Steckbrief

Wüstenleguan

FamilieLeguane; Iguanidae
VorkommenNevada, Westarizona und Südkalifornien bis Südmexiko.
GrößeBis ca. 40 cm
Alter> 15 Jahre
PflegeMittel. Einmal eingewöhnte Tiere lassen sich gut halten. Bei falscher Einrichtung ist mit Verlusten wegen Legenot zu rechnen. Eine langjährige erfolgreiche Haltung und Zucht scheint nur möglich zu sein, wenn man die hohen Ansprüche an die Lichtqualität erfüllen kann.
TemperaturBoden 32-38 °C
Lokale Sonnenplätze bis 45 °C
Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur
FutterGrillen, Heimchen, Mehlwürmer, Heuschrecken
Salat, Löwenzahn, Blüten und Früchte
VergesellschaftungMännchen sind untereinander unverträglich
Wüstenleguan

Wüstenleguan

Dipsosaurus dorsalis

Dieser wunderschöne Leguan bewohnt die Trockengebiete der USA. Sein Hauptverbreitungsgebiet erstreckt sich über die Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, Arizona, Utah und Mexiko. Der Wüstenleguan ist eine tagaktive Echse mit einer durchschnittlichen Körperlänge von 40 bis max. 50 cm, wobei letzteres eher auf männliche Tiere zutrifft. Dabei ist zu erwähnen, dass der Schwanz der Tiere 2/3 der Gesamtlänge ausmacht und der Leguan somit eine effektive Kopfrumpflänge von ca. 15 cm besitzt.

Der Wüstenleguan ernährt sich in der Natur überwiegend vegetarisch. Dabei dienen ihm vor allem die in der Steppe und Wüste spärlich wachsenden Büsche, Gräser und Sträucher als Futter. Doch auch austreibende Blüten, Samen und Wurzeln werden gerne angenommen. Selbst Kleinstinsekten verschmäht er nicht und ist sogar als Aasfresser von verendeten Tieren schon in der Wüste beobachtet worden.

Der Wüstenleguan vermag extremen Trockenzeiten und Temperaturen von bis zu 50 °C zu trotzen und ist perfekt an das Leben in Wüstenregionen angepasst. Auch in tot geglaubten Regionen findet er noch Nahrung und Unterschlupf. In der kühlen Jahreszeit vergräbt sich der Wüstenleguan unter Steinen oder sucht Zuflucht in verlassenen Nagerbauten tief unter der Erde, wo er über die Wintermonate ohne Futter und im Ruhezustand verharrt.

Haltung im Terrarium:
Die Art sollte mit einem Männchen und zwei Weibchen gepflegt werden und benötigt ein geräumiges Terrarium mit Mindestmaßen von 160 x 80 x 80 cm (L/T/H). Das Terrarium sollte nicht kleiner sein, damit die Weibchen gerade in der Paarungszeit genügend Ausweichmöglichkeiten vor dem Männchen haben. Bei einer ausschließlichen Haltung von Weibchen muss das Terrarium eine Mindestgröße von 120 x 60 x 80 cm aufweisen. Das Terrarium wird mit UV-Spotstrahlern (UVA & UVB) ausgestattet, die lokal eine Temperatur von 40-45 °C erzeugen sollten. Des Weiteren sollte das Terrarium in einem hellen Raum stehen (Fensternähe) und zudem über eine zusätzliche Beleuchtungsquelle verfügen, die in Form von Röhren, HQL- oder HQI- Lampen aufgebaut sein kann. Die Tiere sind durch ihre Tagaktivität stark vom Tageslicht abhängig und erkranken zudem ohne ausreichende UVB-Bestrahlung unheilbar an Rachitis, was letztendlich zum Tod der Tiere führt.

Als UV-Beleuchtung empfiehlt Kölle- Zoo das Bright-Sun System von Lucky Reptile, da diese Leuchtsysteme auch gleichzeitig als Spot-Wärmequelle fungieren.

In den Sommermonaten sind Wald & Wiesenkräuter, die gelegentlich auch getrocknet verfüttert werden können, die optimale Nahrung für den Wüstenleguan. In der kalten Jahreszeit bekommt er stattdessen Bio-Salate & Keimlinge. Gelegentlich sollten dem Wüstenleguan auch Heimchen, Grillen oder Heuschrecken angeboten werden, da dies dem Muskelaufbau zugute kommt. Ganzjährig (ausgenommen bei der Winterruhe) wird das Futter zudem mit Mineralien und Spurenelementen sowie einem Vitaminkomplex angereichert, um das Tier auch in der heimischen Terrarienhaltung mit allen lebenswichtigen Stoffen zu versorgen.

Das Terrarium sollte umfangreich eingerichtet sein, sprich über diverse Höhlen und erhöhte Sitz- und Sonnenplätze verfügen. Als Bodengrund empfiehlt sich herkömmlicher Terrariensand, jedoch können 50 % des Terrariums auch mit einem Sand- Lehm-Gemisch versehen sein. Dadurch haben die Tiere die Möglichkeit Gänge und Höhlen zu graben, in die sie sich gerade im Sommer bei anhaltender Hitze gerne zurückziehen. Eine Wasserschale darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

Die Überwinterung der Tiere empfiehlt sich auch in der Terrarienhaltung. Dafür sollte der Wüstenleguan in einem kalten Raum bei einer Temperatur von 10-15 °C untergebracht sein. Die Winterruhe sollte abhängig vom Alter des Tieres in der Terrarienhaltung zwischen 6-12 Wochen liegen. Bei einer umfangreichen Ernährung, einer alljährlichen Winterruhe und artgerechter Haltung kann der Wüstenleguan deutlich über 10 Jahre alt werden. Das ist in der Natur nur sehr selten der Fall, da die Tiere dort mit äußerlichen Einflüssen und Raubtieren zu kämpfen haben.

Bei entsprechender Zuwendung und Pflege wird der Wüstenleguan außergewöhnlich zutraulich und verblüffend handzahm.

Wichtig zu wissen:
Der Wüstenleguan sollte in einem Terrarium der oben genannten Größe lediglich mit der eigenen Art vergesellschaftet werden. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten kann zu unnötigen Stress- und Konfliktsituationen führen. Auf Dauer sollten im Allgemeinen nur Arten miteinander vergesellschaftet werden, die sich auch in freier Natur denselben Lebensraum teilen und denen wir als Halter ein über den Mindestmaßen liegendes Terrarium stellen können. Die Tiere werden es uns danken!

Text: Kölle-Zoo
Fotos: Shutterstock

Keine Aktion mehr verpassen!

Newsletter abonnieren und Infos, Gutscheine und mehr sichern.

Werden Sie Kölle-Zoo Fan!

Alle News rund ums Tier und Veranstaltungen auf Facebook.