Steckbrief

Bartagame

FamilieAgamen, Agamidae
VorkommenAustralien
PflegeIm Terrarium als Anfängertiere geeignet, werden sehr zutraulich
TemperaturTagsüber: 25-33 °C
Lokal: bis 45 °C
Nachts: 18-22 °C
Größe30-60 cm 
Alter6-15 Jahre 
FutterVegetarisch und Futtertiere
Bartagame

Bartagame

Pogona vitticeps

Die Heimat der Bartagame sind niederschlagsarme, trocken-heiße Savannen und Wüsten mit Buschbewuchs im Binnenland Südost-Australiens. Pogona vitticeps kann über 50 cm Gesamtlänge erreichen, wobei die Kopf-Rumpflänge bis 25 cm betragen kann, der Rest, etwas mehr als die Hälfte, entfällt auf die Schwanzlänge. Es empfiehlt sich die paarweise Haltung in einem großflächigen Trockenraumterrarium mit mindestens 100 cm bzw. 120 cm - je größer desto besser - mit grobem Flusssand als Bodengrund, Korkröhren als Versteckhöhlen, Wurzeln und/oder Steinen als Aussichtsplätze. Lufttemperatur bis 30 °C, lokaler Sonnenplatz (z.B. hervorragend geeignet 125 W HQL Leuchte) 45-50 °C. Luftfeuchtigkeit gering, jedoch einmal täglich abends etwas sprühen.

Das Futter besteht bei Jungtieren aus ca. 70 % Insekten, z.B. Heimchen, Grillen oder Schaben aus dem Zoofachhandel und 30% pflanzlicher Nahrung z.B. Löwenzahn, verschiedene Gemüse, Keimlinge und Obst. Bei erwachsenen Tieren kann der Grünfutteranteil bis zu 50 % betragen.

Bartagamen werden sehr zutraulich und zahm. Die gut zu pflegende Art kann auch Terraristikeinsteigern empfohlen werden. Bartagamen können über 20 Jahre alt werden und sind sehr fruchtbare Tiere, deren Zucht relativ einfach ist. Die Tiere sind schnellwüchsig und können bereits mit 2 Jahren ihre Endgröße erreicht haben.

Terrarieneinrichtung:
Als Bodengrund hat sich grober Flußsand oder feiner Kies bewährt. Die Bodenpartikel müssen immer rundkörnig sein, damit zufällig mit der Nahrung verschluckte Teilchen nicht zu innerlichen Verletzungen führen. Der Großteil des Bodens kann auch von fester Beschaffenheit sein, was z.B. durch Einrichtungsgegenstände und eingelegte Steinplatten erreicht wird.

Mit Steinen, Wurzeln und Korkröhren wird das Terrarium zudem strukturiert, und die Agamen nützen diese als Sonnen- und Aussichtsplätze sowie als Rückzugsmöglichkeiten. An den Rück- und Seitenwänden des Terrariums können mit Felsimitationen, selbst gebastelten Kunstfelsen oder Korkplatten weitere Aufenthaltsplätze geschaffen werden. In einer Wasserschale sollte täglich frisches Wasser angeboten werden. Stachellose Sukkulenten oder Kunststoffpflanzen können das Terrarium für den "Pfleger" optisch etwas aufwerten.

Terrarientechnik:
Die Terrarientechnik muß sich natürlich immer nach den Bedürfnissen der Pfleglinge richten und ist abhängig von der Terrariengröße und der Raumtemperatur im Terrarienzimmer. Bartagamen sind tagaktive Trockengebietsbewohner "Sonnenanbeter", sie verbinden Wärme mit Licht und reagieren auf von oben kommende Sonneneinstrahlung. Deshalb sollte die Wärme bevorzugt über Strahler und die Beleuchtung zugeführt werden. Sie benötigen neben lokalen Sonnenplätzen mit bis zu 50 °C auch hohe Luxwerte. Dazu eignen sich für die hohen, großflächigen Terrarien der erwachsenen Exemplare am besten wattstarke HQI- oder HQL-Lampen, für kleinere Terrarien der Jungtiere eignen sich 50 - 80 W HQL-Lampen hervorragend. Mittels Heizmatten oder -kabel kann ein Teil des Terrarienbodens (normalerweise nicht mehr als die Hälfte der Grundfläche) ausgelegt werden, um die Grundtemperatur in kühlen Räumen zu erhöhen und zur Unterstützung der Strahler bei der Erzeugung hochtemperaturiger lokaler Wärmespots. HQI- und HQL-Lampen geben zudem auch etwas UV-Licht ab, weshalb sie so installiert werden sollten (z.B. innerhalb des Terrariums über Drahtgaze oder über einer Aussparung im Glasdeckel), daß ihre UV-Strahlung nicht vom Terrarienglas absorbiert wird. Zur Ausleuchtung des übrigen Terrariums werden hochwertige Leuchtstoffröhren (Biolux, Tageslicht) eingebaut.

Was wichtiger für die Vitalität und die optimale Ausfärbung der Reptilien ist, UV-Licht oder Luxzahlen, d.h. Lichtintensität, wird in Fachkreisen noch immer kontrovers diskutiert. Unumstritten ist, dass UV-Licht die Bildung von Vitamin D3 in der Haut anregt , welches nicht nur im Kalziumstoffwechsel (Antirachitische Wirkung) eine wichtige Rolle spielt. Eine Vitamin-D-Versorgung kann über Vitaminzusätze (z.B. Nektonprodukte) bei der Fütterung erfolgen oder über Bestrahlung. Zur optimalen UV-Lichtversorgung und Erzeugung hoher, punktueller Luxwerte kann deshalb in hohen Terrarien zudem ein UV-Strahler (z.B. 300 W Osram-Ultravitalux oder andere baugleiche Lampen) in Abstand von 80 - 100 cm im Terrarium eingebaut werden. Dessen Bestrahlungsdauer kann allmählich in kleinen Schritten auf bis ca. 1 Stunde täglich hochgefahren werden. Ist der Einbau nicht möglich, müssen die Tiere unter Einhaltung des gegebenen Abstandes gezielt bestrahlt werden.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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