Steckbrief

Roborowski-Zwerghamster

OrdnungNagetier
Familie Mäuseverwandte
Unterfamilie"Eigentliche Wühler"
GattungHamster
HerkunftMongolei, angrenzende Gebiete Chinas bis an Grenzen Sibiriens
nat. LebensweiseIn bis zu 2,50 m tiefen Bauen
BesonderheitAuch mit Artgenossen zu vergesellschaften
FutterHamsterfutter "Crispy Lux" von Versele Laga als Hauptfutter, Mehlwürmer, Heuschrecken, Heimchen bzw. Hundekuchen, zusätzlich Obst und Gemüse, Vitaminpräparat Orvitol
BuchtippLiebenswerte Hamster - Peter Beck, Kosmos Verlag, Stgt. 1996
Ratten - Georg Gaßner, Ulmer Verlag, Stuttgart 1998
Roborowski-Zwerghamster

Roborowski-Zwerghamster

Der Kleine mit der Riesenpersönlichkeit

Wenn er wach ist, dann richtig! In den Abendstunden wird der Roborowski-Zwerghamster zum putzmunteren Akrobaten und bietet seinem Halter ein überaus amüsantes Schauspiel. Der Kleine ist eben kein typisches Streicheltier, sondern verdankt die Begeisterung für ihn vor allem seinen turnerischen Leistungen.

Zunächst aber zur Geschichte des Zwerghamsters in Menschenobhut, die zwar relativ kurz, aber durchaus interessant ist. Man schrieb das Jahr 1839, als der erste kleine Hamster von dem britischen Zoologen George R. Waterhouse nahe Aleppo im heutigen Syrien entdeckt wurde. Er beschrieb ihn als "goldenen Mittelhamster".

Erst 91 Jahre nach der Erstbeschreibung, im Jahre 1930, fand der Zoologieprofessor Aharoni von der hebräischen Universität Jerusalem wiederum nahe Aleppo einen Bau, aus dem ein Weibchen mit Jungtieren gefangen wurde. Schon nach einem Jahr wurden Nachkommen der Wildlinge zu medizinischen Forschungszwecken nach London abgegeben. 1938 gelangten Hamster ebenfalls als Versuchstiere an das Rockefeller-Institut in den USA. Erst 1940 begannen in Deutschland einige Institute die Hamsterzucht mit aus Amerika importierten Exemplaren. Nach und nach ließ ihr Verwendungszweck als reine Labortiere jedoch nach, und die drolligen Gesellen stiegen auf der Beliebtheitsskala der Heimtiere immer weiter nach oben, mit steigender Tendenz.

Ganz zu Beginn der Hamstergeschichte stand der europäische Feldhamster, auch Schwarzbauchhamster genannt, der mit 25 cm der größte noch lebende ist. Er kommt in Südost-, West- und Mitteleuropa bis nach Asien vor, wurde jedoch aufgrund seiner natürlichen Wehrhaftigkeit und Unzähmbarkeit nie zum Heimtier.

Alle Hamster gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia), zur Familie der Mäuseverwandten (Myomorpha), zur Unterfamilie der "eigentlichen Wühler" (Cricetinae) und zur Gattung der Hamster (Cricetus). Davon gibt es folgende Untergattungen:

  • Großhamster (Cricetus), zu ihnen zählt der bekannte Feldhamster (Cricetus cricetus)
  • Mittelhamster (Mesocricetus), zu denen auch unser Syrischer Goldhamster gehört, der Mesocricetus auratus
  • Zwerghamster wie der Chinesische Streifenhamster (Cricetus criseus), der Dsungarische Zwerghamster (Phodopus sungorus) der Campbells Zwerghamster (Phodopus sungorus campelli) und der Roborowski-Zwerghamster (Phodopus roborowskii), auf den hier näher eingegangen werden soll. Er ist mit 7-9 cm der kleinste und mit 30-35 g auch der leichteste Zwerghamster. Die Tragzeit dauert 19-22 Tage. Die Zahl der Jungen beträgt im Durchschnitt 3-5. Geschlechtsreif werden die Jungtiere mit 30 Tagen.

Wie fast alle Hamster, vor allem Zwerghamster, ist er kein Streicheltier, sondern das ideale Heimtier für alle, die viel Interessantes beobachten wollen. Auch für berufstätige Erwachsene eignet er sich hervorragend, da er ein dämmerungs- und nachtaktives Tier ist und der Halter ihn aus diesem Grund mit gutem Gewissen tagsüber alleine lassen kann. Sein natürliches Habitat liegt in der Mongolei und in den angrenzenden Gebieten Chinas und reicht bis an die Grenzen Sibiriens. Dort lebt er in überwiegend von Dünen durchsetzten ariden Zonen, in denen es im Winter bitterkalt werden kann. Sein etwas längeres Fell ist gelblich bis bräunlich-beige, wird an den Flanken gelb und am Bauch sandfarben. Die Pfötchen sind hell, und über den Augen besitzt er einen weißen Fleck. Sein Schwänzchen bemisst nur 1 cm. Für Hamster als typische Einzelgänger ungewöhnlich, lässt sich der Roborowski-Zwerghamster auch mit Artgenossen vergesellschaften.

In der Natur lebt er in Bauen im Erdreich von Steppen und Halbwüsten. Ein oder mehrere Fallrohre führen in einen tiefen Stollen, der bis zu 2,50 m tief ist. Dieser hat einen Schlaf- und Wohnkessel sowie eine Vorrats- und Klokammer.

Dieses typische Hamsterverhalten legt er auch als Heimtier nicht ab. Seine Backentaschen reichen von der Maulspalte bis an die Schultern und dienen dem Sammeln von Nahrung. Sogar aufmüpfige Hamsterbabies finden darin Platz, falls es notwendig ist, sie vor einer Gefahr zu schützen. Auch als Haustier versteckt der Hamster sein Futter in seinem Revier. Nicht alles sollte in einen Napf gegeben werden, sondern zum Teil verstreut werden, um ihm die natürliche Futtersuche zu ermöglichen.

Überhaupt empfiehlt es sich, das Heim so naturgerecht wie möglich einzurichten. Eine kleine Ecktoilette entspricht der Klokammer im Bau. Außerdem sind zahlreiche Klettermöglichkeiten neben einem Heim mit mehreren Etagen notwendig. So freut er sich über Korkeichen-, Holz- oder Keramikröhren von unterschiedlicher Dicke, Holzspielplätze, raue Steine und Wurzelholz (Aquarienzubehör) sowie Nestkobel aus geflochtenen Bananenblättern oder Hirsestroh. Für jeden Hamstergeschmack ist beim Kölle Zoo das Passende zu finden. Zur Inneneinrichtung gehören außerdem ein Holzschlafhäuschen, Nistmaterial wie Heu und Hamsterwatte, ein Salz- und ein Mineralstein sowie ein Futternapf und eine Nippeltränke. Neben der üblichen Etagenhaltung bietet sich auch ein großes Terrarium an, in welches eine hohe Einstreuschicht zum Graben gefüllt werden kann. Als Einstreu eignen sich Kleintierstreu oder auch Hamsterüberstreu mit verschiedenen Laub-, Rinden- und Tannenzapfenzusätzen.

Die Ernährung sollte möglichst vielseitig sein, und neben dem Hauptbedarf von 60-70% pflanzlicher Kost ist auch ein Anteil tierischen Eiweißes von 30-40% notwendig. Diesen kann man mit Mehlwürmern, Heimchen und Heuschrecken oder aber auch einem Hundekuchen mit Fleischanteil decken. Als Hauptfutter ist eine Komplettfuttermischung für Hamster vom Kölle Zoo zu empfehlen, die alle Nährstoffe enthält. Heu muss als Ballaststofflieferant ständig zur Verfügung stehen. Wie bei allen Aktivitäten des drolligen Roborowski, ist es eine Freude, ihn beim Fressen, das in den Pfoten gehalten wird, zu beobachten.

Wer also ein Tier "zum Sehen gern" hat und ihm ein angemessenes Hamsterleben bietet, kann zwei bis drei Jahre mit dem niedlichen Kobold verbringen.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Kölle-Zoo

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