BLUTSPENDE BEI HUNDen

Blutspende bei Hund und Katze
Nicht nur Menschen benötigen mitunter eine Blutspende, sondern auch Tiere brauchen ab und an Blut von ihren Artgenossen. Es gibt zahlreiche Situationen im Leben eines geliebten Haustieres, in denen wenige Momente über Leben oder Tod entscheiden können. Gerade wenn durch einen schweren Unfall oder eine schwere Erkrankung das Blut als wichtigster Bestandteil des Körpers fehlt, ist schnelles Handeln gefragt. Die häufigsten Gründe für eine Bluttransfusion bei Hunden und Katzen sind meist schwere Unfälle, große Operationen, bei bestimmten Krebserkrankungen, bei Vergiftungen mit Rattengift, bei krankhaften Eiweißverlusten oder Knochenmarkserkrankungen, schweren Infektionskrankheiten wie etwa die durch Zecken übertragene Babesiose aber auch Erkrankungen des Blutes, wie etwa Gerinnungsstörungen oder die genetisch bedingte Bluterkrankheit (Hämophilie). Leider sind Tierärzte und Kliniken nicht in der Lage, weder für Katzen noch Hunde, Blut auf synthetische Weise herzustellen. Hier ist also die Bereitschaft anderer Tierfreunde gefragt, die mit ihren Vierbeinern zur Blutspende gehen. Dabei wissen nur die wenigsten, dass das Blutspenden für Tiere kein komplizierter Akt ist und scheuen daher den ersten Schritt. Wer sich aber wirklich mit diesem Thema beschäftigt, wird sicher schnell feststellen, dass es gar nicht kompliziert ist.

Der Hund als rettender Blutspender
Wie Menschen haben auch Hunde verschiedene Blutgruppen, von mindestens 12 gehen Wissenschaftler im Moment aus. Hunde, die Blutgruppe DEA1.1 (Dog Erythrocyte Antigen) negativ sind, eigenen sich am besten für eine Blutspende. Auch DEA1.1 positives Blut kann in bestimmten Fällen verwendet werden. Die Blutgruppen des Hundes sind rassenunabhängig. Auch ist die Rasse bei einer Transfusion nicht von Bedeutung, so kann zum Beispiel ein Chihuahua mit dem Blut - natürlich mit der passenden Blutgruppe - eines Bernhardiners gerettet werden. In manchen Fällen müssen nicht mal die Blutgruppen übereinstimmen.
Bei dem Thema Blutspende von Hunden kommen viele Fragen bei den Besitzern auf.

  • Wer kann Blut spenden?
  • Wie alt sollte der Hund sein?  
  • Wie häufig kann ein Hund Blut spenden?
  • Wie kann er zum Blutspender werden?
  • Wie ist der Ablauf einer Blutspende?
  • Wie viel Blut wird dem Tier abgenommen?
  • Wie oft ist eine Spende möglich?
  • Schadet die Blutspende dem Hund?
  • Wie lange dauert eine Spende?

Welche Hunde sind geeignet?
Die Anforderungen an die Spenderhunde können je nach Tierarzt und Klinik unterschiedlich sein. Für gewöhnlich können gesunde Hunde im Alter von 1 bis 9 Jahren spenden. Zudem sollten sie zwischen 20 bis 25 kg wiegen, regelmäßig geimpft und entwurmt werden und nicht auf Medikamente angewiesen sein.  Hunde die schon eine Transfusion erhalten haben kommen nicht als Spender in Frage. Auch Hunde aus dem Ausland werden aufgrund der Gefahr von übertragbaren Infektionskrankheiten in den meisten Fällen von der Spende ausgeschlossen, genauso auch übergewichtige Hunde. Hündinnen die schon mal trächtig waren, dürfen ebenfalls nicht spenden, denn die Trächtigkeit kann zu einer Antikörperbildung anderer Blutgruppen führen, das wiederrum kann die Gefahr von Transfusionsreaktionen erhöhen.

Wie läuft eine Blutspende bei Hunden ab?
Vor der ersten Spende gibt es eine „Eignungsuntersuchung“. Bei dieser Untersuchung wird Ihr Vierbeiner auf Herz und Nieren geprüft. Erst wird er gewogen, dann wird Blut abgenommen, welches klinisch-chemisch und auf Blutparasiten untersucht wird und ob genügend rote Blutzellen vorhanden sind. Danach wird der Hund abgetastet und erfühlt, Fieber gemessen und es wird überall reingeschaut. Wenn nach dieser Untersuchung alle Ergebnisse negativ sind, dann ist Ihr Vierbeiner gesund und darf sich jetzt Blutspender nennen. Hat man sich als Besitzer entschieden, dabei zu bleiben, wird diese Untersuchung jährlich durchgeführt. Diese Untersuchungen sind für Ihre Vierbeiner kostenlos. Die Blutentnahme wird an der am Hals verlaufenden Drosselvene (Vena jugularis) des Hundes durchgeführt, dazu wird er ein wenig geschoren. Sehr unruhige Hunde erhalten vor der Blutspende eine beruhigende Spritze, damit der kleine Eingriff sicher und ruhig ablaufen kann. Bei der Blutentnahme kann Ihr Hund sitzen oder in Seitenlage liegen, die Seitenlage ist in der Regel die stressfreiere Variante. Hierzu ist es von Vorteil, wenn Sie schon daheim mit Ihrem Vierbeiner die Seitenlage etwas üben. Es werden circa 300 bis 500 ml Blut vom Hund entnommen. Der eigentliche Vorgang dauert etwa 5 Minuten, inklusive aller Vorbereitungen und der Nachsorge etwa eine Stunde. Diese Zeit nehmen sich Tierfreunde gerne, da schon eine einzige Blutkonserve ein Tierleben retten kann.

Wie oft können Hunde Blutspenden?
Gesunde Hunde können gefahrlos 3 bis 4 Mal im Jahr Blut spenden, die entnommene Blutmenge kann vom Organismus schnell wieder ausgeglichen werden, in maximal 3 Wochen ist alles komplett nachgebildet. Es liegt an Ihnen, wie oft Sie Ihren Hund spenden lassen wollen. Bis heute sind noch keine negativen Effekte durch die Blutabnahme bekannt. Allerdings sollte Ihr Tier nach der Blutspende noch ein paar Minuten liegen bleiben und behutsam wieder aufgerichtet werden, denn wie auch bei Menschen, können Schwindelgefühl oder Übelkeit auftreten. Direkt nach der Spende wird den Hunden Wasser und Futter als Belohnung angeboten, anschließend dürfen die Spender wieder in ihr heimisches Körbchen zurückkehren. Es wird empfohlen 24 Stunden nach der Spende Anstrengungen zu vermeiden.

Blutspendeausweis und Blutspendedienst
Nach der ersten erfolgreichen Blutspende erhalten Sie einen persönlichen Blutspendeausweis für Ihren Liebling. Für Hunde gibt es noch keine bundesweite Blutspendendatenbank, deswegen betreiben viele Tierkliniken einen Blutspendedienst für Hunde. Ähnlich wie beim Menschen gewährleistet eine Blutbank für Hunde, dass vierbeinige Notfälle mit passendem Spenderblut behandelt werden können. Es gibt auch einige gemeinnützige Vereine, die eine bundesweite Datenbank von Spendertieren führen. Einer dieser Vereine ist der Tierschutzverein „Weisse Pfoten“ e.V. mit Sitz in Sachsen-Anhalt. Dieser hat eine bundesweite Datenbank von Spendertieren, bei dem zurzeit 2042 mutige Hunde als Spender registriert sind und bei Notfällen zur Verfügung stehen. Einer dieser mutigen Vierbeiner ist Kaspar, der auf seinem Blog (www.kaspers-welt.de) über seine erfolgreiche Blutspenden schreibt.

Das Hunde- und Katzenblut findet nicht nur als Vollblut Verwendung. Die Einzelbestandteile, wie Plasma oder Erythrocyten Konzentrate, werden ebenso gelagert und bei Bedarf eingesetzt.
Da es in Deutschland noch keine bundesweit zentrale Blutbank für Hunde und Katzen gibt, fehlen deshalb verlässliche Zahlen über das Spendenaufkommen. Man schätzt, dass etwa 1.000 bis 2.000 Blutspenden in Deutschland von größeren Tierkliniken gewonnen werden. Die mit Abstand häufigsten Transfusionspatienten sind Hunde. Das Blut von Hunden kann bis zu 30 Tage gelagert werden. Bei Katzen sieht das anders aus, da ihr Blut weniger stabil ist, können meist nur Frischblut-Transfusionen durchgeführt werden.

Wenn Sie sich dazu entschieden haben, dass Ihr Liebling zum rettenden Blutspender wird, muss Ihnen auch bewusst sein, dass ein Spenderanruf am Wochenende oder auch nachts kommen kann. Eine Blutspende bedeutet leider nicht immer, dass das Leben des Empfängers gerettet ist, aber die Chancen steigen nach einer Blutspende. Zum Glück gibt es deutlich mehr Fälle, bei denen die Blutspende das Leben eines Tieres gerettet hat.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Kasper´s Welt

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