Steckbrief

Jemenchamäleon

FamilieChamäleon, (Chamaeleonidae) Chamaeleontidae
VorkommenSüdliche arab. Halbinsel von der Asir-Provinz Saudi-Arabiens bis nach Aden im Jemen
Größe Männchen bis max. 60 cm, durchschn. 30-40 cm; Weibchen bis 45 cm aber auch oft kleiner
Temperatur25-35 °C unter Wärmespot bis 45 °C
PflegeFür Chamäleon-"Neulinge" geeignet. Wichtig ist, auf eine ausreichende Wasserversorgung zu achten.
FutterInsekten, Gliedertiere, Schnecken, junge Blätter, frische Triebe, weiches Gemüse und Obststückchen
Jemenchamäleon

Jemenchamäleon

Chamaeleo calyptratus

Das Verbreitungsgebiet des Jemenchamäleons ist die südliche arab. Halbinsel von der Asir-Provinz Saudi-Arabiens bis nach Aden im Jemen. Sein Lebensraum umfasst vor allem die vegetationsreichen Wadis an der Westseite des Küstengebirges, sehr häufig in einem feuchten Hochtal (1200-2000 m ü. NN) zwischen Taizz und Ibb im Jemen. Daneben gibt es aber auch einzelne Populationen meist ebenfalls in Wadis mit Wasserführung in den trockenen, zentralen Hochebenen. Im feuchten Hochtal von Ibb herrscht subtropisches bis tropisches Klima mit zwei Regenzeiten pro Jahr. Die Tiere leben auf Bäumen (z.B. Akazien), Sträuchern, Sukkulenten (Wolfsmilchgewächse) aber auch auf Nutzpflanzen in Feldern (Mais) und zum Teil sogar auf dem Boden. Nachts schlafen sie an den Enden von Ästen, in Gegenden mit starker Nachtabkühlung aber auch schon mal in Rinnen und Spalten am Boden oder zwischen der Bodenvegetation.

Meist ist die Haltung nur einzeln in "Standardterrarien" (die Tiere besitzen kein erhöhtes Frischluftbedürfnis) möglich. In großen Terrarien oder Wintergärten ist evtl. die Paarhaltung bzw. mit mehreren Weibchen möglich. Terrarium mit kräftigen Pflanzen und Kletterästen ausstatten, als Bodensubstrate eignen sich Sand oder Sand-Erdmischungen. Auch die freie Haltung im Zimmer, z.B. im Blumenfenster, ist möglich, dann jedoch auf regelmäßige Wasseraufnahme (z.B. mit Pipette tränken) achten. Die Temperatur im Tagesverlauf sollte um 25-35 °C liegen, am lokalen Sonnenplatz sogar bis 45 °C. Nachts ist eine Abkühlung auf Zimmertemperatur günstig. Im Winter können die Temperaturen etwa 5-8 °C niedriger liegen.

Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sorgen, die am Tag um 40-50 % liegen und nachts auf 80 % ansteigen sollte. Es empfiehlt sich daher täglich morgens und abends kräftig zu sprühen.

Das Jemenchamäleon ist eine gefräßige Echse, die bei reichlicher Fütterung leicht verfettet. Es frißt verschiedene Insekten, Gliedertiere, Schnecken, in freier Natur auch kleine Echsen und Kleinsäuger. Es verschmäht aber auch pflanzliche Kost wie z.B. Junge Blätter, frische Triebe, weiches Gemüse und Obststückchen nicht, wobei aber jedes Tiere oft ganz individuelle Nahrungsvorlieben ausbildet.

In freier Natur erstreckt sich die Paarungszeit von September bis Oktober, im Terrarium ist die Nachzucht aber ganzjährig möglich. Paarungsbereite Weibchen verändern ihre Färbung beim Zusetzen des Männchens nicht. Innerhalb von 3-4 Tagen kommt es zu mehreren Kopulationen bis dann das Weibchen durch eine charakteristische Färbung ihre Trächtigkeit anzeigt und weitere Annäherungen abwehrt. Bei ausreichender Fütterung kommt es etwa nach einem Monat zur Eiablage. Das Gelege umfasst 12-93, durchschnittlich 30-40 Eier. Die besten Brutergebnisse werden nicht bei konstant hohen Temperaturen, sondern bei Nacht-Tag-Schwankungen der Bruttemperatur zwischen 20-30 °C und nicht zu feuchtem Brutsubstrat erzielt.

Die Jungen schlüpfen dann nach etwa 200 Tagen zu fast 100 %, sind recht kräftig und messen bis zu 7 cm. Auch die Aufzucht in kleinen Gruppen bereitet keine Probleme wenn die Temperatur etwas tiefer (tagsüber bis 28 °C, nachts um 22 °C) als bei den Eltern gehalten wird. Die sehr schnellwüchsigen Jungen können bei überreichen Futtergaben bereits nach 3-4 Monaten geschlechtsreif werden, allerdings ist eine langsamere Aufzucht besser um Erkrankungen (z.B. Rachitis oder Fettleber) zu vermeiden.

Inzwischen in der Terraristik weitverbreitet, wird das Jemenchamäleon regelmäßig in großen Stückzahlen nachgezogen. Es ist ein schönes, imposantes Chamäleon, das auch Neulingen auf dem Gebiet der Chamäleonpflege empfohlen werden kann. Die Geschlechtbestimmung ist einfach, bereits beim Schlupf tragen die Männchen kleine Fersenhöcker/sporne am Hinterbein. Falls Sie nun Geschmack an diesem Pflegling gefunden haben, fragen Sie unseren Experten im Kölle-Zoo.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

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