Steckbrief

Mongolische Wüstenrennmaus

OrdnungNager (Rodentia)
Unterordnung Mäuseartige (Myomorpha)
FamilieWühler (Cricetidae)
UnterfamilieRennmäuse (Gerbllinae)
HerkunftTrockensteppen Zentralasiens
FutterCrispy Lux, Versele Laga
Behausung100 x 50 x 50 cm
nat. LebensweiseIn Familienkolonien
BuchtippHamster, Meerschweinchen, Mäuse:
Schmidt, G., Ulmer Verlag, Stuttgart 1985
Mongolische Wüstenrennmaus

Mongolische Wüstenrennmaus

Und doch keine Maus

Irreführend ist die Bezeichnung "Rennmaus", da die Nager eigentlich mit unserem Feld- und Goldhamster verwandt sind. Die bekannteste und für den Anfänger pflegeleichteste Sorte ist die Mongolische Wüstenrennmaus. Zur Unterfamilie der Rennmäuse gehören weitere Rennmausarten, insgesamt mehr als zehn Gattungen mit über 160 Arten.

Die flinken Tiere stammen aus den Trockensteppen und Halbwüsten Zentralasiens und leben dort in Kolonien in unterirdischen Tunnelsystemen, die bis 1,5 m tief sein können, sie vor Kälte schützen und als Vorratslager für Nahrung dienen, falls der Wohnraum nicht verlassen werden kann. Winterschlaf halten Rennmäuse nicht. Die Kolonien setzen sich stets aus Familienmitgliedern zusammen, die streng getrennt von anderen leben.

Nach übereinstimmenden Literaturangaben stammen alle heute als Haustiere gehaltenen Rennmäuse von wenigen Tieren ab, die 1935 in der Ostmongolei und der Mandschurei gefangen wurden. Die Nachkommen dieser Tiere gelangten über Amerika schließlich nach Europa.

Die munteren Gesellen sind sowohl tag- als auch nachtaktiv, was bedeutet, dass sie über Tag und Nacht verteilt kürzere Schlafphasen halten, jedoch keinen festen Lebensrhythmus haben, der streng zwischen Tag und Nacht unterscheidet. Damit kann der Rennmaushalter sich auch tagsüber an seinen quirligen Mitbewohnern erfreuen und das interessante Verhalten beobachten.

Rennmäuse graben und scharren gerne, was man bei der Einrichtung des Heimes bedenken sollte. Deshalb bietet der Kölle Zoo verschiedene Einstreuarten an, die in Schichten in das Heim getan werden sollten, um diesem Bedürfnis entgegenzukommen. Außerdem sind sie sehr nagefreudig, was man bei der Wahl der Unterbringung berücksichtigen sollte. Es ist überlegenswert, sie in einem gut belüfteten Terrarium zu halten, das keinen Ansatzpunkt zum Nagen bietet.

Um so wichtiger ist die richtige Einrichtung mit vielen Nagemöglichkeiten, die beim Kölle Zoo in reichlicher Vielfalt vorhanden sind. Äste und Steine dienen sowohl dem Nagebedürfnis als auch als erhöhte Aussichtsplätze, die von den neugierigen Gesellen gerne genutzt werden. Am besten verwendet man Steine, die als Aquarienzubehör beim Kölle Zoo erhältlich sind.

Da Rennmäuse weniger klettern, aber sehr gerne und viel laufen, sollte das Heim eine möglichst große Grundfläche besitzen, mindestens 100 x 50 cm. Es muss nicht zu hoch sein, jedoch hoch genug, um eine hohe Einstreuschicht zu ermöglichen - etwa 50 cm. Außerdem ist eine Eckschale mit Badesand wichtig, da sie sich liebend gerne im Sand wälzen. Heu sollte immer zur Verfügung stehen. Es dient als Fressmaterial genauso wie zum Einrichten des Schlafhäuschens, das sie selber gestalten.

Eine Futterschale im Heim ist notwendig, wobei nicht das gesamte Körnerfutter hineingefüllt werden muss, denn die Tiere beschäftigen sich auch gerne mit der Futtersuche, die durch das Verstreuen der Nahrung zum Spiel wird. Als Grundfutter empfiehlt sich eine beim Kölle Zoo erhältliche Trockenfuttermischung, die alle Nährstoffe enthält und die Gesundheit der Tiere fördert. Zusätzlich kann Obst und Gemüse verabreicht werden, jedoch kein Kopfsalat und keine Kohlsorten. Auch als Zusatz und zur Versorgung mit tierischem Protein können ab und zu Insektenlarven gefüttert werden.

Als heißgeliebter Leckerbissen kann von Zeit zu Zeit Kolbenhirse gereicht werden. Eine Trinkflasche als Tränke ist optimal, da das Wasser nicht verschmutzt wie es in einer Schale auf dem Boden geschieht. Rennmäuse trinken sehr wenig, trotzdem müssen sie immer die Möglichkeit der Wasseraufnahme haben.

Rennmäuse bereiten auf vielfältige Weise große Freude. Sie sind von Natur aus nicht aggressiv und beißen niemals böswillig zu, manchmal knabbern sie spielerisch als Zeichen der Zuneigung an der Hand. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass man sie nicht erst zu zähmen braucht, sondern nur an sich zu gewöhnen. Die Tiere haben von Natur aus ein zutrauliches, neugieriges Wesen und sind stets aufgeschlossen für neue Bekanntschaften. Diese Eigenschaft ist für Kinder eine große Freude, die möglicherweise durch die Scheuheit eines anderen Tieres enttäuscht wären.

Die Reinigung des Heimes ist bei Rennmäusen sehr einfach, da sie äußerst wenig Urin abgeben und damit auch fast kein Geruch wahrzunehmen ist. Eine komplette Wechslung der Einstreu ist aufgrund der natürlichen Sauberkeit nur alle zwei bis drei Wochen notwendig.

Die unkomplizierte Pflege und die Zutraulichkeit machen die Haltung von den interessanten Rennmäusen zu einem Vergnügen. Wer auf die Bedürfnisse eingeht und mindestens zwei Tiere hält, kann sich etwa drei bis vier Jahre an ihnen erfreuen.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Kölle-Zoo

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