Natur im Wohnzimmer

Die Faszination eines Koi-Teichs ist auch im Wohnraum realisierbar.  Die Indoor-Haltung  ist insbesondere für Teichliebhaber interessant, die ihre Koi zeitweise oder auch ganzjährig innen halten wollen oder müssen. Gründe für die Innenhaltung können Quarantäne, Überwinterung oder Platzmangel für einen Teich im Außenbereich sein. Auch ein Wintergarten ist hervorragend als Standort für eine Teichoase geeignet. Damit sich die Tiere wohl fühlen, sollten einige Grundvoraussetzungen beachtet werden.

Immer mehr Indoorteiche schmücken Wohnräume

Auf die Größe kommt es an
Die Teichgröße sollte sich an dem Tierbesatz richten, damit sich die Tiere wohl fühlen. So werden für Koi ab 50 cm jeweils mindestens 1.000 Liter empfohlen. Dabei muss das Wachstum der Tiere berücksichtigt werden. Die Teichgröße und der damit verbundene Aufwand für Wasser- und Abwasser, Strom, Tierarzt etc. wirken sich unmittelbar auf die Unterhaltskosten aus und sollten bei der Planung nicht zu knapp einkalkuliert werden.

Dasselbe gilt auch für die Schwimmtiefe, die mindestens 1,50 m betragen sollte. Optimal sind jedoch 2,00 bis 2,50 m. Bei einem Hochpool leidet die Ästhetik zugunsten des Schwimmraums, daher sollte die Teichanlage ganz oder zum Teil im Boden eingesenkt werden, zumal der Blick auf den Teich und dessen Bewohner von oben besser ist.

Zur technischen Ausstattung gehören wie bei einem Außenteich auch bei der Innenhälterung ein oder mehrere Bodenabläufe, Filter und Vorfilter, Pumpe, Skimmer, Sauerstoffversorgung, Frischwasserzulauf, ein Notüberlauf sowie ein Kanalanschluss. Zwar sind Algen bei Indoorteichen selten anzutreffen, jedoch darf aus diesem Grund auf eine UVC-Anlage nicht verzichtet werden. Sie tötet zuverlässig Schwebealgen, aber auch Keime, Bakterien, Sporen und Pilze ab. Durch die geringere Keimbelastung ist der Teich einem geringeren Infektionsdruck ausgesetzt.

Bei diesem Indoor-Koiteich schwimmen auf 45.000 Liter und 2,40 m Schwimmtiefe rund 40 Tiere - darunter ein prachtvoller 98 cm Mukashi Ogon.

Ins rechte Licht gerückt
Dem Licht muss aus zweierlei Gründen große Bedeutung beigemessen werden:  Zum einen ist Licht für die Farbentwicklung und das Wohlbefinden der Koi unentbehrlich, zum anderen haben die Tiere einen Rhythmus, dem man mit Sonnenlicht auf die beste und zugleich günstigste Art gerecht wird. Optimal ist die Integration des Teichs in den Wintergarten. Hier kann das Sonnenlicht einströmen und es bedarf in der Regel keiner zusätzlichen künstlichen Lichtquellen. Ansonsten empfehlen sich je nach Budget T5-Leuchtstoffröhren, HQI-Lampen oder der Einsatz von LED-Technik.

Wo Licht ist, sollte auch Schatten fallen, das gilt auch für Indoorteiche, die natürlichem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Neben Jalousien, Sonnensegeln und Schwimminseln bilden Brücken, Terrassen und Stege angenehme Schattenspender.

In Zusammenarbeit mit einer Architektin aus dem hessischen Altenstadt wurde ein harmonisches Lichtkonzept ausgearbeitet

Luftig statt duftig
Was Feuchtigkeit und Gerüche angeht, gilt die Devise „Vorsorge statt Nachsorge!“. Regelmäßige Wasserwechsel sind das A und O in Sachen Geruchsvermeidung. Damit Feuchtigkeit nicht zu tropischem Klima und Schimmelbefall in den eigenen vier Wänden führt, sollte dieser Punkt detailliert in der Planungsphase berücksichtigt werden. Spätere Umbaumaßnahmen bringen einen enormen zeitlichen und finanziellen Aufwand mit sich.

Bei der Vermeidung und Beseitigung von Feuchtigkeit führen verschiedene Wege zum Ziel. Den Grundstein bildet eine gute, solide Isolierung. Vorbeugend sollte die Raumtemperatur durch Heizleistung stets etwa ein bis zwei Grad über der Wassertemperatur liegen. Wer auf Nummer sicher gehen will, installiert besser eine professionelle Entfeuchtungsanlage. Diese saugt ab einem definierten Sollwert die feuchte Luft ein, filtert sie und führt trockene Luft wieder in den Raum ab, während das gesammelte Kondenswasser in die Kanalisation abgeleitet wird. Entlüftungsgeräte sind zwar nicht so effizient wie eine professionelle Entfeuchtungsanlage, dafür sind sie relativ kostengünstig. Sie reagieren ab einem bestimmten Sollwert und leiten feuchte Luft nach draußen. Leider wird dabei auch immer etwas Raumwärme abgeführt.

Zu guter Letzt…Vor Baubeginn sollte mit der Gebäude- oder Hausratversicherung auch die Regulierungsfrage im Falle eines Wasserschadens geklärt sein. Daher ist es sinnvoll, die Verträge auf Aktualität und Versicherungsschutz zu prüfen. Oftmals werden Indoorteiche wie Aquarien versichert und im Schadensfall entspricht ein ausgelaufener Teich einem Leitungswasserschaden.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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