Steckbrief

Goldbaumsteiger

FamilieDendrobatidae (Baumsteigerfrösche)
VorkommenLateinamerika, Costa Rica, Panama, Kolumbien
PflegeUngiftige Nachzuchten gut für Anfänger geeignet
GrößeWeibchen bis 4 cm, Männchen kleiner
Alter6-8 Jahre
TemperaturTag:  20-28 °C | Nacht: Zimmertemperatur
NahrungInsekten, Würmer, Bodenameisen, Milben, Springschwänze, Raupen
BesonderheitenJe nach Population unterscheiden sich die Tiere stark anhand der Färbung
BuchtippFrösche, Dost, Uwe (2004), Ulmer Verlag Stuttgart-Hohenheim
Goldbaumsteiger

Goldbaumsteiger

Dendrobates auratus

Was wir bis jetzt wissen, besitzt der Goldbaumsteiger ein ziemlich großes Verbreitungsgebiet, das sich vom äußersten Süden Nicaraguas bis nach Nordkolumbien erstreckt. Hier lebt er als Bodenbewohner in der recht trockenen Fallaubschicht von Regenwäldern bis in 800 m Höhe, besiedelt aber auch naturbelassene Gärten und verwilderte Plantagen, zum Beispiel verlassene Kakaoplantagen.

Vom Goldbaumsteiger gibt es mehrere Lokalformen mit unterschiedlichen Endgrößen, wobei die Spanne von knapp 3 cm bis zu 6 cm reicht. Ausgewachsene Männchen bleiben in der Regel etwas kleiner und vor allem schlanker als die Weibchen. Sein Name Goldbaumsteiger (lateinisch auratus = golden) stammt von der braun-goldenen Lokalform einer vor Panama gelegenen Insel. Am häufigsten angeboten werden jedoch grün-schwarz gefärbte Fröschchen, bei denen je nach Fundort der Grün- oder Schwarzanteil überwiegt. Daneben finden sich noch zahlreiche Lokalformen mit zum Teil deutlichen Farbabweichungen, z.B. mit blauen, braunen, bronzenen oder fast weißen Zeichnungselementen.

Baumsteiger, die man ja auch Pfeilgiftfrösche nennt, fressen hauptsächlich kleine und kleinste Futtertiere wie z.B. Springschwänze, Microheimchen oder Fruchtfliegen, die man ganzjährig im Kölle-Zoo beziehen kann. Aber vor ihrer Verfütterung sollte man sie mit Vitamin-Kalkpräparaten einstäuben, um ihren Nährwert zu erhöhen.

Goldbaumsteiger (Dendrobates auratus) pflegt man paarweise oder in kleinen Gruppen im Regenwaldterrarium.

Als Bodengrund eignen sich Torfplatten oder Terrarienerde, abgedeckt mit Rindenstücken, flachen Steinen, Moospolstern und/oder Wald(Eichen)laub. Eine schöne Kletterwurzel, eine Wasserschale und ein "Ablaichhäuschen", z.B. eine halbierte Kokosnußschale oder ein Blumentopf mit froschgerechter Einstiegsöffnung, komplettieren die Einrichtung. Als Bepflanzung kann man unter anderen Bromelien oder Ficus-pumilus-Stöckchen im Terrarium einsetzen.

Im Terrarium dürfen die Temperaturen tagsüber zwischen 24-30 °C schwanken und können nachts auf Zimmertemperatur von 20-22 °C zurückgehen. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber um 80 % liegen und nachts etwas ansteigen. Trotz der hohen Luftfeuchtigkeitswerte sollten im Terrarium auch trockenere Stellen vorhanden sein. Zur milden Bodenerwärmung und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit empfiehlt sich der Einsatz einer schwachen Bodenheizung. Sehr vorteilhaft auf das Wohlbefinden und den Allgemeinzustand der Fröschchen wirkt der Einsatz von etwas UV-Licht abgebenden Leuchtmitteln, z. B. speziellen Leuchtstoffröhren für Terrarien oder in größeren Terrarien HQL-Lampen. Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen können auch Ultraschall-Luftbefeuchter, die in regelmäßigen Intervallen betrieben werden, gute Dienste leisten. In größeren Terrarien kann man zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zudem kleine Eckwasserfälle oder pumpenbetriebene Bachläufe einbauen.

Die Nachzucht des Goldbaumsteigers im Terrarium ist nicht sonderlich schwierig; sie pflanzen sich das ganze Jahr über fort. Der Ruf des Männchens ist nur ein sehr leises Schnarren, das leicht überhört wird. Ein Gelege kann bis zu zehn Eier enthalten. Es wird vom Männchen regelmäßig bewässert bis die Larven schlüpfen. Nach etwa zwei Wochen kommt der Zeitpunkt des Schlüpfens. Dann setzt sich das Männchen auf das Gelege und wartet, bis sich die Larven auf seinem Rücken festheften, damit es sie dann einzeln auf geeignete Wasserstellen verteilen kann. Bei künstlicher Aufzucht sollte man die Kaulquappen ebenfalls besser einzeln halten, weil es sonst zu Beschädigungen oder gar Kannibalismus kommen kann. Die Kaulquappen fressen problemlos alle Sorten von Fischfutter, sowohl Frost- als auch Flockenfutter. Nach 2-3 Monaten erfolgt bei einer Wassertemperatur um 23 °C die Metamorphose von der Kaulquappe zum Jungfrosch und damit der Übergang zum Landleben. Bereits nach einem 3/4 Jahr können die Jungfröschchen bei guter Fütterung geschlechtsreif werden.

Der Goldbaumsteiger ist ein farblich sehr ansprechender Pfeilgiftfrosch und zudem sehr robust. Deshalb kann man diesen Pflegling selbst Terraristik Einsteigern empfehlen.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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