Steckbrief

Unzertrennliche

ArtPapageien
Herkunft Afrika und Madagaskar (Busch und Savanne)
nat. LebensweiseIn Schwärmen, ziehen nur auf Futtersuche umher
bekannte RassenRosenköpfchen, Schwarzköpfchen, Pfirsichköpfchen
BesonderheitenBesonders ausgeprägtes Paarverhalten
FutterGroßsittichfutterpellets G14, Großsittichfutter "Premium" von Versele Laga, Insekten, zusätzlich Obst und Gemüse, Vitaminpräparat "Omni-vit"
BuchtippUnsere Agaporniden-die Unzertrennlichen:
Georg A. Radtke, Kosmos Verlag, Stuttgart 1994
Unzertrennliche

Unzertrennliche

Agaporniden

Sich lebenslange Treue halten, bei der Pflege helfen, gemeinsam durch Dick und Dünn gehen und alles, was möglich ist, zusammen unternehmen: Diese Eintracht gibt es wirklich, und besonders ausgeprägt findet man sie bei den Agaporniden, zu deutsch die "Unzertrennlichen".

Sie besitzen ein buntes Gefieder und ein sehr inniges, interessantes Paarverhalten und gehören heute zu den beliebtesten und bekanntesten Papageienvögeln. Mit 13-17 cm zählen sie zu den kleinsten und damit zu den Zwergpapageien.

Insgesamt sind neun Agapornidenarten bekannt, die in Afrika, Madagaskar und den benachbarten kleinen Inseln beheimatet sind. Sie bevorzugen einen Lebensraum in Busch und Savanne, besiedeln die Galeriewälder der Flüsse oder bewohnen gebirgige Regionen. Männchen und Weibchen lassen sich bis auf wenige Ausnahmen kaum unterscheiden. In der Natur leben sie in Familienverbänden und Schwärmen. Zur Aufzucht ihrer Jungen suchen sie sich kleine Hohlräume wie Astlöcher, Baumhöhlen oder Mauernischen. Fast alle Agaporniden bauen im Gegensatz zu anderen Papageien in der Höhle zusätzlich ein Nest. Das Weibchen baut dieses alleine, und nach Fertigstellung ist es ein überdachtes Nest mit einem seitlichen Einschlupfloch, in das es 3-5 weiße Eier legt, die es etwa 23 Tage lang bebrütet. Die Jungen werden mit 6-7 Wochen vollbefiedert flügge, vom Männchen noch etwa 2-3 Wochen lang gefüttert und kehren auch danach noch oft ins Nest zurück. Die Vögel brüten bei ausreichender Nahrungsgrundlage oft mehrmals hintereinander, in Dürrezeiten jedoch nicht.

Die drei häufigsten und beliebtesten Arten, das Rosenköpfchen, das Schwarzköpfchen und das Pfirsichköpfchen, sollen an dieser Stelle besprochen werden.

Die Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis) haben in ihrer Wildform eine rote Maske und überwiegend grünes Gefieder. Es gibt jedoch durch Züchtung bei gleichbleibend roter Maske nahezu so viele Farbschattierungen wie bei Wellensittichen. Die Vögel sind relativ groß und kommen in weiten Teilen Westafrikas vor. Sie sind die pflegeleichtesten Agaporniden, die die geringsten Ansprüche erheben und auch im Winter im Freien gehalten werden können, sofern sie einen Schutzraum haben.

Die Schwarzköpfchen (Agapornis personatus) sind in einem relativ kleinen Gebiet im südlichen Ostafrika beheimatet. Dort leben sie in Grassteppen und Landschaften mit Akazien und Affenbrotbäumen. Beliebt sind sie wegen ihrer kontrastreichen Erscheinung mit schwarzbraunem Kopf, weißen Augenringen, rotem Schnabel und dazu leuchtend grünem und gelbem Gefieder. Auch hier gibt es durch gezielte Züchtung Farbvariationen. Wenn sie anfangs etwas scheu sind, so gibt sich das mit der Zeit, und schon bald werden sie sehr zutraulich. Sie sollten jedoch im Gegensatz zu den Rosenköpfchen über Winter nicht im Freien gehalten werden. Auch sind sie kleiner und gedrungener als Rosenköpfchen.

Das nördliche Ostafrika ist das Verbreitungsgebiet der Pfirsichköpfchen (Agapornis fischeri). Sie sind zu den nächsten Verwandten der Schwarzköpfchen zu rechnen, mit denen sie die Augenringe und die Schnabelfarbe gemeinsam haben. Nicht ganz so intensiv ist ihre Grundfarbe und ihr Kopf und Hals sind pfirsichfarben, also gelblich-rötlich. Die Pfirsichköpfchen waren durch ihre Zuchtfreudigkeit ebenso beliebt wie das Schwarzköpfchen und auch bekannter, da sie schon früher im Handel erhältlich waren. Das Pfirsichköpfchen ist sehr robust und verträgt sogar einige Grad unter Null.

Neben den drei aufgeführten Arten gibt es noch die Rußköpfchen, die Bergpapageien oder Tarantiner, die Erdbeerköpfchen, die Grauköpfchen, die Orangeköpfchen und die Grünköpfchen.

Unzertrennliche - ihr Name sagt es bereits - sollten nur paarweise gehalten werden. Hierbei spielt es außer bei Zuchtabsichten keine Rolle, ob man ein Pärchen oder zwei gleichgeschlechtliche Tiere hält. Gerade in ihrem Paarverhalten liegt der Reiz der Vögel. Es ist ein Erlebnis, die gegenseitigen Zuneigungsbezeugungen und Schmuserituale zu beobachten. Die zärtlichen Tiere verkümmern alleine und verlieren ihr lebhaftes, aufgeschlossenes Wesen. Stirbt ein Partner frühzeitig, so ist es ratsam, dem Hinterbliebenen einen neuen Lebensgefährten zu besorgen.

Obwohl die Vögel die meiste Zeit miteinander beschäftigt sind, ist es notwendig, sich als Halter auch intensiv um sie zu kümmern, da sie das Vertrauen zum Menschen erst langsam aufbauen müssen, was aber durchaus gelingt.

Agaporniden sind sehr lebhafte Vögel, die gewisse Ansprüche stellen, trotzdem äußerst unkompliziert zu halten sind. Das Heim sollte rechteckig sein und eine Mindestgröße von 70 x 30 x 50 cm haben. Dies ist für eine Dauerhaltung jedoch nicht ausreichend, und täglicher ausgiebiger Freiflug muss gewährleistet sein, sobald sie sich eingewöhnt haben. Besser ist natürlich eine Voliere, in der sie auch einmal ein kleines Stück fliegen können. Das Heim sollte an einem zugfreien, hellen Platz stehen und artgerecht eingerichtet sein. Agaporniden klettern gerne und benutzen dabei ihren Schnabel als drittes Bein. Deshalb sollte auf jeden Fall ein Ast oder Baum vorhanden sein. Außerdem gehören Sitzstangen verschiedener Dicke, ein Pickstein, ein geschütztes Schlafplätzchen, Spielzeug und sowie Futter- und Wasserspender ins Heim. Das komplette individuelle Zuhause kann selbstverständlich beim Kölle Zoo zusammengestellt werden.

Wildlebende Agaporniden ernähren sich von verschiedenen Sämereien, Früchten und Beeren, Knospen und gelegentlich auch von Insekten. Das geeignete Grundfutter ist beim Kölle Zoo als komplettes Großsittichfutter erhältlich. Als optimales Haupt- und Alleinfuttermittel sind auch die Großsittichfutterpellets G14 zu empfehlen, in deren extrudierter Form alle Nährstoffe enthalten sind. Die Futterbestandteile werden nach Hinzufügen von Wasser und Dampf kurz gekocht. Dadurch werden sie leichter verdaulich, Keime werden abgetötet, und das Futter ist allgemein weniger staubig. Zusätzlich wird Kolbenhirse als Leckerbissen sehr gerne gefressen. Obst und Gemüse bilden eine sinnvolle Ergänzung auf dem Speiseplan. Gelegentlich sollten Insekten gefüttert werden. Außerdem ist es empfehlenswert, die Versorgung durch Zusatzvitamine zu ergänzen. Überaus wichtig ist Mineralfutter, das in Form von Sepiaschalen verabreicht werden kann. Zweige zum Beknabbern begeistern die munteren Freunde ebenfalls und befriedigen ein natürliches Bedürfnis. Zudem fressen Agaporniden gerne am Boden.

Ein erreichbares Alter von 20 Jahren und mehr ist keine Seltenheit, und mit Sicherheit werden die faszinierenden Schönheiten in dieser Zeit ihren Halter durch ihr interessantes, liebevolles und aufgewecktes Wesen oftmals beeindrucken.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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