Steckbrief

Zebrafink

OrdnungSperlingsvögel
Unterordnung Singvögel
HerkunftSteppenlandschaften Australiens
nat. LebensweiseIn Kolonien, die zur Futtersuche Schwärme bilden, Höhlenbrüter
FutterWellensittich- und Exotenfutter "Premium" von Versele-Laga, Multivitaminpräparat "Omni-vit", Vogelgrit, Vitakalk, bei Brut Aufzuchtfutter
BuchtippZebrafinken:
Hans-Jürgen Martin, GU Verlag, München 1984

Prachtfinken:
Birgit Gollmann, Ulmer Verlag, Stuttgart 1995

Das Prachtfinkenbuch:
Horst Bielfeld, Ulmer Verlag, Stuttgart 1996
Zebrafink

Zebrafink

Ein Stück Wildleben im Haus

Beeindruckend schönes Gefieder, leuchtende Farben, interessante Verhaltensweisen und vielfältige Kommunikation sind Kennzeichen aller Prachtfinken. Besonders beliebt unter den etwa 128 Arten ist dabei der Zebrafink, der sich auch als idealer Einsteigervogel für Prachtfinkenhalter erwiesen hat. Er ist friedlich, unkompliziert, verträgt eine relativ große Spannweite der Temperatur und ist leicht zu züchten.

Der flinke Flieger kommt aus Australien und ist ein Bewohner der trockenen Landschaften. Deshalb kann er sich auch nicht an eine hohe Luftfeuchtigkeit anpassen. Er lebt in den offenen Steppenlandschaften, die nur mit einzelnen Baum- oder Buschgruppen durchsetzt sind.

In seiner Heimat kommt es zu langen Dürreperioden ohne Wasser. Deshalb kann der kleine Überlebenskünstler im Notfall sogar einige Wochen ohne Trinken auskommen.

Eigentlich sind sie ortstreu, doch die Suche nach Wasser und Nahrung zwingt sie oft, umherzuziehen. Dazu treffen sich die Tiere in riesigen Schwärmen und brechen zur Futtersuche auf. Ansonsten leben sie in Schwärmen von 50 bis 100 Vögeln. Diese Schwärme setzen sich aus einzelnen Kolonien zusammen. Bei Sonnenaufgang treffen sie sich und bilden den Schwarm, verbringen den Tag gemeinsam und ziehen sich in der Dämmerung wieder in ihr eigenes Revier zurück.

Zebrafinken sind das ganze Jahr über paarungsbereit. Sie gehören zu den Höhlenbrütern und bevorzugen dementsprechend geschlossene Brutplätze. Das Männchen sucht den Platz aus und beginnt nach Zustimmung des Weibchens mit dem Nestbau. Das Weibchen beteiligt sich nicht am Errichten des Nestes, sondern zupft das fertige Gebilde zurecht und ordnet das Material. Jeden Tag wird ein Ei in das Nest gelegt, bis es schließlich vier bis sechs sind. Ab dem dritten Ei etwa beginnt das regelmäßige Bebrüten. Dabei wechseln sich Männchen und Weibchen ungefähr alle eineinhalb Stunden ab. Es dauert nach dem Brutbeginn noch mindestens elf Tage, bis die ersten Jungen schlüpfen. Zuerst sind sie noch völlig rosa, nackt und haben geschlossene Augen. Mit zwölf Tagen beginnt das Jugendgefieder zu sprießen. Bei guter Fütterung verlässt der Nachwuchs mit ca. 18 Tagen das Nest und sieht zu diesem Zeitpunkt schon fast wie die erwachsenen Tiere aus, nur ein kleines Stück an Größe fehlt noch. Das Fliegen ist ihnen nicht angeboren. Sie müssen es erst lernen, und oft scheitern die ersten Versuche, wobei die Kleinen viel Unterstützung von ihren Eltern bekommen.

Zebrafinken gehören zur großen Ordnung der Sperlingsvögel und zur Unterordnung der Singvögel. Ihr wissenschaftlicher Name ist "Taeniopygia guttata castanotis". Alle gezüchteten Exemplare unterscheiden sich in Form und Farbe vom Wildvogel. Die AZ und der DKB haben einen Standard aufgestellt, der den idealen Zebrafinken kennzeichnet. Die auf Ausstellungen vorgeführten Vögel sind bis zu zwei Zentimeter größer als der Wildtyp.

Heute kann man rund 60 Farbschläge unterscheiden. Zu den bekanntesten gehören die Wildfarbe, Grau, Zimt, Schecke, Weiß, Schimmel, Creme, Schwarzbrust, Pinguin, Marmosett, Hellrücken, Silber, Hellbrust und Gelbschnabel.

Als Heimtier werden sie vor allem aufgrund ihrer farblichen Schönheit geschätzt. Sie sind ideale Tiere zum Beobachten und für Berufstätige. Sie bieten die Möglichkeit, Verhaltensforschung im privaten Bereich zu betreiben. Auf jeden Fall sollten mindestens zwei Tiere gehalten werden, da sie den Menschen nie als Artgenossen betrachten werden. Zebrafinken sind keine anhänglichen Vögel wie etwa Kanarien oder Wellensittiche. Man darf nicht von ihnen erwarten, dass sie einen engen Bezug zu ihrem Halter gewinnen. Trotzdem sind sie zu Recht beliebt, denn sie bringen ein wirkliches Stück Wildleben ins Haus, und das Betrachten eines kleinen Schwarmes kann den nicht vorhandenen Aspekt des zahmen Streicheltieres vollkommen ersetzen. Trotz ihrer geringen Größe brauchen die lebhaften und schnellen Flieger viel Platz. Das Heim muss für zwei Vögel mindestens 80 bis 120 cm lang und 40 bis 50 cm breit und hoch sein. Wichtig ist, dass es länger ist als hoch, da die Tiere nicht klettern.

Zur Einrichtung gehören Sitzstangen, Sand als Einstreu und zur Verdauung, ein Badehäuschen, Futter und Trinkgefäße und Sepiaschale. Zebrafinken bevorzugen es, in einem Häuschen zu schlafen anstatt auf Sitzstangen. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen diese Möglichkeit zu bieten. Hält man ein Pärchen, wird es ohnehin irgendwann Brutversuche unternehmen. Beabsichtigt man auf jeden Fall die Zucht, so braucht ein Paar mindestens zwei Nester zur Auswahl. Der ideale Platz ist eine Zimmerecke, wo die Vögel Ruhe haben und ihre Umgebung von einem erhöhten Standpunkt aus betrachten können. Licht ist sehr wichtig, und vor allem während der Wintermonate empfiehlt es sich, zusätzlich für eine gewisse Zeit am Tag Leuchtstofflampen anzubringen.

In der Natur ernähren sie sich von halbreifen, reifen und keimenden Grassamen. Als Ersatz werden ihnen bei der Heimfütterung verschiedene Hirsearten geboten. Der Kölle Zoo bietet Komplettfuttermischungen an, die genau auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt sind. Sehr sinnvolle Zugaben sind Multivitaminpräparate fürs Wasser, Vogelgrit und Mineralstoffmischungen wie Vitakalk. Auf jeden Fall muss immer Futter zur Verfügung stehen, da die Tiere sich nicht überfressen. Fettleibigkeit beruht meistens auf Bewegungsmangel.

Während der Brutzeit haben die Vögel einen erhöhten Nährstoffbedarf, weshalb Aufzuchtfutter gereicht werden sollte.

Bei artgerechter Haltung ist dem Vogelfreund viel Freude an den putzmunteren Gesellen garantiert. Faszinierend ist es, das friedliche Leben zu betrachten. Sie stecken sich sogar mit verschiedenen Aktivitäten an. Wenn dann abends alle nacheinander entspannt die Köpfchen ins Gefieder stecken, kann man sicher sein, rundum zufriedene Zebrafinken zu pflegen.

Text: ©Kölle-Zoo
Fotos: ©Kölle-Zoo

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