Steckbrief

Goldhamster

Wissenschaft. NameMesocricetus aureatus
Herkunft Wüste Syriens bei Aleppo
aus Asien, auf dem Seeweg nach Europa und Nordamerika
Körpergröße15 - 18 cm
Alter3 - 4 Jahre
FutterGetreide, Gemüse, Sämereien, Kräuter, Joghurt, Äste zum Knabbern
HamsterheimMindestens 100 x 50 x 50 cm (B x T x H)
HaltungEinzelhaltung im Käfig/ Terrarium, bei 18-26 °C; hohe Einstreu zum Graben; Laufrad, Schlafhäuschen
BesonderheitSchläft tagsüber und ist nachtaktiv; kann bei zu häufiger Schlafstörung bissig werden
Goldhamster

Goldhamster

Mesocricetus aureatus

 Ursprünglich stammt der Goldhamster aus Nord-Syrien und ist in der fruchtbaren aleppinischen Hochebene beheimatet. Dort lebt er in selbst gegrabenen Bauten von bis zu 2,5 m Tiefe, die mit mehreren Ausgängen, Schlafnestern und Vorratskammern versehen sind. Hier verbringt er den ganzen Tag mit Schlafen bis die Dämmerung hereinbricht. Dann begibt er sich auf Nahrungssuche, um im Schutz der Dunkelheit teilweise kilometerlange Strecken zurückzulegen.

Während der wärmeren Jahreszeit legen sich die Tiere in ihren Bauten größere Futtervorräte an, um in den Wachzeiten ihres Winterschlafes ausreichend mit Nahrung versorgt zu sein.

Die natürliche Fortpflanzungszeit der Tiere ist zwischen April und August. Mit einer recht geringen Trächtigkeitszeit von gerade einmal 15-18 Tagen können so in einem Jahr mehrere Würfe zur Welt kommen. Aus der ursprünglichen Fellfärbung in Gold mit weißem Bauch und dunklen Wangenstreifen haben sich unterschiedliche Zuchtformen entwickelt, wie z.B. normal kurzhaarige Tiere, Langhaar- bzw. Angorahamster (Teddy) oder auch der Satinhamster, der seinen Namen durch das seidig glänzende Fell erhalten hat.

Goldhamster sind Einzelgänger und reagieren meist sehr aggressiv auf die Anwesenheit von Artgenossen. Dabei sind vor allem die Weibchen besonders angriffslustig und zeigen auch dem Halter durch heftiges beißen, wann sie nicht gestört werden wollen. Das ist vor allem tagsüber während ihrer Schlafzeit der Fall. Dies kann bei zu häufigem Stören dazu führen, dass sich der Hamster auch in seinen aktiven Phasen nicht mehr anfassen lässt und bissig reagiert. Dadurch kommt es gerade bei Kindern schnell zu Frustration und Interesseverlust am zunächst lieb gewonnenen Haustier. Hamster eignen sich von daher nur bedingt als Heimtier für Kinder und sollten in ihren Ruhephasen auf keinen Fall gestört werden.

Bei richtiger Haltung und genügend Ruhezeiten werden Hamster aber sehr zahm und zutraulich. Beim Greifen mit der Hand sollte darauf geachtet werden, nicht zu schnelle und von oben herab kommende Bewegungen zu machen. Das kann bei den Tieren unnötige Schreck- und Angstsituationen auslösen, denn ihre natürlichen Feinde, wie z.B. Greifvögel und Eulen, fallen sie ebenso von oben her an.

Die ursprünglichen Wüstenbewohner ernähren sich sehr vielseitig von verschiedenen Kräutern, Früchten, Getreide, Samen, frischem Gemüse, aber auch Insekten. Das Nahrungsangebot sollte insgesamt fettarm, ballaststoff- und abwechslungsreich sein. Eine Mengenangabe des Futters ist nur schwer vorzunehmen, doch sollte als kleiner Anhaltspunkt von der Futtermenge am nächsten Tag stets noch ein klein wenig übrig sein. Wichtig bei der Futterwahl ist, dass nicht zu viele Nüsse enthalten sind, da diese besonders viel Fett enthalten. Hamster sind zudem keine reinen Pflanzenfresser und nehmen ab und zu gerne auch ein paar Insekten, frisches Rinderhackfleisch oder auch fettarmen Joghurt, Hüttenkäse oder Magerquark an, um ihren Bedarf an tierischem Eiweiß zu decken. Täglich frisch angeboten werden sollte Grün- und Saftfutter wie Gemüse, Wildkräuter, Keimlinge sowie frische Zweige und Blüten von Obstbäumen. Diese Futtermittel dienen dem Goldhamster vor allem zur Versorgung mit Vitaminen und Flüssigkeit. Von blähenden Futtersorten wie Lauch, Zwiebeln und Kohl ist dringend abzuraten, da die Tiere an den Blähungen sterben können.

Die Einzelhaltung der Tiere ist sehr wichtig und sollte unbedingt eingehalten werden. Versuche der Vergesellschaftung mehrerer Tiere bedeuten nur Stress für die Hamster und führen zu heftigen Revierkämpfen und Angriffen, die auch tödlich enden können. Die Mindestgröße der Behausung sollte 100 x 50 x 50 cm (B x T x H) nicht unterschreiten, wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind. In ihrer wachen Phase sind Hamster sehr aktiv und graben gerne. Deshalb ist eine hohe Einstreutiefe sehr wichtig für die Goldhamster. Zubehör wie z. B. Futternäpfe, Häuschen, das Laufrad sowie Klettermöglichkeiten für die kleinen Nagetiere sollte aus natürlichen Materialien wie Holz und Kork hergestellt sein, damit beim Anknabbern nichts passieren kann. Da der immense Bewegungsdrang der Tiere auch mit recht großen Unterkünften nur schwer gedeckt werden kann, empfiehlt sich ein sicheres, an der Lauffläche geschlossenes Laufrad.

Die Lebenserwartung des Goldhamsters liegt in der Regel zwischen 3 und 4 Jahren, wobei er in artgerechter Heimtierhaltung mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Platz, wenig Stresssituationen und tierärztlicher Versorgung eine deutlich höhere Lebenserwartung erzielen kann.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Kölle-Zoo

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