Steckbrief

Graupapagei

OrdnungPapageien
Familie Papageien
UnterfamilieEchte Papageien
HerkunftÄquatoriales, tropisches Afrika
nat. LebensweiseIn großen Schwärmen von mehreren Hundert Tieren in Wäldern, bilden lebenslange Paargemeinschaften
BesonderheitGroßartiges Nachahmungstalent
BuchtippGraupapageien :
Dagmar Schratter, Ulmer Verlag, Stuttgart 2001 

Der Graupapagei:
Wolfgang de Grahl, Ulmer Verlag, Stuttgart 1991
Graupapagei

Graupapagei

Ein kluger Redner

Nicht erst seit kurzem erfreuen sich Graupapageien außerordentlicher Beliebtheit als Heimtiere. Bereits vor mehr als 2000 Jahren wurden sie in ihrer Heimat als intelligente Hausgenossen geschätzt. Ihr soziales Verhalten, die enge Bindung zum Menschen und selbstverständlich auch ihr großartiges Talent zum Sprechen lernen eroberten die Herzen der Vogelliebhaber im Sturm.

Die Heimat der Graupapageien ist das äquatoriale, tropische Afrika. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Elfenbeinküste bis West-Kenia und Nordwest-Tansania, südwärts über Gabun und Kongo bis nach Nord-Angola, inklusive der Inseln Principe und Sao Tomé.

Neben dem uns bekannten Graupapageien (Psittacus erithacus erithacus), auch Kongo-Graupapagei genannt, gibt es zwei weitere Unterarten. Diese sind der Timneh-Graupapagei (Psittacus erithacus timneh) und der Psittacus erithacus princeps. Der Graupapagei gehört zur Ordnung der Papageien (Psittaciformes), zur Familie der Papageien (Psittacidae), zur Unterfamilie der echten Papageien (Psittacinae) und zur Gattung der Graupapageien (Psittacus).

Da ihr Schwanz kürzer ist als die halbe Flügellänge, werden sie auch als Stumpfschwanzpapageien bezeichnet. Der kurze Hals, die kräftigen Beine und der gedrungene Körper verleihen Graupapageien ein kraftvolles, widerstandsfähiges Aussehen. Der starke, gekrümmte Schnabel dient ihnen nicht nur zum Öffnen der Schalen harter Nüsse, sondern gleichsam als Kletterhilfe. Mit ihrer muskulösen Zunge können sie die verschiedenen Samen aus ihren Hülsen entfernen. Die geschickten Füße ermöglichen ihnen eine mühelose Fortbewegung im Geäst.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich fast nicht. Manchmal hat das Weibchen einen schmaleren Kopf und eine geringere Krümmung des Oberschnabels.

Wie die meisten Papageien brüten Graupapageien in alten, morschen Bäumen oder Astlöchern. Dabei bilden sie lockere Kolonien, wobei pro Paar ein eigener Baum zum Brüten benutzt wird. Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen Bedingungen liegt die Brutzeit im Heimatgebiet verschieden. In Westafrika ist sie von November bis April, in Ostafrika im Juni und im Juli und in Zaire findet sie von Juli bis Dezember statt.

Graupapageien leben monogam, d.h. sie gehen eine lebenslange Ehe ein. Das Weibchen legt zwei bis drei Eier und bebrütet diese. Das Weibchen übernimmt diese Aufgabe alleine, während sich das Männchen jedoch später an der Fütterung beteiligt. Nach 28 bis 30 Tagen schlüpfen die Jungen. Graupapageienbabies sind Nesthocker, kommen also unentwickelt zur Welt und müssen aufgezogen werden. Beim Kölle Zoo geschieht dies von Hand. Dadurch entwickeln die Jungvögel ein besonders starkes Vertrauen zum Menschen und werden von Beginn an zahm. Anfangs müssen sie alle zwei bis drei Stunden gefüttert werden, später alle vier.

In der Natur leben die Vögel in großen Schwärmen von mehreren Hundert Tieren. Das Bedürfnis nach sozialen Kontakten legen sie auch als Heimtiere nicht ab. Es ist aus diesem Grund sinnvoll, mindestens zwei Tiere zu halten. Nicht nur die Graupapageien fühlen sich dann wohler, auch das Beobachten des geselligen Verhaltens ist für den Besitzer überaus interessant. Guten Gewissens kann man seine Pfleglinge dann auch einige Stunden am Tag alleine lassen, da sie sich gegenseitig beschäftigen können.

Um sich Wohlzufühlen, brauchen Graupapageien außerdem eine reich strukturierte Umgebung, in der sie all ihre arttypischen Verhaltensweisen ausleben können. Dies beginnt bei der Größe des Heims, das niemals zu groß sein kann. Darüber hinaus benötigen sie täglichen Freiflug. Das Heim muss mit Sitzstangen und Ästen verschiedener Dicken und möglichst vielen Klettermöglichkeiten ausgestattet sein. Sie lieben Spielzeug über alles und freuen sich an jeglichem, das zerlegt werden kann. Am besten eignet sich dafür eigens für Papageien hergestelltes Spielzeug, bei dem die Bestandteile groß genug sind, um nicht verschluckt werden zu können. Natürlich hat der Kölle Zoo für alle Graupapageienvorzüge eine reichliche Auswahl. Beim Freiflug ist ein Kletterbaum sehr willkommen. Er dient als Freisitz gleichsam wie zur Befriedigung der Nagebedürfnisses. Des weiteren gehören Futter- und Trinkspender, Sand, Kletterseile und -leitern sowie Sepiaschalbruch ins Heim.

Außerdem ist der Vogel auf eine hochwertige Ernährung angewiesen. Graupapageien sind oft sehr wählerisch, und wenn sie nur bevorzugte Bestandteile des Futters herauspicken, entsteht leicht eine Mangelernährung. Deshalb gibt es beim Kölle Zoo extrudiertes, vorgebackenes Futter in Pelletsform. Das Futter ist leicht verdaulich, nicht staubig und Keime wurden durch Erhitzung abgetötet. Diese Papageienfutterpellets enthalten alle Nährstoffe und eignen sich als Alleinfuttermittel. Aus diesem Grund sind Ernährungsmängel ausgeschlossen. Graupapageien sind in ihrer Heimat einen Großteil des Tages mit der Futtersuche beschäftigt, was bei der Haltung als Heimtier entfällt. Deshalb ist es sinnvoll, den Vögeln wenigstens einen Teil dieses natürlichen Verhaltens zu erhalten. Es empfehlen sich mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Die zusätzliche Fütterung mit Obst und Gemüse kann ebenfalls zur Beschäftigung variiert werden. Nicht alles muss kleingeschnitten werden, das "Erarbeiten" eines ganzen Apfels oder anderen großen Frischfutterteilen wird zur genussvollen Herausforderung.

Die Graupapageien vom Kölle Zoo sind auf dem höchsten Gesundheitsstand. Sie sind endoskopiert, d.h. die inneren Organe sind auf ihre Funktion hin überprüft worden. Sie besitzen einen Legalitätsnachweis in Form einer Urkunde, aus der die wichtigsten Daten ersichtlich sind. Außerdem haben sie einen PBFD-Test, ein Gesundheitsprotokoll, einen Polyoma-Test und sind in einwandfreiem optischem Zustand. Für weitere Fragen und ausführliche Beratungen steht unser Fachpersonal natürlich jederzeit zur Verfügung.

Graupapageien sind faszinierende Vögel mit Charakter und sollten nicht nur aufgrund ihrer Sprachbegabung gehalten werden. Dieses Talent ist bei den Tieren verschieden stark ausgeprägt, und zum Sprechen kann man keinen zwingen. Es ist natürlich eine Freude, begabte Redner zu besitzen, doch vermenschlicht werden dürfen sie nicht. Ihre interessante Art, das Beobachten von natürlichen Verhaltensweisen und das grenzenlose Vertrauen der Tiere in ihre Menschen reichen aus, um sich für solche Familienmitglieder zu entscheiden. Wahrlich verbringen sie eine beträchtliche Zeit mit ihren Haltern, da ihre Lebenserwartung gut 40 Jahre beträgt.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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