Steckbrief

Halsbandleguan

FamilieLeguane; Iguanidae
VorkommenSüdwesten der USA und Mexiko
GrößeBis zu 35 cm
Alter> 6 Jahre
PflegeMittel. Halsbandleguane sind keine Echsen für den absoluten Anfänger, da sie bei zu geringer UV-Beleuchtung und nicht ausreichender Supplementierung mit Mineralstoffen schnell zu Knochenerkrankungen neigen.
TemperaturBoden 35-45 °C
Lokale Sonnenplätze bis 50 °C 
Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur
FutterInsekten, kleinen Wirbeltieren sowie gelegentlich Blüten, Blättern und Obst
VergesellschaftungVergesellschaftung mit Chuckwallas, größeren Stachelleguanen, Wüstenleguanen und Leopardleguanen möglich. Auf Größe achten, Echsenfresser!
Halsbandleguan

Halsbandleguan

Crotaphytus collaris

Halsbandleguane der Gattung Crotaphytus sind in der Terraristik sehr beliebt. Sie zeichnen sich durch ihr attraktives Äußeres, einer relativ einfachen Haltung, ihrer Neugier und Zahmheit aus. So sind sie auch für den Einsteiger gut geeignet.

Verbreitung:
Die am meisten gehaltene Nominatform Crotaphytus collaris collaris bewohnt das Buschland in Gebirgen der südlichen USA sowie im nördlichen Mexico. Dort kommen die Tiere ausschließlich dort vor, wo auch genügend Felsen vorhanden sind. Diese Gebiete sind einer sehr hohen Sonneneinstrahlung ausgesetzt und weisen einen recht großen Tag-Nacht-Temperaturunterschied auf.

Während die Temperaturen im Sommer auf über 50 °C steigen können, fallen sie im Winter auf bis zu -40 °C. Auf Grund der extremen Temperaturen halten Halsbandleguane in der Natur neben einer Winterruhe oft auch eine Sommerruhe.

Beschreibung:
Mit 30-45 cm Gesamtlänge zählen diese Leguane eher zu den mittleren Arten. Der größte Teil fällt mit etwa 2/3 auf den sehr langen Schwanz. Je nach Unterart besitzen die sehr ansprechend gefärbten Männchen eine blaue, grüne, graue und gelbe Färbung. Die graubraun gelblichen Weibchen sind dagegen schlicht gefärbt und bleiben auch kleiner.

Beide tragen auf der Körperoberseite Flecken und besitzen lange Hinterbeine, mit denen sie größere Sprünge machen können. Typisch ist das schwarze Doppelhalsband, welches ihnen den Namen gab.

Die Geschlechter lassen sich relativ einfach unterscheiden. Die Männchen besitzen einen breiteren Kopf und eine wesentlich kräftigere Färbung. Um allerdings gerade bei semi- und subadulten Tieren das Geschlecht sicher zu bestimmen, sollte man die Echsen von unten betrachten. Beim Männchen befindet sich im Bereich der Schwanzwurzel eine durch die Hemipenistaschen hervorgerufene deutliche Verdickung, die beim Weibchen fehlt.

Haltung und Zucht im Terrarium:
Da es sich beim Halsbandleguan um eine äußerst agile Art handelt, sollte das Terrarium für ein Pärchen eine Mindestgröße von 120 x 60 x 60 cm aufweisen. Dieses sollte nach Möglichkeit aber unbedingt größer gewählt werden!

Als Einrichtung dienen Steine in verschiedenen Größen, die gut befestigt werden müssen, um ein Um- und Einstürzen zu verhindern. Diese stellen auf Grund des natürlichen Lebensraumes den größten Teil der Terrarieneinrichtung dar. Es können auch Felsimitate verwendet werden, die wesentlich leichter und gefahrloser sind. Flächen, welche nicht mit Steinen bedeckt sind, füllt man am besten mit einem Sand-Erde-Gemisch.

Neben geeigneten und ausreichend vorhandenen Versteckplätzen darf eine nicht zu tiefe Wasserschale auf keinen Fall fehlen. Als Bepflanzung dienen zum Beispiel Sukkulenten oder andere Gewächse aus Trockengebieten, die von den Leguanen nicht gefressen werden. Giftige Pflanzen sollten nicht verwendet werden. Ansonsten können auch ohne Probleme Kunstpflanzen verwendet werden.

Beleuchtet wird das Terrarium neben einem oder mehreren leistungsstarken Spotstrahlern mit einer UV-Lampe, die im Spektrum einen UVB-Gehalt von 8 % und UVA-Gehalt von 30 % aufweisen sollte. Ein Teil des Terrariums sollte zusätzlich mit einer Heizmatte beheizt werden, um den Leguanen zusätzliche Aufwärmfläche zu bieten. So bringt man die Tagestemperaturen auf ca. 28-32 °C (unter einem Spot bis zu 45 °C) und lässt sie nachts auf mindestens 18 °C absinken. Für ein Temperaturgefälle muss gesorgt werden, um den Tieren kühlere Rückzugsmöglichkeiten zu schaffen.

In der Fütterung sind Halsbandleguane wenig wählerisch. Gefressen wird praktisch alles, was ins Maul passt. Im Terrarium eignen sich die üblichen Futterinsekten wie Heuschrecken, Grillen und Schaben. Adulten Tieren kann ab und zu auch eine Babymaus gereicht werden. Von vielen wird auch gerne pflanzliche Kost, zum Beispiel Salat, aufgenommen.

Die Fütterung sollte im Abstand von zwei bis drei Tagen erfolgen. Einmal wöchentlich wird das Futter mit einem Vitamin-Mineralpräparat angereichert. Zusätzlich sollten in einer kleinen Schale Stückchen aus Sepia (für Vögel) gegeben werden, damit der Kalziumbedarf gedeckt werden kann. Dies ist besonders bei trächtigen Weibchen und Jungtieren sehr wichtig, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Einmal täglich muss die Einrichtung des Terrariums übersprüht werden, damit die Echsen das Wasser von der Dekoration lecken können und so der in der Natur vorhandene Morgennebel imitiert werden kann. Allerdings muss das Terrarium nach 2-3 Stunden wieder vollständig abgetrocknet sein.

Um Halsbandleguane erfolgreich zu züchten, muss den Tieren eine Winterruhe von zwei bis drei Monaten bei 5-10 °C geboten werden. Nachdem die Temperatur im Frühjahr Schritt für Schritt wieder hochgefahren wurde und die Tiere gut und abwechslungsreich gefüttert wurden, beginnen diese in der Regel mit der Paarung. Nach einer Tragzeit von 10 Wochen legen die Weibchen 6-7 Eier an einer geeigneten Stelle im Terrarium. Hierfür sollten mehrere mit feuchter Erde gefüllte Eiablageboxen zur Verfügung gestellt werden. Meist folgt dem ersten später noch ein zweites Gelege.

Die Eier überführt man sicherheitshalber in einen Inkubator. Bei 28-32 °C schlüpfen die Jungtiere nach etwa 45-65 Tagen. Diese hält man getrennt von den Alttieren in kleinen Terrarien, deren Einrichtung der der Großen entspricht.

Gefüttert wird mit entsprechend kleinen Grillen und Heimchen, wobei eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien für das Wachstum sehr wichtig ist. Diese sollten jeder Fütterung hinzu gegeben werden. Natürlich darf auch hier eine Bestrahlung mit UV-Licht auf keinen Fall fehlen.

Die kleinen Halsbandleguane können schon nach einem Jahr die Geschlechtsreife erlangen und über 15 Jahre alt werden.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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