Demenz bei Hunden
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Wo bin ich? Wie bin ich hier nur gelandet? Wie komme ich zurück? Wer bist Du denn eigentlich? Auch Tiere können an Demenz erkranken! Plötzlich fehlen Erinnerungen, die gerade noch da waren, und Deine Fellnase weiß nicht mehr, wo der Futternapf steht oder wer der Zweibeiner ist, der sie eigentlich nur streicheln möchte. Immer mehr Hunde und Katzen erkranken an Demenz und benötigen dann Deine ganz besondere Fürsorge. 

Wie alt werden Hunde?

Gute Nachrichten: Die Lebenserwartung von Hunden hat sich in den letzten Jahrzehnten verdoppelt! Verbesserte Lebensbedingungen durch eine umfassende medizinische Versorgung, eine gesunde Ernährung und hohe Hygienestandards führen beim Menschen zu einer steigenden Lebenserwartung. Davon profitieren unsere vierbeinigen Mitbewohner ebenso, denn auch Hunde werden inzwischen immer älter. Das sind natürlich gute Nachrichten, denn das Herz wünscht sich nichts mehr als eine möglichst lange gemeinsame Zeit mit der liebgewonnenen Fellnase. 

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Unsere Fellnasen werden immer älter: Hunde-Senioren haben oft spezielle Bedürfnisse.
Mit steigendem Alter nimmt allerdings sowohl beim Menschen als auch beim Hund die Gefahr zu, an speziellen Alterserkrankungen – sog. geriatrischen Krankheiten – zu erkranken. Diese umfassen nicht nur rein körperliche Gebrechen, sondern auch Krankheitsbilder, die sich auf die geistige Gesundheit auswirken können. So können auch Hunde z. B. an seniler Demenz erkranken – umgangssprachlich wird diese auch manchmal als Hunde-Alzheimer bezeichnet. Erkrankt Deine Fellnase an Demenz, stehst Du vor einer Herausforderung, für deren Bewältigung Du wohl jede Menge Mut und Geduld benötigen wirst. Der folgende Artikel soll Dir helfen, Deinen Vierbeiner besser zu verstehen, um für euch einen gemeinsamen Weg zu finden, auf dem ihr euch beide wohlfühlt. 

Demenz bei Hunden 

Um Deinen dementen Hund besser verstehen zu können, kann es helfen, möglichst viel über das konkrete Krankheitsbild und dessen Symptome zu wissen. Demenz ist der Überbegriff für verschiedene Erkrankungen, die sog. Alzheimer-Demenz zählt zu den häufigsten Formen, in deren Verlauf es zu einem langsamen Absterben der Nervenzellen im Gehirn kommt. Alzheimer ist damit eine neurodegenerative Erkrankung – altgriechisch „néuro“ heißt „Nerven“ und das lateinische Verb „degenerare“ bedeutet „zerfallen, verfallen“. Bei Hunden nennt man dieses Krankheitsbild auch Kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS), da es die Gehirnfunktion beeinträchtigt und dann zu Funktionsstörungen führt, die sich auf das Verhalten auswirken. CDS ist eine langsam verlaufende Krankheit, die sich über mehrere Jahre hinweg ausprägen kann. Die Forschung zu Alzheimer bzw. Demenz bei Haustieren und damit auch bei Hunden steckt noch in den Kinderschuhen, allerdings verweisen einige Befunde auf eine große Ähnlichkeit zwischen den Krankheitsverläufen bei Menschen und Tieren, sodass die Veterinärmedizin in vielen Punkten auf die bisherigen Erfahrungen aus der Humanmedizin zurückgreift – so z. B. auch im Bereich der Diagnose und Therapie. Hier bist Du als Herrchen oder Frauchen natürlich gefragt, da Deine Fellnase selbst keine Auskunft über ihren Gesundheitszustand geben kann: Deine Beobachtungen tragen maßgeblich zur Entwicklung einer validen Diagnose bei. Im Fokus sollten dabei auffällige Verhaltensveränderungen stehen wie z. B. plötzliche Orientierungslosigkeit oder zielloses Umherwandern Deines Hundes. Genau wie im Bereich der Humanmedizin kann man gerade im Frühstadium der Demenz auf verhaltenstherapeutische Maßnahmen zurückgreifen, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität zu erhöhen. 

Inzwischen vermutet man, dass eine Unterfunktion des glymphatischen Systems mitverantwortlich für die Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung ist. Als spezieller Mikrokreislauf im Gehirn ist das glymphatische System für die Ausschwemmung überflüssiger oder schädlicher Substanzen zuständig. Mit zunehmendem Alter kann es passieren, dass die Leistung dieses Systems abfällt und es seine Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann, sodass schädlich Substanzen nicht mehr abtransportiert werden, sondern in der Zelle verbleiben. Als gesichert gilt, dass es bei einer Alzheimer-Demenz zur Ablagerung von Eiweißen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Nervenzellen im Gehirn kommt. In den Nervenzellen bilden sich dann Eiweiß-Faserbündel (Phospho-Taurin-Proteine), die letztlich zum Absterben der Zelle führen. Auch in den Zwischenräumen der Zellen und in den Blutgefäßen lagern sich Eiweiße in sog. Amyloid-Plaques ab, sodass es zu einem Leistungsabfall in der Energie- und Sauerstoffversorgung kommt und weitere Zellen absterben. Durch das Fehlen von Nervenzellen kommt es zu einem zusätzlichen Mangel an Botenstoffen. Diese sind für die Signalübertragung wichtig, damit die Zellen untereinander kommunizieren können. Besonders stark betroffen sind Zellen, die den Botenstoff Acetylcholin benutzen, sodass immer umfassendere Funktionsstörungen im Bereich des Erinnerns, des Denkens, des Lernens und der räumlichen Orientierung auftreten. Im Verlauf der Krankheit reduziert sich die Gehirnmasse zunehmend, sodass es schließlich zu einer Hirnatrophie (Gehirnschwund) kommt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass die Zellen innerhalb des Gehirns nicht mehr richtig miteinander kommunizieren können. Stellt man sich das zentrale Nervensystem als komplexes Schienen- und Straßennetz vor, funktionieren die Stellwerke nicht mehr richtig, die Weichen rosten langsam ein, die Ampeln schalten nicht mehr zuverlässig von Rot auf Grün und aus normalen Straßen werden nach und nach Einbahnstraßen und Sackgassen. Autos und Züge kommen nicht mehr an ihr Ziel oder bleiben auf dem Weg dorthin einfach stecken. 

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Demenz stört die Kommunikation innerhalb des Gehirns: Das kann zu vielen unterschiedlichen Symptomen führen.

Genau wie bei einem an Demenz erkrankten Menschen scheinen auch beim Hund nach und nach viele Erinnerungen aus den zurückliegenden Jahren erst zu verblassen und dann zu verschwinden. Erlernte Routinen und Strukturen werden scheinbar aus dem Gedächtnis gelöscht und einfachste Handlungen können dann zum Teil nicht mehr ausgeführt werden. Es wird vermutet, dass dafür Erinnerungen aus der Welpenzeit wieder stärker ins Bewusstsein rücken. 

Symptome von Demenz bei Hunden

Demenz bzw. Alzheimer bei einem Hund zu diagnostizieren, ist nicht immer ganz einfach, das liegt einerseits daran, dass es noch kein standardisiertes Verfahren dazu gibt, andererseits können Symptome von Demenz leicht mit typischen Alterserscheinungen verwechselt werden. Allerdings gibt es beim genaueren Hinsehen einige deutliche Hinweise darauf, dass Deine Fellnase nicht einfach nur älter wird, sondern an Demenz leiden könnte. Längere Ruhepausen, ein leichter Grauschimmer im Fell und rund um die Schnauze sowie ein bisschen weniger Appetit sind normalerweise kein Grund zur Beunruhigung – sie zeugen eher von der Weisheit des Alters als einer zugrunde liegenden Erkrankung. Auch eine Verringerung des Seh-, Riech- und Hörvermögens kann altersbedingt durchaus auftreten. Es mag sogar Fellnasen geben, die bereits in jungen Jahren nur gelegentlich hören – dies ist dann aber wohl zumeist taktischen Gründen geschuldet. Demenz äußert sich in einem Wandel des Verhaltens, daher ist es wichtig, Deinen Vierbeiner immer genau im Auge zu haben und gerade im Alter auch kleine Veränderungen nicht vorschnell zu ignorieren. Bemerkst Du folgende Verhaltensweisen bei Deiner Fellnase, solltest Du aufmerksam werden und einen Tierarzt zu Rate ziehen. 

Desorientiertheit 

Dein Vierbeiner steht vielleicht vor der falschen Tür, wenn er raus möchte, oder er sucht seinen Futternapf an einer Stelle, an der er schon lange nicht mehr steht? Dein Hund starrt plötzlich ins Leere – vielleicht gegen eine kahle Wand – und wirkt dabei verloren und unbeholfen? Dies können erste Anzeichen für eine altersbedingte Demenz sein. Oft ist es so, dass Dein Fellfreund sich nicht selbst aus dieser Situation befreien kann und Deiner direkten Ansprache bedarf, um sich aus seiner Starre zu lösen. Es kann auch sein, dass Dein Hund abrupt in seiner Bewegung verharrt oder beginnt, sich zu verstecken – vielleicht hinter einem bestimmten Möbelstück oder an einem Ort, an dem er sich geborgen fühlt. Schreitet die Krankheit voran, werden seine Bewegungen zunehmend ziellos, das heißt, zielgerichtete Aktivitäten nehmen ab. Zugleich scheint Deine Fellnase das Interesse an ihrer Umgebung zu verlieren: Es kann dann sein, dass Futter, Leckerchen oder auch Spielzeug plötzlich nicht mehr interessant sind. 

Veränderungen in Interaktion und Verhalten 

Zuerst kaum merklich, doch dann immer schneller verändern sich die Persönlichkeit Deines Vierbeiners und Eure gemeinsame Interaktion: Hat Dein Hund Dich bisher stets mit einem freudigen Schwanzwedeln begrüßt, kann es sein, dass die Begrüßung nach und nach immer weniger euphorisch ausfällt. Es kann auch sein, dass Dein Fellfreund nicht mehr so gerne kuschelt wie früher oder dass er sich nicht mehr streicheln lassen möchte. Ist Dein Hund an Demenz erkrankt, kann er zudem reizbar, launisch, vielleicht sogar aggressiv werden. Sein Gemütszustand kann dabei ausgeprägten Stimmungsschwankungen unterworfen sein, in einigen Fällen kann es sogar zu einer Depression kommen. 

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An Demenz erkrankte Hunde können beginnen, sich mehr und mehr zurückzuziehen.

Ein depressiver Hund kann lustlos und teilnahmelos werden, ein verstärktes Bedürfnis nach Rückzug zeigen oder ein verändertes Fressverhalten zeigen. Die einzelnen Symptome können sich so stark ausprägen, dass Dein Fellfreund Dich oder andere Bezugspersonen eventuell gar nicht mehr erkennt: Er weicht dann zurück oder knurrt vielleicht sogar. Leben andere Hunde in Deinem Haushalt, kann das Verhalten Deines kranken Hundes natürlich auch die anderen Fellnasen beeinträchtigen. Die Struktur des eingespielten Rudels kann gestört sein und muss sich neu strukturieren. Neben einer stärkeren Reizbarkeit kann es auch zu einer übersteigerten Ängstlichkeit kommen, besonders dann, wenn Dein Hund sich plötzlich allein gelassen fühlt, dafür kann es manchmal schon reichen, dass Du nur kurz den Raum verlässt. Auch unbekannte Orte oder neue Umgebungen können Deine Fellnase nun ängstigen. Außerdem lässt sich eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber visuellen und akustischen Reizen beobachten.

Vergessen von Grundkommandos 

Bei älteren Fellnasen kann es vollkommen normal sein, dass sie ein wenig mehr Zeit benötigen, um ein Kommando auszuführen, sie hören eventuell nicht mehr so gut wie in jüngeren Jahren und die Reaktionszeit hat vielleicht ein wenig abgenommen. Ist ein Hund an Demenz erkrankt, kann es aber sein, dass er gar nicht mehr in der Lage ist, das gegebene Kommando auszuführen. Er hört zwar, was Du sagst, er versteht aber entweder überhaupt nicht, was Du von ihm möchtest, oder vergisst es direkt wieder. Dieses Vergessen kann so weit gehen, dass Dein Hund seinen eigenen Namen verlernt und nicht mehr auf Ansprache reagiert. 

Unruhe 

Ein älterer Hund genießt tagsüber sicherlich das ein oder andere Schläfchen und begnügt sich mit ein bisschen weniger Aktivität – bei einem an Demenz erkrankten Hund tritt ein höheres Schlafbedürfnis jedoch meist mit einer übersteigerten Unruhe und einem gestörten Schlafrhythmus auf. Speziell während der Dämmerung wirkt Deine Fellnase dann vielleicht rastlos, irrt durch das Haus, hechelt und winselt und findet keine Ruhe. Dieser Verlust einer stabilen Schlaf-Wach-Routine strengt den Hund sehr an. 

Stubenunreinheit

Von Demenz betroffene Hunde neigen zu Stubenunreinheit – genau wie bei anderen Symptomen lässt sich dieses Verhalten durch das Vergessen erlernter Strukturen erklären: Deine Fellnase weiß einfach nicht mehr, wie sie Dir zeigen kann, dass sie ein Bedürfnis hat. An Demenz erkrankte Hunde geben zuerst seltener, später eventuell gar nicht mehr Bescheid, wenn sie mal rausmüssen. 

Diagnose von Demenz bei Hunden: Beginn einer Demenz erkennen 

Demenz bei Hunden und anderen Haustieren ist schon seit circa 60 Jahren ein bekanntes, aber bis heute nicht anerkanntes Krankheitsbild. Verstärkt im Fokus der veterinärmedizinischen Wissenschaften steht die Erkrankung erst seit einem guten Jahrzehnt, sodass die Forschung hier sozusagen noch in den Kinderschuhen steckt. Sicher ist, dass die für Demenz typischen Symptome zu einem fortschreitenden Verlust der kognitiven Fähigkeit, Signale aus der Umwelt verarbeiten zu können, führen. Eine sichere Diagnose erfolgt zumeist durch eine umfassende Analyse der auftretenden Symptome – seltener wird auch ein MRT durchgeführt. Bei der Symptom-Analyse ist der Tierarzt enorm auf Deine Beobachtungen angewiesen. Er wird Dich genau zu dem Verhalten Deines Hundes befragen. Das ist notwendig, da einzelne Symptome einer Demenz auch durch andere physische Erkrankungen bedingt sein können – so kann der Verlust von Stubenreinheit z. B. auch bei Diabetes mellitus auftreten. Besteht der Anfangsverdacht, dass Dein Hund an Demenz leidet, wird der Tierarzt Deinen Hund sehr wahrscheinlich zuerst einer körperlichen Untersuchung unterziehen und dann mit Dir über das Sozialverhalten Deiner Fellnase, ihre Interaktion, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus, ihre Aktivitäten und ihre Stubenreinheit sprechen. In der Zusammenschau der Symptome und deren Ausprägung wird der Arzt zuerst andere Krankheiten als Ursache ausschließen, bevor er Deinen Verdacht bestätigen und die Diagnose „Demenz“ treffen wird. 

Therapie von Demenz bei Hunden

Demenz bei Hunden ist leider (noch) nicht heilbar – ein frühzeitiges Erkennen der Krankheit und ein schneller Therapie-Beginn können den Verlauf der Demenz jedoch verlangsamen und so vielleicht die Lebensqualität Deiner Fellnase verbessern. Du musst Dir jedoch im Klaren darüber sein, dass den Möglichkeiten der Therapie Grenzen gesetzt sind, die jeder Tierhalter mit dem Erhalt der Diagnose akzeptieren muss. Um das Leben für Deine Fellnase möglichst angenehm zu gestalten und den Verlauf der Krankheit gegebenenfalls zu verlangsamen, gibt es drei therapeutische Ansätze, die zumeist miteinander kombiniert werden. 

Mentale Stimulation 

Eine Verhaltenstherapie wird besonders häufig im Frühstadium der Demenz angewendet und kann helfen, Deinen Vierbeiner mental und intellektuell zu stimulieren, wobei Du sorgsam darauf achten musst, ihn nicht zu überfordern. Die Konfrontation mit neuen Reizen sollte dabei spielerisch in den Alltag integriert werden. Zu den therapeutischen Maßnahmen gehören z. B. das Training mit Intelligenzspielzeugen, das Lernen neuer, einfacher Kommandos oder das gemeinsame Entdecken neuer Spazierwege. 

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Gemeinsam einen neuen Weg zu entdecken, macht Spaß!

Diätische Maßnahmen 

Auch im Bereich der Ernährung kann eine Anpassung des Futters auf die besonderen Bedürfnisse Deines Hundes hilfreich sein, um gegebenenfalls die Symptome der Demenz lindern und das rasche Fortschreiten der Krankheit verzögern zu können. Da gerade ältere Fellnasen an Alzheimer erkranken, ist eine Umstellung auf ein spezielles und qualitativ hochwertiges Senioren-Futter anzuraten, damit Dein Hund möglichst umfassend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Inzwischen gibt es sogar Futter, das extra für die Bedürfnisse demenzkranker Hunde entwickelt wurde – spezielle Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren sollen helfen, die Gehirnfunktion Deiner Fellnase aufrechtzuerhalten und Lernprozesse zu verbessern. Da es sich bei solch einem Futter allerdings um ein tiermedizinisches Diätprodukt handelt, sollte eine Futterumstellung nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt erfolgen und einer regelmäßigen tierärztlichen Kontrolle unterliegen.

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Ein angepasstes Futter kann zu einer Linderung der Symptome beitragen.

Medikamente 

Bei der medikamentösen Therapie können Mittel eingesetzt werden, die die Durchblutung des Gehirns fördern und so dessen Leistung erhöhen. Einige Studien gehen davon aus, dass auch MCT-Öl hilfreich sein kann, Demenz-Symptome zu lindern. Die im Öl enthaltenen mittelkettigen Triglyceride dienen dem Gehirn Deiner Fellnase als zusätzliche Energiequelle und helfen so, den Stoffwechsel möglichst lange aufrechtzuerhalten. Zusätzlich kann CBD-Öl aus Hanf beruhigend wirken, wenn Dein Vierbeiner z. B. in Phasen der Desorientierung extrem verstört oder geängstigt wirkt. 

Was tun bei Demenz bei Hunden? 

Erkrankt Dein Vierbeiner an Demenz, sind zwei Dinge sehr wichtig: Ruhe bewahren und Geduld aufbringen! Natürlich kann es schmerzlich sein, wenn Deine geliebte Fellnase Dich nach vielen gemeinsam verbrachten glücklichen Jahren plötzlich nicht wiedererkennt und Dich vielleicht sogar anknurrt. Denk immer daran, dass man für ein Leben lang beste Freunde bleibt – auch wenn es schwierig ist, versuche einfach, jeden Tag aufs Neue wieder der besten Freund Deines Hundes zu werden. Natürlich kann es im Alltag immer wieder Situationen geben, die extrem belastend sind. Dann ist es wichtig, die eigenen Emotionen ein wenig im Zaum zu halten, damit Dein Fellfreund sich weiterhin geborgen und sicher fühlt und Deine Unruhe sich nicht auf ihn überträgt. Überrollt Dich der Alltag mit Stress und Hektik und passiert Deinem Hund dann auch noch ein Missgeschick – durchatmen, positiv denken, das Missgeschick beseitigen und weitermachen, egal wie schwer das in diesem Moment fällt. Vielleicht können einige der folgenden Tipps helfen, diese Herausforderung gemeinsam zu stemmen – oft sind es Kleinigkeiten, die die Lebensqualität Deiner Fellnase verbessern können. Lasse doch vielleicht nachts einfach ein kleines Licht brennen, damit Dein Vierbeiner sich nicht verirrt, wenn er orientierungslos aufwacht – auch eine sichere Schlafstelle kann Schutz bieten: Vielleicht findest Du auf dem Dachboden oder im Keller noch ein altes Kinderbett, das man mit ein paar Handgriffen zu einem kuscheligen und geborgenen Nachtlager umbauen kann? 

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Ein kleines Licht in der Nacht kann Orientierung geben.

Apropos Sicherheit: Achte ab jetzt vermehrt darauf, Gefahrenquellen in Deinem Zuhause wie z. B. offene Treppen abzusichern, damit Deine Fellnase sich nicht verletzt. Nimm dazu aber keine allzu großen Veränderungen vor, um den Wiedererkennungswert für Deinen Hund zu gewährleisten, damit er sich nicht in den eigenen vier Wänden verirrt. Sicherheit und Geborgenheit sind nun besonders wichtig, um Deinem Vierbeiner Halt zu geben. Es ist leider keine Seltenheit, dass ein an Demenz erkrankter Hund von zu Hause wegläuft und dann den Weg zurück nicht mehr findet. Lasse Deine Fellnase also auf jeden Fall registrieren, damit Du sie im Fall der Fälle schnell wiederfinden kannst. Auch bei euren gemeinsamen Ausflügen sollte der Sicherheitsaspekt jetzt eine größere Rolle spielen: Eine zusätzliche Sicherung oder der Einsatz einer Schleppleine können verhindern, dass Dein Vierbeiner unterwegs abhandenkommt, garantieren aber trotzdem einen ausreichenden Bewegungsradius. Beschäftigung und Herausforderung können Deinen Vierbeiner dabei unterstützen, möglichst lang aktiv zu bleiben und eine Verschlimmerung der Demenz so gut wie möglich hinauszuzögern: Versuche täglich, den Intellekt Deines Hundes mit kleineren Herausforderungen zu stimulieren – entdeckt zusammen eine neue Gassirunde oder findet heraus, wofür ein Intelligenzspielzeug gut sein kann. Spaziergänge und Ausflüge sind natürlich weiterhin wichtig – das Sonnenlicht hat dabei übrigens einen positiven Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus Deines Hundes.

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Gemeinsam ist alles schöner: Verbringt so viel Zeit wie möglich zusammen!

Routinen geben Halt! 

Gerade jetzt ist es wichtig, bewährte Strukturen aufrechtzuerhalten. Kleinere Veränderungen sind dennoch sinnvoll, um euren Alltag an die veränderte Situation anzupassen. Ist Dein Hund nicht mehr ganz sicher Herr über die eigene Blase, können zusätzliche kurze Gassirunden vielleicht helfen, Missgeschicke zu vermeiden – verschlimmert sich die Situation, können Hundewindeln gegebenenfalls eine praktikable Alternative sein. Hierbei ist es natürlich auch wichtig, niemals mit der Fellnase zu schimpfen, auch wenn Deine Nerven in dieser Situation arg strapaziert sind: Schimpfen oder sogar eine Bestrafung verunsichern Deinen Hund zusätzlich und tragen höchstens zu einer Verschlimmerung der Lage bei. Das Wichtigste zum Schluss: Ganz viel Liebe und Nähe verbessern die Situation bestimmt! Ist Dein Hund desorientiert, führt dies natürlich auch zu einem Gefühl der Unsicherheit, das Deine Fellnase vielleicht mit Furcht erfüllt. Dein Hund fühlt sich verloren und weiß nicht, was er tun soll. Versuche also, so viel Zeit wie möglich mit ihm zu verbringen und so oft es geht zu Hause zu sein. Lässt es sich dennoch nicht verhindern, dass Dein Hund allein sein muss, schaffe ihm eine geborgene und angenehme Umgebung – suche eine Stelle aus, an der er sich besonders wohlfühlt und nicht verloren gehen kann. 

Wie häufig tritt Demenz bei Hunden auf? 

Demenz tritt bei Hunden wie auch bei Menschen im fortgeschrittenen Alter auf. Es ist jedoch kaum möglich, ein genaues Alter anzugeben, da die Lebenserwartung eines Hundes natürlich auch immer in Abhängigkeit zu seiner jeweiligen Rasse steht. Bisher gibt es übrigens keine Indizien, die nahelegen, dass bestimmte Rassen stärker betroffen sind als andere. Einigen Untersuchungen zufolge leiden 20 % der Hunde über neun Jahren an Demenz, in der Altersgruppe ab 15 Jahren sind 68 % betroffen. Andere Untersuchungen gehen davon aus, dass 48 % aller Hunde ab dem siebten Lebensjahr eines oder sogar mehrere Symptome einer Demenz aufweisen. Da viele Hundehalter die Symptome einer Demenz mit den Anzeichen des normalen Alterungsprozesses verwechseln, werden diese selten mit einem Tierarzt besprochen, sodass der Wissenschaft wohl noch nicht ausreichend valide Daten für präzisere Aussagen zur Verfügung stehen. 

Wie schnell schreitet Demenz bei Hunden voran? 

Die Frage, wie schnell die Demenz bei einem Hund voranschreitet und wie lange er mit ihr leben kann, lässt sich nur schwer beantworten. Die Lebenserwartung eines Haushundes hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte verdoppelt – heute ist es keine Seltenheit mehr, wenn ein kleiner Vierbeiner bei guter Pflege und Ernährung über 15 Jahre alt wird. Daher erkranken Hunde leider aber auch immer häufiger an typischen Alterskrankheiten wie z. B. Demenz. Solange die Symptome die Lebensqualität eines Hundes nicht maßgeblich einschränken, kann er mehr oder weniger gut mit Demenz leben. 

Demenz bei Hunden: Wann einschläfern? 

Ein dementer Hund hat keine Schmerzen – Demenz ist eine schmerzfrei verlaufende Krankheit. Es besteht daher keinerlei Veranlassung, einen erkrankten Hund einschläfern zu lassen. Auf Grundlage des Deutschen Tierschutzgesetzes darf ein Tier sowieso nur aus einem vernünftigen Grund eingeschläfert werden. Vernünftige Gründe liegen nur dann vor, wenn ein Tier nicht ohne wesentliche Beeinträchtigungen wie z. B. starke Schmerzen und ohne eine Aussicht auf eine Verbesserung des Zustandes weiterleben kann. Das heißt, ein dementer Hund darf nur dann eingeschläfert werden, wenn kein tiergerechtes Weiterleben möglich ist. Das kann z. B. dann der Fall sein, wenn der Hund die Nahrungsaufnahme verweigert und unter starken Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates leidet. 

Fazit 

Erkrankt Dein Hund an Demenz stellt das euer Zusammenleben vielleicht auf den Kopf und konfrontiert euch mit vielen Herausforderungen, die mit der Zeit leider zahlreicher und zunehmend schwieriger zu meistern sein werden. Versuche, die Ruhe zu bewahren, auch wenn das manchmal anstrengend sein wird. Denke an eure vielen gemeinsamen Jahre und die Momente, in denen Deine Fellnase Dir Trost gespendet hat. Wenn Dein Vierbeiner sich in sich selbst verirrt zu haben scheint, lass ihn nicht allein, nimm ihn an der Pfote und führe ihn weiter auf eurem gemeinsamen Weg!

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