Mobbing und dicke Luft im Mehrkatzenhaushalt

Mobbing im Mehrkatzenhaushalt

Was unter Menschen manchmal vorkommt, ist auch bei Katzen recht häufig: Auseinandersetzungen, Streit oder Mobbing. Die Ursachen liegen meist in der Natur der Katzen. Oft geht es um die Verteilung des Futters, Revierstreitigkeiten, Stress aller Art und nicht zuletzt um Langeweile.

Um schlimmere Folgen wie Traumatisierung und äußerliche Verletzungen zu verhindern, sollten Sie als Katzenfreund die Mobbing-Zeichen rechtzeitig erkennen und mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern. Dabei geht es oft nicht so sehr um aggressives Fauchen und Kämpfen, denn viele Katzen agieren sehr subtil. Die gemobbte Katze sendet auch eher schwache Signale, sie zieht sich zurück, schläft weit mehr als sie müsste, wird hyperaktiv oder zeigt andere Auffälligkeiten, die nicht unbedingt für jeden Menschen sofort auf eine Konfliktsituation mit einer anderen Katze hindeuten. 

Zuwendung geben und Rückzugsmöglichkeiten schaffen 

Eine Extraportion Zuwendung ist in solchen Fällen die erste, richtige Reaktion des menschlichen Mitbewohners. Um aber auch die Ursachen zu bekämpfen, müssen einige Punkte geklärt und möglicherweise neu organisiert werden, wie die Anzahl der Katzen und der Platz, der zur Verfügung steht. Leben mehrere Katzen im Haushalt, ist es sehr wichtig, den Katzen eigene Bereiche zu überlassen. Jede Samtpfote braucht einen Rückzugsort für sich allein, einen eigenen Napf mit ausreichend Abstand zu den anderen Futterstellen und eine eigene Katzentoilette. 

Auch der Charakter entscheidet 

Das soziale Verhalten von Katzen ist durchaus „eigenartig“. Am besten harmonieren etwa gleichaltrige Katzen mit ähnlichen Charakterzügen. Für die Eingewöhnung eines neuen Mitbewohners sollte man sich viel Zeit nehmen und ausreichend Geduld aufbringen. Wenn eines der Tiere im Haushalt von den anderen Katzen gemobbt wird, hilft zunächst mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung für die gemobbte Samtpfote. Wenn Sie damit die Situation nicht dauerhaft verbessern können, helfen unter Umständen sanfte Hilfsmittel wie Pheromon-Sprays. Am besten beraten Sie sich mit einem Tierarzt, bevor Sie zu Beruhigungsmitteln und anderen Medikamenten für Katzen greifen. 

Anzeichen für Mobbing unter Katzen 

Wenn Katzen andere Katzen drangsalieren, tun sie das meist durch Körpersprache und Machtdemonstrationen. Da wird der Weg zum Futter versperrt, der Durchgang durch die Tür blockiert und weggedrängt und aufgelauert. Die eingeschüchterte Katze reagiert mit Ängstlichkeit, verkriecht sich sie meiste Zeit, frisst weniger, kann das Katzenklo nicht mehr aufsuchen und wird dadurch unsauber. Manche Katzen entwickeln auch eine Art Putzzwang, werden hyperaktiv, jagen den eigenen Schwanz oder fangen an, Kabel und andere Gegenstände anzufressen. Auch das sehr seltene Rolling-Skin-Syndrom, bei dem rollende Haut, zuckendes Haarkleid und wildes Herumrasen auftreten, kann ein Anzeichen sein. Gehen Sie zum Tierarzt, um solche Symptome abklären zu lassen. 

Auseinandersetzungen sind auch natürliches Sozialverhalten 

Geben Sie dem oder den Mobbing-Opfern im Haushalt zeitweise Gelegenheit, von den anderen Katzen getrennt zu spielen und sich zu entfalten. Eine Extraportion Zuwendung und Ansprache kann viel bewirken. Grundsätzlich sollte man sich im Klaren sein, dass Positions- und Machtkämpfe zum sozialen Katzenleben dazugehören. Es dauert manchmal etwas, bis eine neue Ordnung unter den Tieren hergestellt ist. Wenn die Streitigkeiten einzelne Katzen zu stark beeinträchtigen, sollten Sie mit dem Tierarzt sprechen. Jeder Katzenfreund sollte solche Mobbing-Verhaltensweisen erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten: Schafft man es allerdings nicht, die Kontrahenten zusammenzubringen, ist eine Trennung leider unvermeidlich und zum Wohl der gemobbten Katze unerlässlich. 

 

 

Text: © Kölle-Zoo

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