Doppeltes Glück - Katzen aneinander gewöhnen

So klappt es mit der Zusammenführung

Viele Zweibeiner glauben immer noch, Katzen seien Einzelgänger. Zwar stimmt es, dass Katzen alleine jagen. Ansonsten haben sie aber gerne Spielpartner um sich. Katzenfreunde, die über eine zweite Katze nachdenken, sollten vor und während der Zusammenführung einige Punkte beachten und ganz behutsam vorgehen.

In der ersten Zeit des Kennenlernens entscheidet sich, wie es zwischen den Samtpfoten weitergeht. Nehmen Sie sich deshalb Zeit für die Zusammenführung. Wer keinen Urlaub nehmen kann, sollte versuchen, mindestens ein Wochenende einzuplanen. Es lohnt sich für alle Beteiligten, die Kennenlernphase so ruhig und entspannt wie möglich anzugehen. Entscheidend ist, dass die Katzen zusammenpassen. Neben dem Geschlecht sind Alter und Temperament ausschlaggebend.

Die richtige Wahl

Obwohl es sein kann, dass sich auch ganz gegensätzliche Katzen gut verstehen, ist ein ähnliches Temperament meist hilfreich. Es gibt aber auch echte Einzelgänger, die jede Gesellschaft anderer Katzen lieber meiden. Als Katzenfreund kennen Sie sicher die Verhaltensweisen Ihrer Samtpfote und achten feinfühlig auf die Zeichen, die sie aussendet.

Katzen des gleichen Geschlechts verstehen sich meist besser. Während Kater spielerisch kämpfen und raufen wollen, beschäftigen sich weibliche Katzen mehr mit Spielzeug. Für die Zusammenführung eignen sich auch eher ungefähr gleichaltrige Katzen. Im besten Fall ist die neue Katze in der Wohnung gleich alt oder etwas jünger.

Fragen Sie im Tierheim nach

Besuchen Sie das Tierheim bei Ihnen vor Ort und sprechen Sie mit den Mitarbeitern. Denn diese kennen die Eigenschaften ihrer Schützlinge und können Ihnen gut weiterhelfen. Beschreiben Sie Ihre Katze und ihren Charakter – dann fällt die Wahl sicherlich leichter.

Ein eigenes Zimmer vorbereiten

Natürlich brauchen die Stubentiger genug Platz und eine katzenfreundliche Umgebung mit Rückzugsmöglichkeiten, Verstecken und Aussichtspunkten. Zur Gestaltung des Lebensraums für zwei Katzen gehören auf jeden Fall Futter und Wasser mit eigenen Näpfen, Katzentoiletten, die möglichst weit vom Futter entfernt sind, Schlafplätze und ein paar Spielsachen. Bereiten Sie für die Zusammenführung ein separates Zimmer vor.

Beim Einzug der neuen Katze

Bringen Sie den Neuankömmling direkt in das vorbereitete Zimmer, möglichst ohne der bereits heimischen Katze zu begegnen. Ein unvermitteltes Aufeinandertreffen bedeutet Stress für beide und eine Ablehnung wird sehr wahrscheinlich. Daher sollte die neue Katze jetzt Zeit haben, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Versuchen Sie nicht auf die Katze einzuwirken. Sie soll ganz von alleine die neue Umgebung erkunden. Wichtig ist auch, der alteingesessenen Katze in dieser Phase genug Aufmerksamkeit zu schenken.

Zuerst den Geruch der anderen Katze kennenlernen lassen

Katzen haben einen fein entwickelten Geruchssinn. Auch bei geschlossener Tür können sich die Katzen erschnuppern. Geben Sie der neuen Katze ein Stück Stoff oder eine Decke vorsichtig an die Backe und bringen es dann der alteingesessenen Katze.

Füttern und spielen Sie direkt an der verschlossenen Tür, dann lernen beide Seiten den Geruch in Verbindung mit positiven Erlebnissen kennen. Gut ist auch, die Reviere in der ersten, getrennten Phase mehrmals zu tauschen. So können sich beide mit dem Geruch der anderen Katze vertraut machen.

Auf den ersten Blick

Im nächsten Schritt eignet sich ein Gitter ideal, das Sie an der Tür zwischen den Katzenrevieren anbringen. So vermeiden Sie beim ersten Aufeinandertreffen einen zu direkten Kontakt. Dabei können Reaktionen von erster Sympathie über Fauchen und Knurren bis hin zu aggressivem Verhalten auftreten – begrenzen Sie den ersten Kontakt auf wenige Minuten. Wenn es wirklich brenzlig wird und die Katzen zu kämpfen drohen, trennen Sie sie besser vorläufig.

Um die Situation schon im Voraus zu beruhigen, kann man zu synthetisch hergestellten Duftstoffen greifen, die das Wohlbefinden der Katze steigern und das Kennenlernen harmonischer machen können. Solche Duftstoffe senken das Aggressionspotential durch die enthaltenen Mutter-Pheromone und sorgen für ein geborgenes Gefühl.

Kontakt wiederholen

Wichtig sind jetzt vor allem gemeinsame Erlebnisse, Fressen und Spielen – aber immer zuerst in respektvollem Abstand. Nach einer Weile können Sie das gegebenenfalls angebrachte Gitter entfernen. Nun können sich die neuen Freunde bei weiteren, immer längeren Begegnungen intensiv kennenlernen. Dabei kann es schon auch mal Ärger geben, das gehört zum ganz normalen Sozialverhalten. Die jeweiligen Eigenheiten spielen eine große Rolle und bei den Auseinandersetzungen kann es zu richtigen Tatzenhieben kommen. Wenn die Stimmung zu hitzig wird, trennen Sie die Katzen möglichst ruhig und schließen Sie die Türe.

Was tun, wenn es gar nicht klappt?

Es kann vorkommen, dass Katzen trotz aller Vorbereitungen und Bemühungen nicht miteinander zurechtkommen. Wirklich bedenklich wird es, wenn eine Katze ständig hinter der anderen herjagt und sie bedrängt oder sich echte Kämpfe abspielen, die über das übliche Feststellen der Rangordnung hinausgehen.

Wichtig ist aber, zunächst Geduld zu haben. Die Eingewöhnungsphase kann durchaus Wochen und mehrere Monate dauern. Geben Sie nicht zu früh auf. Helfen alle Bemühungen nichts und die Katzen verstehen sich überhaupt nicht, muss ein neues Zuhause für eine der Katzen gefunden werden. Das ist nicht erfreulich, kann aber erforderlich sein – zum Wohl beider Katzen. 

Text: © Kölle-Zoo

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