Steckbrief

Lawsons Zwergbartagame

FamilieAgamen (Agamidae)
VorkommenZentrales und nordwestliches Queensland (Australien)
PflegeSie sind tagaktiv und werden häufig sogar handzahm.
Zudem stellen sie keine besonders hohen Anforderungen an ihre Umgebung.
Dies macht sie auch geeignet für Anfänger. 
Größe30 cm
AlterÜber 10 Jahre
FutterOmnivor (pflanzlich und tierisch)
z.B. gemischtes Grünfutter aus Gemüse und Obst und Insekten
Lawsons Zwergbartagame

Lawsons Zwergbartagame

Pogona henrylawsoni

Bartagamen zählen seit vielen Jahren zu den beliebtesten Terrarienpfleglingen. Ihr ruhiges Wesen, ihre enorme Zutraulichkeit und ihre große Anpassungsfähigkeit haben ihnen zu einem weltweiten Siegeszug verholfen. Bartagamen können als die klassischen Einsteigereptilien bezeichnet werden und standen schon häufig am Anfang mancher terraristischer Karriere. Die Ursprungsform wurde mittlerweile zunehmend von züchterischen Veredelungen verdrängt. Von der gewöhnlichen Bartagame, Pogona vitticeps, gibt es inzwischen etliche Farb- und Zeichnungsformen und professionelle Züchter bringen immer weitere Varianten auf den Markt.

Bartagamen zählen zur Familie der Agamen. Im Gegensatz zu den neuweltlichen Leguanen, deren Vorkommen bis auf wenige Ausnahmen auf den amerikanischen Doppelkontinent beschränkt ist, erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Agamen von Afrika (ohne Madagaskar), Asien über Neuguinea bis hin nach Australien.

Zur Gattung Pogona, frei übersetzt "den Bärtigen", zählen zurzeit acht Arten. Bartagamen sind endemisch in Australien, kommen also nur dort vor. Sie besiedeln weite Teile des kleinsten Kontinentes, vor allem die trockenen Gebiete. Lawsons Zwergbartagame stammt jedoch aus den tropischen Regionen Australiens, was auch bei der Pflege der Tiere zu beachten ist.

Beschreibung
Lawsons Zwergbartagame kann laut Literatur eine maximale Gesamtlänge von 30 cm erreichen, meist bleiben sie jedoch kleiner. Mit einer Kopf-Rumpflänge von bis zu 13 cm und einer Schwanzlänge von bis zu 17 cm handelt es sich um die kleinste Bartagamenart. Ihre Grundfärbung variiert von grünlichem Hellgrau bis Braun, selten mischen sich rötlich-orange Farbtöne darunter. Der Bereich um die Ohröffnung ist rotorange gefärbt. Inzwischen versuchen Züchter auch bei der Zwergbartagame die roten Farbanteile kräftiger hervorzubringen. Der Weg zu auffällig gefärbten Sandfire- Zwergbartagamen ist aber noch weit. Dennoch werden inzwischen gelegentlich Exemplare mit mehr oder weniger deutlich orangebraunem Rücken und etwas kräftiger rötlich gefärbten Vordergliedmaßen als rote Zwergbartagamen angepriesen.

Als Zeichnungselemente tragen sie rechteckig bis ovale Flecken auf dem Rücken, wobei auch zeichnungslose Tiere vorkommen. Im Gegensatz zu Pogona vitticeps handelt es sich bei Pogona henrylawsoni eher um Milchbärtchen, denn der Bart kann nur geringfügig aufgestellt werden und färbt sich bei Erregung nicht so imposant Pechschwarz wie bei anderen Bartagamenarten. Der Kopf ist rundlicher und sowohl die Kopf- als auch die Körperbestachelung sind deutlich weniger ausgeprägt als bei Pogona vitticeps.

Natürlicher Lebensraum
Die Heimat von Lawsons Zwergbartagame ist das westliche und zentrale Queensland. Dort leben sie vor allem in steppenartigen, baumarmen, von Büschelgras und niedrigen Büschen geprägten, offenen Landschaften. Die schweren grau-schwarzbraunen Böden, sog. Schwarzerdeböden sind gut für Viehzucht und Landwirtschaft geeignet, weshalb sie zunehmend in Acker- und Weideland umgewandelt werden. Dies und die Tatsache, dass Pogona henrylawsoni von Haus aus in recht geringer Populationsdichte vorkommt, bedrohen zunehmend die natürlichen Vorkommen.

Klima im Lebensraum
In freier Natur beeinflussen saisonale Schwankungen von Tageslänge, Sonnenscheindauer, Temperatur und Niederschlagsverteilung die Aktivität der Tiere. Bei ungünstigen Klimaverhältnissen, etwa Kälteeinbrüchen, extremer Hitze und/oder Dürreperioden, werden auch in freier Wildbahn Ruhephasen eingelegt, um alles schadlos zu überdauern. Während in weiten Teilen Australiens die Sommer sehr trocken und heiß sind, gibt es in Queensland die meisten Niederschläge über die Sommermonate.

Lebensweise
Bartagamen sind Bodenbewohner, die geschickt klettern können. Besonders die Männchen besetzen Reviere und nutzen bevorzugt alle Arten erhöhter Aussichtsplätze wie Felsen, Termitenbauten, Baumstümpfe oder sogar Zaunpfähle, um ihre mehrere Quadratmeter großen Territorien zu überwachen. Aber auch auf niedrigen Büscheln des Mitchelgrases suchen sie Aussichtsplätze, da sich in den Ebenen Queenslands nur wenig geeignete Stellen finden. Als Sonnenanbeter suchen sie bevorzugt helle, kräftig von der Sonne beschienene Bereiche auf. Dies ist auch bei der Terrarienpflege zu beachten. Zeiten mit ungünstigem Klima, etwa die Wintermonate oder Hitzeperioden überdauern sie tief im Boden eingegraben bzw. zurückgezogen in kühlen Verstecken. Bartagamen werden in der Literatur als Einzelgänger beschrieben, allerdings liegen ihre Reviere oft dicht zusammen oder grenzen direkt aneinander. Die Weibchen halten sich häufig am Rande der männlichen Territorien auf und ergreifen bei Paarungsbereitschaft z. T. sogar die Initiative und nähern sich den Männchen. Sie leben in losen Ansammlungen bzw. Kolonien. So zutraulich in menschlicher Obhut aufgewachsene Bartagamen von klein auf sind, so scheu sind ihre Artgenossen in der Natur. In Reiseberichten ist immer wieder nachzulesen, dass man sich den Tieren im Auto bis auf wenige Meter nähern kann während ihre Fluchtdistanz bei der Annäherung zu Fuß viel größer ist.

Haltung im Terrarium
Entsprechend ihrer natürlichen Lebensweise können Männchen zwar alleine gehalten werden, die Haltung von Paaren oder Zuchtgruppen, bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen, in geräumigen Terrarien stellt aber meist kein Problem dar. Laut Fachliteratur ist die Haltung von zwei Männchen und vier Weibchen in Großanlagen durchaus möglich und wird von amerikanischen Züchtern als praktikabel beschrieben.

In Terrarien mit zu geringer Grundfläche können sich die Tiere nicht genügend aus dem Weg gehen. Dabei kann es leicht zu Stresssituationen oder sogar zu heftigen Beißereien kommen. Dies ist besonders bei der Jungtieraufzucht zu beobachten. Kommt es nach Wochen harmonischer Gruppenaufzucht plötzlich zu ersten Beißereien, müssen die Tiere sofort getrennt werden, bevor die Jungtiere ihre Schwanzspitzen einbüßen. Bei Bartagamen wachsen im Gegensatz zu vielen anderen Echsen die Schwänze leider nicht mehr nach. Bei der Haltung mehrerer Tiere ist daher auf das Verhalten innerhalb der Gruppe zu achten, um rechtzeitig eingreifen zu können. Weisen einzelne Tiere offensichtliche Stressanzeichen auf, ziehen sich auf einmal auffällig zurück, werden apathisch, verweigern die Nahrung, magern trotz gutem Nahrungsangebot ab oder weisen Verletzungen auf, müssen die Tiere getrennt und die Gruppengröße verringert werden.

Zwergbartagamen als Terrarienpfleglinge
Aufgrund der relativ geringen Körpergröße benötigen Lawsons Zwergbartagamen weitaus kleinere Terrarien als die gewöhnliche Bartagame Pogona vitticeps. Gerade für Bartagamenliebhaber mit überschaubarem Raumangebot stellen sie eine tolle Alternative dar. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Zwergbartagame inzwischen nach Pogona vitticeps die am häufigsten gepflegte Bartagame in menschlicher Obhut ist - Tendenz steigend.

Das Terrarium für Zwergbartagamen
Nach dem Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien benötigen Bartagamen folgende Mindestgrößen des Terrariums bei der Einzel- wie auch bei der Paarhaltung: Länge x Tiefe x Höhe von 5 x 4 x 3 bezogen auf die Kopf-Rumpf-Länge (KRL) des größten Tieres. Das heißt für die Haltung eines Pärchens Zwergbartagamen ist bei einer KRL von max. 13 cm eine Mindestterrariengröße von 65  x 52  x 39 cm zu veranschlagen. Für jedes weitere Tier müssen der Grundfläche nochmals 15 % zugeschlagen werden. Doch auch bei der Pflege von Bartagamen gilt, je größer das Terrarium, desto besser!

KÖLLE-ZOO HINWEIS
Die Terrariengröße muss stets der Größe des Pfleglings angepasst werden und niemals das Tier den Platzvorgaben des Halters! Bei einem Mangel an Stellfläche muss auf eine kleiner bleibende Reptilienart zurückgegriffen werden. Es fällt auf, dass viele Reptilienhalter zum Teil sehr individuelle Vorschläge zur Terrariengröße angeben.

Ein Terrarium mit größeren Abmessungen als die Mindestanforderungen stellt für 2-3 Tiere meist schon einen ordentlichen Lebensraum dar. Zudem erreicht nicht jedes Exemplar die maximal mögliche Endgröße. Wichtig vor dem Erwerb eines oder mehrerer Babydrachen ist jedoch, nicht vor lauter Begeisterung zu verdrängen, dass diese bei guter Pflege innerhalb von wenigen Monaten zu properen Zimmerdrachen heranwachsen können, die dann deutlich mehr Platz beanspruchen.

Jungtiere können zuerst in kleineren Terrarien untergebracht werden, was ihnen die Nahrungssuche erleichtert, um erst später in ein größeres Terrarium gesetzt zu werden. Die kleineren Einstiegs- oder Lebensabschnittbecken können nach dem Umzug der Tiere als Aufzuchtsbecken für Jungtiere oder als Winterquartier genutzt werden. Mit zunehmender Größe eines Terrariums wird nicht nur die Schaffung von Zonen unterschiedlicher Temperatur, Feuchtigkeit und Helligkeit, sondern erst eine reichhaltige Strukturierung möglich. Terrarien ab 100 x 50 x 50 cm stellen bereits eine akzeptable Unterbringung für ein Pärchen dar. In Terrarien ab 120 x 60 x 60 cm (L x B x H) können auch zwei Weibchen mit einem Männchen zusammen gepflegt werden.

Beleuchtung
Um im Terrarium eine angemessene Lichtqualität und vor allem Lichtmenge zu erzeugen, können unterschiedliche Leuchtmittel eingesetzt werden. Neben diversen Strahlern, Leuchtstoffröhren und UV-B-Strahlen abgebenden Leuchtmitteln sind auch HQL- und HQI- Lampen möglich. Die Beleuchtung Lucky Reptile Bright Sun UV von der Firma Peter Hoch ist dabei besonders geeignet. Zu deren Betrieb ist ein Vorschaltgerät nötig. Die Strahler werden in verschiedenen Ausführungen und Wattstärken angeboten.

Um in einem hellen Raum ein 100 x 50 x 50 cm-Terrarium für ein Pärchen Zwergbartagamen auszuleuchten, einen lokalen Sonnenplatz anzubieten sowie für ausreichend UV-B-Strahlung zu sorgen, genügt in der Regel eine 70 W Bright Sun UV Dessert, die dezentral mit etwa 30 cm Abstand zum Tier installiert wird. Den Bartagamen stehen so Bereiche mit unterschiedlicher Lichtfülle und Temperatur zur Verfügung, die sie selbständig aufsuchen können. In der kühlen Ecke darf es ruhig schattiger sein, da sich die Agamen auch in der Natur gelegentlich in den Schatten zurückziehen. Direkt am lokalen Sonnenplatz darf die Temperatur bis zu 50 °C betragen. Im Sommer sollte die Lufttemperatur im Terrarium tagsüber bis auf ca. 30 °C ansteigen, nachts auf Zimmertemperatur (20-24 °C) zurückgehen. Im Winter genügen tagsüber 16-20 °C, nachts genügen Temperaturen von 10-15 °C. Wird es im Terrarienzimmer während der Sommermonate zu warm, kann der Wärmestrahler über die Mittagszeit auch für ein paar Stunden ausgeschaltet werden. Hier können ggf. Leuchtstoffröhren für eine helle Beckenausleuchtung sorgen. In kühlen Kellerräumen kann dagegen ein Teil des Terrarienbodens (nicht mehr als die Hälfte der Fläche!) mit einer milden Bodenheizung (Kabel oder Heizmatte) erwärmt werden, um die gewünschten Temperaturen zu erzeugen.

KÖLLE-ZOO HINWEIS
Am Thema Bodenheizung scheiden sich die Geister in der Fachwelt. Zweifelsohne nimmt in der Natur die Wärme zuerst einmal ab, je tiefer die Tiere sich im Boden eingraben. Zudem trocknen Bodenheizungen das Substrat aus, was die Tiere ohne ausreichende Wassergaben schleichend austrocknen kann. Ferner können die Krallen die Isolation der Heizung beschädigen und Kurzschlüsse verursachen, sich grabende Pfleglinge an wattstarken Fabrikaten Verbrennungen zuziehen und/oder sich im Kabelgewirr verfangen. Schließlich besteht neben der Strangulationsgefahr für die Pfleglinge auch eine nicht zu unterschätzende Brandgefahr. Sich kreuzende Kabel schmoren leicht durch und können Brände auslösen (vor allem in Holzterrarien). Richtig eingesetzt hilft eine Bodenheizung ein Terrarium energietechnisch günstig auf gewünschte Temperaturen zu bringen und für die Tiere spielt die Quelle der Grunderwärmung des Terrariums keine Rolle. Das heißt:  Nicht ungeregelte, wattstarke Heizkabel oder -matten auf der gesamten Bodenfläche verlegen und diese auf 45 °C und mehr aufheizen. Isolierende Bodenschichten wie Holzeinstreu o. Ä. verhindern die Wärmeabgabe nach oben ins Terrarium und sind ungeeignet, da sich die Wärme anstaut und die Heizquellen sich zunehmend aufheizen, bis in Glasterrarien schließlich die Bodenplatte springt oder Holzterrarien ankokeln oder gar Feuer fangen. Werden wattschwache Heizquellen jedoch fest abgedeckt und dem Zugriff der Krallen der Tiere entzogen, etwa mit flachen Steinplatten, oder besser noch Heizkabel mit etwas Estrich oder wasserfestem Gips dauerhaft fixiert, können Teilflächen des Terrariums optimal beheizt werden.

Jahreszeiten im Terrarium
Die Beleuchtungsdauer kann der natürlichen Tageslänge unserer Breiten angepasst werden, also schrittweise im Sommer bis auf 12-14 Stunden hoch- bzw. auf lediglich 6-8 Stunden im Winter heruntergefahren werden. Haben sich alle Tiere tief eingegraben, kann die Beleuchtung auch für ein paar Wochen komplett ausgeschaltet werden. Sobald jedoch ein einzelnes Tier wieder an die Oberfläche kommt und sich nicht nach 2-3 Tagen wieder vergraben hat, sollte wenigstens für 3-4 Stunden täglich der Spotstrahler in Betrieb genommen werden. Gelegentlich sind Halter ratlos, weil Einzeltiere außerhalb der Wintermonate spontane Ruhepausen einlegen während der Rest der Gruppe keinerlei Verhaltensänderungen aufweist. In einem solchen Fall sind zuallererst die Haltungsbedingungen kritisch zu Hinterfragen und zu überprüfen und Mängel gegebenenfalls zu beseitigen. Bei optimalen Haltungsbedingungen sind spontane Ruhephasen allerdings völlig normal.

Terrarieneinrichtung
Grober Sand, auf den Steine und Sandsteinplatten aufgelegt werden oder Lehm-Sandgemische (etwa JBL- Terrasand rot) eignen sich als Bodengrund. Eine 3-5 cm hohe Schicht genügt im Großteil des Terrariums völlig. Damit sich die Tiere eingraben können, etwa zur Winterruhe, oder trächtige Weibchen ihre Gelege vergraben können, empfiehlt es sich in einer Ecke bis zu 20 cm hoch einzustreuen. Um zu verhindern, dass die Tiere das Substrat im ganzen Terrarium verteilen, können Abgrenzungen durch Steine oder Wurzelstücke geschaffen bzw. mit Sand gefüllte Wannen eingestellt werden. Zwergbartagamen baden gerne und benötigen eine nicht zu kleine Wasserschale mit stets frischem und sauberem Wasser. In den Sommermonaten sollte fast täglich im Terrarium etwas gesprüht werden, allerdings nur so viel, dass die Oberfläche spätestens nach einer halben Stunde wieder abgetrocknet ist. Wird den Tieren vorsichtig Wasser auf die Schnauzenspitze getropft, beginnen sie nach kurzem Zögern meist gierig die Tropfen aufzulecken. Gegenstände, die sie bequem erklimmen können und die ihnen eine ausreichende Fläche zum Liegen bieten, nehmen sie bereitwillig an. Steine, Wurzeln oder Korkrindenstücke dienen als Klettermöglichkeiten und als Sichtschutz vor Artgenossen. Aufbauten aus Steinen sind so zu fixieren, dass sie nicht untergraben und zum Einsturz gebracht werden können.

Ernährung
Die Zwergbartagame ist ein Allesfresser. Neben pflanzlicher Kost wird alles an tierischer Nahrung gefressen was überwältig werden kann. Trächtige Weibchen dürfen mehr fressen als ausgewachsene Männchen. Generell sind Jungtiere häufiger zu füttern als ausgewachsene Exemplare. Große Tiere müssen nur alle 2-3 Tage gefüttert werden, doch auch Jungtieren schadet fasten alle 3-5 Tage nicht. Gerade in Zeiten längerer Abwesenheit, etwa in der Ferienzeit, können größere Tiere mit Futterpflanzen, getrockneten Kräuter oder/und Pelletfuttersorten durchaus mehrere Tage problemlos versorgt werden. Grünfutter kann immer angeboten werden. Große, ausgewachsene Tiere sollten nicht zu eiweiß- und fettreich mit ausschließlich Insekten ernährt werden. Grünfutter muss so lange angeboten werden, bis die Tiere es gerne aufnehmen. Tiere aus Gegenden mit langen Trockenzeiten und damit verbundenem Nahrungsmangel fressen auf Vorrat um in Zeiten des Mangels von den angefressenen Reserven zu zehren. Instinktiv fressen sie alles was ihnen vorgesetzt wird und werden bei anhaltend reichlichen Futtergaben schnell zu dick. Durch maßvolles Füttern und regelmäßige Fastentage oder –perioden kann dem entgegengesteuert werden. Wenn der Körper etwas breiter ist als der Kopf stimmen normalerweise die dargereichten Futtermengen. Bei Jungtieren darf der tierische Anteil der Ernährung, bei ausgewachsenen Exemplaren sollte der pflanzliche Anteil überwiegen.

Vegetarische Kost
Von den vielen im Jahresverlauf wachsenden Wiesenkräutern werden neben den Blättern auch besonders gerne die farbigen Blüten verzehrt. Löwenzahn, div. Kleesorten, Spitz- und Breitwegerich, Taubnesseln und Malven sind einfach zu erkennen und können bei einem Spaziergang eingesammelt werden. Der Handel bietet inzwischen auch für Vegetarier geeignete Stauden wie z.B. Golliwoog an. Ferner können diverse Gemüsesorten wie Karotten, Zucchini und Auberginen mundgerecht zerkleinert angeboten werden. Viele Obstsorten weisen ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis auf, sind aber dafür sehr vitaminreich. Sie sollten daher nur gelegentlich als Leckerbissen verfüttert werden. Schließlich können noch Salate wie Ruccola, Pflück-, Acker- oder Eichblattsalat verfüttert werden. Generell gilt dabei, nicht an belasteten Orten, etwa neben Straßen sammeln und Produkte aus kontrolliertem, biologischen Anbau vorziehen.

Tierische Kost
Als Futterinsekten eignen sich vor allem Heuschrecken, Heimchen, Grillen, Schaben und Käferlarven. Eigene Futtertierzuchten, etwa der argentinischen Schabe sind recht einfach zu bewerkstelligen und ergiebig in der Ausbeute. Ergänzend können noch Insekten in Gegenden mit naturbelassenen Wiesen selbst gefangen werden. Frisch gefangene Insekten können sofort verfüttert werden. Gekaufte Futtertiere sind ein paar Tage vor ihrer geplanten Verfütterung selbst mit hochwertigen Wiesenkräutern anzufüttern. Ferner sollten sie direkt vor dem Verfüttern mit einer Vitamin-Mineralienmischung bestäubt werden.

Nachzucht
Die Balz des Männchens ist ein Wechsel aus Kopfnicken und Liegestützen. Ist das Weibchen zur Paarung bereit beißt sich das Männchen im ihrem Nackenbereich fest, um die Paarung zu vollziehen. Die Weibchen können die Spermien speichern und so auch ohne Zutun der Männchen noch weitere befruchtete Gelege absetzen. Die Weibchen können bis zu 5 Gelege mit etwa 8 bis maximal 26 Eier Gelege pro Jahr produzieren. Bei Inkubationstemperaturen von 28-30 °C benötigen die Jungen 48-70 Tage bis zum Schlupf. Sie messen dann vom Kopf bis zur Schwanzspitze etwa 8-9 cm, nach 2-3 Tagen beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Kölle-Zoo

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