Steckbrief

Grüne Wasseragame

FamilieAgamen, Agamidae
VorkommenSüdostasien
Pflege Recht gut zu pflegende, nicht komplizierte Art, benötigt jedoch viel Platz und großen Wasseranteil
GrößeBis 80 cm, selten größer
FutterVerschiedene Wirbellose, kleine Wirbeltiere, auch Obst und Gemüse
BuchtippWasseragamen
Werning, Heiko (1995), Schmidt Verlag, Münster
Grüne Wasseragame

Grüne Wasseragame

Physignathus cocincinus

Die Grüne Wasseragame sieht dem Grünen Leguan sehr ähnlich, vor allem die Jungtiere werden von Terraristikneulingen oft verwechselt. Sie erreicht aber eine deutlich geringere Endgröße als der Grüne Leguan, weshalb die "Wasserdrachen" bei Terrarianern beliebt sind. In der Gattung Physignathus kennen wir nur zwei Arten, nämlich die in Südostasien beheimatete Grüne Wasseragame, Physignathus coconcinus, und die in Australien lebende Australische Wasseragame, Physignathus lesueurii.

Das Verbreitungsgebiet der Grünen Wasseragame reicht auf dem südostasiatischen Festland von Südchina über Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha bis nach Vietnam. Meist stammen die im Handel angebotenen Tiere aus Thailand.

Wasseragamen leben hauptsächlich in Wassernähe in Tieflandregen- und Feuchtwäldern. Sie bevorzugen dicht bewachsene Ufer entlang der Gewässer. Sie sonnen sich gern auf über das Wasser ragenden Ästen, von denen sie sich bei Gefahr als gewandte Schwimmer einfach ins Wasser fallen lassen und sich dann tauchend in Sicherheit bringen. Sie klettern hervorragend, gehen aber zur Nahrungssuche auch auf den Boden.

In Südostasien bringt der Monsun von Mitte Mai bis Oktober viel Regen, während es die restliche Zeit recht trocken ist. Aber die Luftfeuchtigkeit ist auch in der Trockenzeit hoch und schwankt im Jahresverlauf zwischen 70 und 100% bei einer mittleren Temperatur von 25-30 °C. Im nördlichen Verbreitungsgebiet ist es im Winter deutlich kühler mit einer Durchschnittstemperatur im Januar von 17 °C.

In der Regel erreichen Grüne Wasseragamen im Terrarium eine Gesamtlänge bis zu 80 cm, möglicherweise maximal 100 cm. Davon fallen rund zwei Drittel auf den Schwanz, so dass die Kopf-Rumpf-Länge eines ausgewachsenen Männchens 30 cm nicht übersteigt. Männchen sind deutlich bulliger gebaut als Weibchen, und ein ausgewachsenes "Prachtmännchen" kann 600 g wiegen, während die Weibchen es auf höchstens die Hälfte bringen. Jungtiere messen beim Schlupf etwa 14-16 cm. Sie können bereits nach einem halben Jahr 35-40 cm messen und nach einem Jahr mit 60 cm fast die Länge ihrer Eltern erreichen - mit zunehmendem Alter werden die Agamen - vor allem die Männchen, immer massiger, wohingegen der Größenzuwachs kaum mehr auffällt.

Wasseragamen sind in der Natur nicht besonders wählerische Räuber, die neben diversen Insekten, Krebstieren, Muscheln und Würmern auch Fische, kleine Echsen, Kleinsäuger und Vögel erbeuten. Im Terrarium nehmen sie auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten, doch besitzt jedes Tier seine eigene Vorzugsnahrung und frißt nicht alle der aufgezählten Futtersorten.

Die Zucht und Aufzucht der Wasseragamen ist im Terrarium durchaus möglich. Hierzu fragen Sie am besten bei unserem Experten im Kölle-Zoo nach.

Entsprechend dem Gutachten über die Mindestanforderungen zur Haltung von Reptilien vom 10.01.1997 wird für ein Paar Wasseragamen eine Mindestgröße des Terrariums von 4:3:5 oder 5:3:4 bezogen auf die Kopf-Rumpf-Länge gefordert. Bei 30 cm Kopf-Rumpf-Länge müsste das Terrarium wenigstens 120 x 90 x 150 cm oder 150 x 90 x 120 cm groß sein. Seiten- und Rückscheiben des Terrariums verkleidet man am besten mit Korkplatten oder mit aus Styropor und Kunstharz modellierten "Kunstfelsen" ausgestattet. Das verhindert, dass erschreckte Agamen bei panischer Flucht sich die Schnauzen am Glas einrennen und ernsthafte Verletzungen davontragen. Das gilt vor allem für die Pflege von Wildfängen, denn Nachzuchten werden in der Regel sehr ruhig und zahm.

Wichtig ist der Einbau eines großen, leicht zu reinigenden Wasserteils im Terrarium, da die Tiere sehr gern baden. In kleine Aufzuchtterrarien kann man herausnehmbare Wasserschalen stellen. In Terrarien mit großen Exemplaren empfiehlt sich bei fest eingebauten Wasserbecken ein Bodenablaß, um eine leichte, vollständige Reinigung des Wasserteils zu ermöglichen. Ein Kletterast, der über den Wasserteil ragt, sollte ebenfalls vorhanden sein. Als Bodengrund kann man verschiedene natürliche Substrate einbringen, doch verunreinigen Erde-Sand-Gemische schnell den Wasserteil. Feste Unterlagen, z.B. Kunstfels, Steinplatten, auch Kunstrasen oder grobe Kieselsteine werden meist bevorzugt. Für Wasseragamen kommen nur robuste lebende Pflanzen in Frage, wie Yuccapalmen oder Monstera, aber auch Kunstpflanzen. Zum Erreichen günstiger Luftfeuchtigkeitswerte sollte morgens und abends einmal kräftig gesprüht werden.

Um in einem Terrarium Tagestemperaturen von 25-30 °C zu erzielen, legt man auf der Hälfte des Bodens je nach Terrariengröße entweder Heizmatten (in kleineren Terrarien) oder Heizkabel (in großen Terrarien) aus. Dabei verlegt man die Heizquellen so, daß bei Wasseragamen auch der Wasserteil etwa auf 25 °C erwärmt wird. Für jedes Tier sollte man einen lokalen Wärmeplatz mit Temperaturen zwischen 35-40 °C vorsehen. Dazu eignen sich sehr gut HQL-Lampen. Die neben viel Licht und Wärme auch etwas UV-Licht abgeben. Fernen eignen sich hervorragend HQI-Strahler. Auch mit Neon-Röhren kann man das Terrarium ausleuchten. Allerdings müssen dann zusätzlich Spotstrahler für Sonnenplätze angebracht werden. Um rachitischen Skelettveränderungen vorzubeugen, sollten die Tiere mit UV-Lichtleuchtmitteln, z.B. Osram Ultra Vita Lux 300 W täglich bis zu 30 Minuten aus 1 m Abstand, bestrahlt werden. Saisonale Klimaschwankungen, wie sie in der Natur auftreten, müssen zur erfolgreichen Pflege und Zucht nicht nachgeahmt werden.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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