Erste Hilfe für den Hund nach einem Schlangenbiss

Schlangenbiss

In der warmen Jahreszeit kann es passieren, dass Ihr Hund einmal von einer Schlange gebissen wird. Diese Situation ist äußerst selten, aber wenn es geschieht, sollte jeder Besitzer darauf vorbereitet sein. Die Reptilien liegen an besonders heißen Sommertagen gerne am Wegesrand in der wärmenden Sonne. Werden sie dabei gestört, treten sie entweder den Rückzug an oder können aggressiv reagieren. Insbesondere Kreuzotterbisse sind oft sehr schmerzhaft und können zu heftigen entzündlichen Schwellungen im Gewebe führen.

 

Was kann der Hundehalter tun?
Es ist in jedem Fall hilfreich, wenn möglichst ein Foto von der Schlange gemacht wird, damit man hinterher beim Tierarzt oder Sachverständigen nachvollziehen kann, ob es sich um eine giftige Kreuzotter oder um andere vergleichsweise harmlose Schlangenarten (z.B. Ringelnattern oder Blindschleichen) handelte. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass Kreuzottern und verschiedene andere Reptilien unter Naturschutz stehen und nicht getötet werden dürfen. Also bitte keine Racheaktionen! Nach einem Schlangenbiss beim Hund empfiehlt sich, zunächst die Gliedmaße z.B. mit einer Schiene ruhig zu stellen. Ferner können kühle, feuchte Umschläge hilfreich sein, das Ausmaß der nachfolgenden Schwellung zu reduzieren und die rasch eintretenden Schmerzen zu lindern. Ein Abbinden der Extremität mit dem Gürtel oder Strick ist nicht anzuraten, da hierdurch das Ödem viel stärker anschwillt als ohne Unterbindung des Blutflusses. Es wird dadurch auch nicht 100%ig verhindert, dass Toxine in den Organismus abgeschwemmt werden. Auch ein Aussaugen der Bisswunden ist zu unterlassen, da hiermit keine effiziente Entfernung der beim Biss abgegebenen Gifte herbeigeführt werden kann. Daneben können unter Umständen entzündliche Mundschleimhautreaktionen und andere neurologische Störungen beim Behandler auftreten. In jedem Fall ist es gut, beruhigend auf den gebissenen Hund einzuwirken und schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen.

Was kann der Tierarzt tun?
Gegengifte sind in der Regel auch beim Veterinärmediziner nicht verfügbar, daher wird dieser eine symptomatische, also entzündungshemmende und schmerzlindernde Behandlung beim Hund durchführen. Gegebenenfalls können im Rahmen einer stationären Therapie Infusionen helfen, das Allgemeinbefinden des Tieres zu stabilisieren. Falls erforderlich, wird der Hund auch antibiotisch versorgt, um bakterielle Sekundärinfektionen zu verhüten. Die meisten Patienten erholen sich rasch wieder, ohne dass nachfolgend Beschwerden oder neurologische Reaktionen zurückbleiben. Manche Hunde sind zwar noch ein paar Tage etwas schlapp, sind aber spätestens nach drei Tagen wieder fit.

Text: © Dr. Wieland Beck
Fotos: © Ekaterina Brusnika/shutterstock.com

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