Steckbrief

Timorwaran

FamilieVaranidae (Warane)
VorkommenIndonesien (von den Inseln Timor, Semau und Sawu).
GrößeBis 60 cm
TemperaturAm Tag 25 - 30 °C, lokal 40-45 °C / nachts 20 °C
HaltungRegenwaldterrarium, tägliche Beregnung
Versteckplätze in Form von engen Korkröhren
FutterInsekten aller Art, Kükenteile, Fischstücke, Nagerbabys
LebenserwartungÜber 10 Jahre
Timorwaran

Timorwaran

Varanus timorensis

Diese äußerst seltene und klein bleibende Waranart bewohnt ursprünglich den Norden Australiens, sowie die vorgelagerten Inseln des Northern Territory (Timor, Sawu, Roti, Kisar und Semau).

Sein Hauptverbreitungsgebiet war/ist die Insel Timor, die heute durch Brandrodungen von einst tropischem Regenwald in eine Savanne verwandelt wurde und landwirtschaftlichen Zwecken dient. Der Timorwaran hat sich diesen Gegebenheiten angepasst und sicherte somit sein Überleben. Trotzdem zählt er zu den bedrohten Tierarten und darf nur mit Herkunftsnachweis (Cites) bzw. als Nachzucht gehandelt werden.

Die Art wird im Durchschnitt nicht größer als 60 cm, wobei allein schon 2/3 der Gesamtgröße auf den Schwanz fallen. Diese Endgröße macht den Waran für die heimische Pflege sehr interessant.

Wie alle Warane zählt auch der Timorwaran zu den Jägern und Aasfressern. Als Beutetiere werden in der Natur hauptsächlich Insekten, Amphibien, kleinere Reptilien und Kleinsäuger erlegt. Füttern Sie ein Jungtier mehrmals die Woche und achten dabei auf eine umfangreiche Ernährung (Heimchen, Grillen, Heuschrecken, Babymäuse, Rinderherz, Hähnchen- und Putenfleisch). Achten Sie ebenfalls darauf, dass Sie die Futterinsekten mit Vitaminen und Mineralstoffzusatz versetzen. Stäuben Sie die Futterinsekten anfangs nur minimal mit dem Zusatz ein, sodass sich das Tier an den Beigeschmack gewöhnen kann, ansonsten besteht die Möglichkeit der Futterverweigerung.

Die Terrariumgröße sollte ein Mindestmaß von 120 x 60 x 80 cm aufweisen und mit vielen Kletter- und Versteckmöglichkeiten versehen sein. Der Waran nutzt als aktiver Jäger das Terrarium zu 100% auf Länge, Tiefe und Höhe aus. Eine dichte Bepflanzung bietet dem Tier auch entsprechenden Sichtschutz, zudem halten Pflanzen das Mikro-Klima im Terrarium aufrecht.

Eine Beregnungsanlage, die 3-5 x täglich das Terrarium oberflächlich einsprüht ist sehr empfehlenswert. Somit bieten Sie sowohl dem Tier als auch den Pflanzen ausreichend Feuchtigkeit und sichern zugleich eine konstante Luftfeuchtigkeit. Diese sollte tagsüber zwischen 60-70% und nachts zwischen 80-90 % liegen. Gesteuert werden sollte die Beregnungsanlage jedoch über einen Hygrotimer, um zuviel Feuchtigkeit in Form von Staunässe zu verhindern. Eine Drainage ist nicht zu empfehlen, da der Waran diese bald untergraben würde.

Als Hauptbeleuchtung empfiehlt sich eine T5 Röhren-Beleuchtung, die eine gleichmäßige und effektive Ausleuchtung des Terrariums und somit auch das Pflanzenwachstum sichert.

Eine Punktbestrahlung in Form von Licht (UVA/B) & Wärme erreichen Sie hervorragend mit dem Lucky Reptile Bright Sun System. Das HQI Licht-Spektrum bietet dem Tier sonnenähnliche Bedingungen und zudem eine punktuelle Wärmequelle. Für ein Glasterrarium mit den Maßen 120x60x80cm eignen sich zwei 50 Watt Strahler, die punktgenau auf einen Ast gerichtet sind. Dekorieren Sie das Terrarium so, dass das Tier alle Sichtschutz- und Ausweichmöglichkeiten wahrnehmen kann, Sie jedoch einen guten Blick auf den Sonnenplatz des Tieres haben.

Klima: Da die klimatischen Bedingungen in der Heimat des Timorwarans sehr stark von den Meeresströmungen abhängig sind, variiert das Klima dementsprechend von Nordaustralien bis hin zu den vorgelagerten Inselgruppen. Als Faustregel ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn dem Waran tagsüber eine Durchschnittstemperatur von 26-28 °C geboten wird und ihm punktuelle Sonnenplätze von 35-40 °C ermöglicht werden. Gehen Sie bei diesen Daten von einer eher milden Jahreszeit aus. Wenn im Sommer auch die Raumtemperatur ansteigt, geht dementsprechend auch die Terrarium- Temperatur hoch und im Winter wiederum runter. Diesen im Terrarium schwankenden Temperaturen angepasst, sollten passend zu den Jahreszeiten auch die Beleuchtungszeiten des Terrariums erhöht oder verringert werden, genau wie in der Natur. Achten Sie, wenn möglich darauf, dass das Terrarium in Fensternähe steht und somit auch mit Tageslicht von außen versorgt wird. Jedoch darf eine direkte Sonneneinstrahlung nicht die Temperatur im Terrarium beeinflussen. Steuern Sie das Lucky Bright Sun System daher über einen Thermotimer, der eine oder gar beide Lampen bei zu hohen Temperaturen automatisch abschaltet. Eine Investition, die sich lohnt!

Da der Timorwaran als sehr scheu und ängstlich gilt, empfiehlt es sich, das Tier nach einer Eingewöhnungsphase von ca. 4 Wochen hin und wieder aus dem Terrarium zu nehmen und somit behutsam an die Hand zu gewöhnen, sowie dem Tier das Futter auch mit der Hand oder Pinzette zu reichen. Ziel ist es, den Waran letztlich so an die Hand zu gewöhnen, dass ein Greifen nicht mehr notwenig ist und das Tier von selbst auf der Hand sitzen bleibt, bzw. aus Neugier oder Hunger den Kontakt zur Hand sucht.

  • Schritt 1: das Tier muss lernen, dass die Hand ihm nichts tun will.
  • Schritt 2: das Tier muss die Hand akzeptieren und die Furcht verlieren. 
  • Schritt 3: das Tier soll sich mit der Hand "anfreunden" und letztlich von sich aus den Kontakt suchen.

Ganz wichtig: Unter Druck wird es nicht funktionieren. Die nötige Geduld ist hierbei sehr wichtig und das Tier sollte niemals gezwungen werden! Über die Lebenserwartung in der Natur lässt sich sicher streiten, jedoch kann man davon ausgehen, dass der Waran bei einer optimalen Terrarienhaltung ohne weiteres die Lebenserwartung seiner frei lebenden Artgenossen übersteigt und dann bis zu 10 Jahre alt werden kann.

Hinweis: Diese Waranart ist nur für erfahrene Tierhalter in Sachen Terraristik geeignet.

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

Keine Aktion mehr verpassen!

Newsletter abonnieren und Infos, Gutscheine und mehr sichern.

Werden Sie Kölle-Zoo Fan!

Alle News rund ums Tier und Veranstaltungen auf Facebook.