalt beim Hund über 180 mg/dl (10 mmol/l) ansteigt, beginnen die Nieren, die überschüssige Glukose mit dem Urin auszuscheiden. Die Normalwerte der Blutglukose liegen bei etwa 75-108 mg/dl (4,2-6,0 mmol/l).

Je nach Untersuchungslabor können die Werte variieren. Wenn Glukose im Harn nachgewiesen werden kann, sind die normalen Blutzuckerwerte bereits sehr weit überschritten. Zur Ausscheidung der überschüssigen Glukose muss der Körper sehr viel Flüssigkeit verstoffwechseln. Daher trinkt das Tier entsprechend viel und muss oft Wasser lassen.

Ein Insulinmangel kann beim Hund auch zu einer Linsentrübung führen; bei der Katze sind manchmal Schwächen der Hintergliedmaßen zu beobachten. Das Haarkleid diabetischer Tiere wirkt oft matt und ungepflegt. Bei der Katze kann es auch zu einer vorübergehenden stressbedingten Erhöhung des Blutzuckerspiegels kommen. Hier muss alternativ eine Fructosamin-Bestimmung durchgeführt werden.

Nach Ende der Läufigkeit bei der Hündin produzieren die Eierstöcke das Hormon Progesteron, welches die Insulinproduktion negativ beeinflussen kann. Daher sollte eine diabetische Hündin immer kastriert werden. Bei Katzen ist dies nicht erforderlich.

Diagnose durch den Tierarzt
Die Diagnose der Zuckerkrankheit erfolgt durch Blut- und Harnuntersuchungen sowie Bestimmung des Glukosespiegels. Der Tierarzt muss ein sogenanntes Blutzuckertagesprofil mit mehreren Blutuntersuchungen über den Tag verteilt erstellen, um die für das Tier erforderliche Insulinmenge zu berechnen. Anschließend erfolgt durch den Besitzer die Gabe der Tagesinsulindosis.

Behandlung und Kontrolle
Hunde sollten in der Regel einmal täglich gespritzt werden, Katzen zweimal täglich. Wenn die richtige Dosis eingestellt ist, zeigt sich in der Regel rasch eine Besserung. Wasseraufnahme und -ausscheidung normalisieren sich, das Tier wird lebhafter und das Haarkleid bekommt bald wieder seinen alten Glanz zurück. Da der Bedarf an Insulin noch schwanken kann, sollte der Blut- und Harnzuckerspiegel zu Hause weiter kontrolliert werden.

Alle 2 Monate ist ein Kontrollbesuch beim Tierarzt anzuraten.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Shutterstock

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