Heimische Gartenvögel – durch das Jahr mit Spatz, Amsel, Fink & Co.
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Vögel sind faszinierende Tiere mit vielen erstaunlichen und einigen fast skurrilen Eigenschaften und Fähigkeiten. Wusstest Du zum Beispiel, dass … 

 … die Küstenseeschwalbe jährlich bis zu 80.000 Kilometer zurücklegt? 
… Stare die Stimmen anderer Tiere nachahmen können? 
… ein Goldhähnchen nur zarte 4 bis 8 Gramm wiegt? 
… der Eichelhäher „Polizist des Waldes“ genannt wird, weil er andere Tiere durch Rufe warnt, wenn eine Gefahr wie der Mensch droht? Auch Füchse und andere Waldbewohner verstehen diese Vogelrufe. 

Weltweit gibt es insgesamt etwa 10.000 bekannte Vogelarten, von denen über 300 auch in Deutschland und Österreich vorkommen. Manche von ihnen sind nur äußerst selten anzutreffen und besondere Ausnahmeerscheinungen, so z. B. der Zwergadler, der Krauskopfpelikan oder die Buntfußsturmschwalbe, andere kommen in großer Zahl auch in Städten und Gärten vor, etwa Kohlmeisen, Sperlinge, Amseln oder Rotkehlchen. Auf letzte Gruppe – häufige Gartenvögel – wollen wir uns im Folgenden konzentrieren, denn sie sind es, deren Verhalten wir aus nächster Nähe beobachten dürfen. Welche Herausforderungen halten Frühling, Sommer, Herbst und Winter für unsere Wildvögel bereit? Wie können wir ihnen helfen, diese zu meistern? Begeben wir uns zunächst gemeinsam auf die Reise durch ein typisches Gartenvogeljahr. Im Anschluss erfährst Du, wie Du Deine gefiederten Freunde gezielt unterstützen kannst. 

Frühling 

Irgendwann im zeitigen Frühjahr ist es so weit und die Teilzeit-Auswanderer, die den Winter im sonnigen Süden verbracht haben, kehren in unsere Breitengrade zurück. Zu diesen Zugvögeln gehören neben den imposanten Störchen, Kranichen und Wespenbussarden auch kleinere Federfreunde wie Nachtigall, Rauchschwalbe, Mauersegler, Kuckuck, Neuntöter, Hausrotschwanz, Star und Kiebitz. Einige dieser Zugvögel trudeln bereits im Februar ein, andere etwas später. Sie alle haben sich bereits im vergangenen Herbst Richtung Süden auf den Weg gemacht und die kalte Jahreszeit im Mittelmeerraum oder sogar in Zentral- oder Südafrika verbracht. Der Grund für ihre Winterflucht ist jedoch weniger die Kälte als vielmehr das geringe Nahrungsangebot zu dieser Zeit.
Doch nicht alle heimischen Vögel nehmen diese lange Reise in den Süden auf sich. Viele von ihnen sind Standvögel, das heißt, sie bleiben das ganze Jahr über mehr oder weniger in einer bestimmten Gegend oder ziehen nur kurze Strecken in etwas wärmere Regionen. Hierzu gehören die „typischen“ Wintervögel wie Kohl- und Blaumeise, Spatz, Zeisig, Amsel, Zaunkönig, Specht und viele mehr. 

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Die Kohlmeise ist ein Standvogel und leistet uns auch im Winter Gesellschaft.

Sobald sich der Frühling bemerkbar macht, geht es hoch her im Garten, denn nun treffen die Zurückgekehrten auf die Hiergebliebenen, und somit wird die Konkurrenz um Futter und Territorien wieder größer. Den einen stecken die Strapazen der langen Reise in den Knochen, den anderen die harten Monate im kalten Mitteleuropa. Und alle wollen futtern! Mit staksigen Beinen stolzieren die ersten Stare des Jahres über taufrische Wiesen, und die Schwalben präsentieren ihre halsbrecherischen Flugkünste am Himmel – beide auf der Suche nach proteinreichen Insekten, um ihre Kraftreserven wiederaufzufüllen. Die Kohlmeisen und der Spatzentrupp tun ihr Möglichstes, um das Futterhaus, das ihnen über den Winter geholfen hat, zu verteidigen. Rotkehlchen und Amseln picken im Kompost nach Würmern. Nahrung ist nun die wichtigste Ressource, denn nur wenn in der Umgebung ausreichend davon vorhanden ist, widmen sich die Vögel ihrer wichtigsten Aufgabe, und die heißt Arterhaltung, also Nachwuchs. Erachten sie die Umgebungsbedingungen als günstig, machen sich die Männchen balzend auf die Suche nach einer passenden Partnerin. Ein entsprechendes Eigenheim in Form einer Baumhöhle, eines Logenplatzes in einer geschützten Hecke oder eines luxuriösen Nistkastens haben sie da meist schon gefunden, sodass sie ihrer Herzensdame einiges bieten können, was sie natürlich auch lautstark kundtun. 
Je nach Vogelart wird einmal, zweimal oder auch dreimal im Jahr gebrütet, meist zwischen März und August. Auch die Brutdauer variiert und kann zum Beispiel beim Buchfink 10 Tage, beim Zaunkönig 18 Tage betragen. In jedem Fall darfst Du Dich sehr bald über Nachwuchs freuen! Wie viele Jungvögel in Erwartung von Futter nun die Schnäbel aufsperren, ist ebenfalls artabhängig. Während Amseln „nur“ 3 – 6 Bäuche füllen müssen, können es bei Kohlmeisen durchaus 10 sein. Jungvögel werden meist mit frischen Insekten versorgt, die sie leicht schlucken können. Sind die Küken geschlüpft, was je nach Art bereits ab März der Fall sein kann, beginnt eine kritische Phase und die Eltern sind vollauf beschäftigt, ihren Nachwuchs großzuziehen und dabei selbst noch genug zum Futtern zu finden.

Sommer 

Im Frühsommer wird das Leben für die Vogeleltern dann etwas leichter, denn die Kleinen werden flügge und immer selbstständiger. In aller Regel werden sie nach dem Verlassen des Nestes noch einige Tage oder sogar Wochen von ihren Eltern mit Futter versorgt. Vögel in dieser Phase werden als „Ästlinge“ bezeichnet und machen nicht selten einen etwas hilflosen Eindruck, weil sie beispielsweise weghüpfen, statt zu fliegen, oder insgesamt etwas tapsig und unsicher wirken. Dies ist eine zwar kritische, aber ganz normale und wichtige Entwicklungsphase. Ästlinge brauchen nur dann unsere Hilfe, wenn sie tatsächlich in Not, also zum Beispiel verletzt sind. In unserem Artikel "Vogelbaby gefunden – was tun?" haben wir das Wichtigste zu diesem Thema für Dich zusammengefasst. 
Immer häufiger gehen Eltern und Jungvögel nun getrennte Wege, und schließlich machen sich die Kleinen selbstständig auf die Suche nach Nahrung. Zu dieser Zeit wird es auch an den Futterhäusern deutlich voller, denn zu den Altvögeln kommen nun zahlreiche Nachwuchs-Piepmätze hinzu. 

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Frühjahr und Sommer sind geprägt von der Nachwuchsaufzucht. Auch nach Verlassen des Nestes kümmern sich die meisten Vogelarten noch eine Weile um ihre Jungen, so wie dieser Star. 

Und plötzlich wird es still im Garten – das morgendliche Gezwitscher hat nachgelassen und auch die Vögel sind immer seltener zu sehen. Dies ist ganz einfach erklärt: Der Gesang verliert nach der Balz- und Brutzeit seine wichtigste Funktion, nämlich einen Partner anzuwerben und Territorien zu verteidigen. Daher wird weniger gezwitschert und es ist deutlich ruhiger. Bei vielen Vogelarten beginnt nach dieser Zeit außerdem die Mauser, der jährliche Wechsel des Gefieders. Alle Federn werden ausgetauscht – inklusive der zum Fliegen wichtigen Schwanz- und Schwungfedern. Aufgrund der dadurch eingeschränkten Flugkünste verstecken sich die Vögel vermehrt und sind nicht mehr ganz so häufig zu beobachten wie in den Wochen zuvor. Weil sie teilweise nicht mehr so gut fliegen können und sehr zerrupft, sogar fast kahl aussehen, werden sie häufig für krank gehalten, was jedoch keineswegs der Fall ist. In wenigen Wochen wird ihr Gefieder in neuem Glanz erstrahlen! Nun, gegen Ende des Sommers, werden Früchte und Beeren reif, ein Festmahl für die Vögel! Dieses reichhaltige Buffet ist ideal geeignet, um sich Fettreserven für den langen Flug in den Süden oder die bevorstehende kalte Jahreszeit anzufuttern. 

Herbst 

Wenn etwa ab September die Temperaturen sinken und die Bäume ihr Herbstkleid anlegen, wissen auch die letzten Zugvögel: Es ist Zeit zum Aufbruch! Viele von ihnen haben sich bereits im Hochsommer wieder auf den Weg gemacht, so etwa der Kuckuck oder der Gelbspötter, die nur wenige Monate im Jahr bei uns anzutreffen sind. Während sich die meisten von ihnen still und leise davonmachen – nämlich einzeln und nachts –, sammeln sich die anderen in Schwärmen von teils vielen (hundert-)tausend Tieren, um die lange Reise in ihr Winterdomizil gemeinsam anzutreten. Kraniche machen sich auf den Weg von Skandinavien nach Frankreich und treffen sich zwischen Ostseeküste und Lausitz zur Rast – ein beeindruckendes Naturspektakel, das sich im Frühjahr in umgekehrter Richtung wiederholen wird. Besonders faszinierend ist auch die Schwarmbildung von Staren, die bereits nach der ersten Brutzeit beginnt, wenn sich Jungvögel und unverpaarte Stare zu großen Trupps zusammenfinden. Je weiter der Herbst voranrückt, desto größer werden diese Schwärme. 

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Stare sind Zugvögel. Im Herbst schließen sie sich zu beeindruckenden Schwärmen zusammen, denen sich auf dem Weg nach Süden bis zu 1 Million Individuen anschließen. 

Generell ist die Vogelzahl bei den Herbstzügen etwa doppelt so hoch wie im Frühling, da sich die vielen im Sommer geborenen Jungvögel mit ihren Eltern auf die Reise machen. Doch leider werden nicht alle von ihnen im Frühling zurückkehren, denn der Weg in den Süden ist mit zahlreichen Gefahren verbunden: Neben der enormen Anstrengung und natürlichen Hindernissen wie Meeren, Wüsten oder schlechtem Wetter kommen zahlreiche menschengemachte Gefahren hinzu wie schlecht isolierte Strommasten oder -leitungen oder die Zerstörung von ganzen Rast- und Überwinterungsgebieten. Darüber hinaus fallen jedes Jahr viele Millionen Zugvögel der legalen sowie illegalen Jagd zum Opfer.  Auch in Deutschland ist in einigen Gebieten zum Beispiel die Jagd auf Gänse oder Waldschnepfen erlaubt. 
Während die einen uns verlassen und hoffentlich im nächsten Frühjahr zurückkehren, bekommen wir im Herbst ebenfalls Besuch aus anderen klimatischen Gefilden. So mancher Krähe ist es in Skandinavien nun zu kalt und sie beschließt, den Winter bei uns zu verbringen. Die gewaltigen Krähenschwärme, die wir im Herbst teilweise beobachten können, zeigen, dass dies wohl kein Einzelfall ist. Auch der hübsche Stieglitz (Distelfink), der während der Sommermonate recht selten zu beobachten ist, bekommt im Herbst und Winter Unterstützung von Artgenossen aus dem Norden und Osten. Viele Vögel, die den Sommer im Wald verbracht haben, lassen sich nun öfters im Garten blicken, so etwa Schwanzmeisen oder Erlenzeisige. Diejenigen, die nicht in den Genuss wärmerer Temperaturen kommen werden, bereiten sich auf den Winter vor: Vom Eichelhäher weiß man, dass er bis zu 4.000 Eicheln sammelt und als Vorrat für den Winter versteckt. Ähnlich machen es auch Buntspechte, Kleiber, Tannen- und Sumpfmeisen. 

Winter 

Der Winter stellt eine ganz besonders herausfordernde Jahreszeit für unsere gefiederten Gartenfreunde dar: Wenn die Landschaft unter einer dicken Schneedecke liegt, ist an Würmer, bodenbewohnende Insekten oder Wildkräutersamen kein Herankommen mehr. Vögel, die auf Insekten als Hauptnahrungsquelle angewiesen sind, etwa Mauersegler oder Schwalben, haben sich längst in den warmen Süden verabschiedet. Alle anderen müssen einen Weg finden, um der kalten Jahreszeit zu trotzen: Meisen und Finken ernähren sich im Winter hauptsächlich vegetarisch, etwa von den Samen von Bäumen. Wieder andere haben kleine Nischen gefunden: Das Wintergoldhähnchen beispielsweise ist so klein und leicht, dass es auf den Astspitzen oftmals noch Insekten findet: Andere Vögel können dort aufgrund ihres höheren Gewichts nicht mehr landen bzw. klettern. Die langen, dünnen und spitzen Schnäbel von Spechten, Zaunkönigen und Baumläufern machen es ihnen möglich, auch im Winter Insekten aus Baumritzen oder der Rinde zu picken – ein klarer Vorteil, den sie gegenüber den dickschnäbeligen Sperlingen haben. 

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Das Wintergoldhähnchen, der kleinste Singvogel in unseren Breitengraden, hat im Winter bei der Futtersuche so einige Vorteile durch seine geringe Größe. 

Da das Nahrungsangebot im Laufe des Winters immer geringer wird, ist der Spätwinter eine besonders kritische Zeit für Vögel. Generell rückt das Territorialverhalten zugunsten des Futters in den Hintergrund und man duldet sich gegenseitig, um Nahrung zu finden. Nun heißt es: durchhalten! Wenn dann mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings wieder Mauersegler durch den Himmel jagen und die Nachtigall in der Hecke ihr Lied singt, beginnt der Kreislauf der Jahreszeiten von neuem. 

Wie kannst Du Deinen Gartenvögeln helfen? 

Frühling, Sommer, Herbst und Winter stellen ganz unterschiedliche Herausforderungen an unsere Gartenvögel. Während im Winter das schiere Überleben im Vordergrund steht, ist im Frühjahr die Aufzucht der Jungen die wichtigste Aufgabe. Im Folgenden haben wir ein paar Tipps für Dich zusammengestellt, wie Du Deine Gartenbewohner sinnvoll unterstützen kannst.

Lass der Natur freien Lauf! 

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Eine Wildblumenwiese, heimische Bäume, Hecken und Sträucher bieten Vögeln Nahrung und Versteckmöglichkeiten. 

Wir alle wissen, dass die Natur eigentlich alles bieten würde, was Vögel benötigen, um problemlos durchs Jahr zu kommen. Doch menschliche Eingriffe in das natürliche Ökosystem wie die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren Monokulturen, der Trend zu gestutzten Rasen und Betonwüsten sowie der Einsatz von Düngemitteln und anderen Chemikalien haben den Lebensraum und die Nahrungsverfügbarkeit für eine Vielzahl von Vögeln massiv beeinträchtigt. Auch durch das damit verbundene Insektensterben kommt so manche Vogelart erheblich in Bedrängnis. 
Das Hilfreichste für Deine Gartenbewohner ist es somit, wenn Du der Natur so weit wie möglich freien Lauf lässt! In einem Garten mit vielen heimischen Bäumen, Sträuchern, Hecken und Stauden werden sich die Wildvögel gerne niederlassen, denn diese dienen ihnen das gesamte Jahr über als natürliche Nahrungsquelle, Versteck und Nistplatz. Zu empfehlen sind fruchttragende Gehölze wie Birne, Vogelbeere, Weißdorn, Wilder Wein, Schwarzer Holunder, Schlehe oder Vogelkirsche sowie heimische Rosenarten (z. B. Kriech-, Hunds-, Essigrose) und Stauden wie Wegwarte, Steinklee oder Wilde Karde. Lasse auch verblühte Pflanzen, heruntergefallene Früchte, Laub und abgestorbene Bäume – sofern sie keine Gefahr darstellen – gerne stehen, denn sie bieten Vögeln und Insekten Nahrung und Schutz. Auch eine Totholzecke – das ist einfach ein Haufen mit Ästen und Zweigen – beherbergt Käfer und andere Insekten und ist somit für viele Vögel eine echte Hilfe. Insbesondere Amseln und Rotkehlchen suchen ihre Nahrung am liebsten auf dem Boden. Generell gilt: Je weniger Du im Garten „aufräumst“, desto besser für die Vögel! 

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Es muss kein riesiger Garten sein: Selbst einen kleinen Stadtbalkon kannst Du so bepflanzen, dass Vögel und Insekten hier Nahrung finden.

Füttere Deine Gartenbewohner sinnvoll und bedarfsgerecht! 

Wie wir gesehen haben, sind unsere Gartenbewohner je nach Jahreszeit mit ganz unterschiedlichen und teils kräftezehrenden Herausforderungen konfrontiert – angefangen bei der Nachwuchsaufzucht über die Mauser bis hin zur langen Reise in den Süden. Zugleich nehmen vielerorts die natürlichen Nahrungsquellen immer weiter ab. Nach wie vor gibt es jedoch Diskussionen, ob nur im Herbst und Winter oder ganzjährig gefüttert werden sollte. Die Tendenz geht jedoch eindeutig in Richtung einer Ganzjahresfütterung. 
Am wichtigsten ist für Deine Vögel ein möglichst naturbelassener Garten, der Schutz und Nahrung bietet. Möchtest Du den Vögeln in Deiner Nachbarschaft durch Zufütterung helfen, so eignet sich als Basisfutter ein hochwertiges Wildvogelfutter wie unser Lottis Piepmätze Festschmaus oder Lieblingsfutter Insekt. Ergänzt Du dieses mit Fettfutter (z. B. Lottis Piepmätze Meisenknödel mit Insekten oder Beeren), Insekten (z. B. Lottis Piepmätze Mehlwürmer) sowie Samen und Nussbruch (z. B. Lottis Piepmätze Sonnenblumenkerne oder Lottis Piepmätze gehackte Erdnüsse) finden alle Gartenbewohner etwas, das ihnen schmeckt! 

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Weichfresser wie Rotkehlchen und Amseln freuen sich über eine Extraportion Beeren, Früchte und Insekten!

Versorge Deine Gartenvögel mit Trinkwasser 

Damit Deine Gartenbewohner jederzeit Zugang zu frischem Trinkwasser haben, darfst Du ihnen gerne ganzjährig eine Vogeltränke anbieten. Ist die Tränke groß genug, kannst Du im Winter einen Tennisball hineinlegen – durch dessen Bewegungen im Wind wird ein Gefrieren verhindert. 
Um der Ausbreitung von Krankheiten entgegenzuwirken, ist strikte Hygiene entscheidend, insbesondere in den Sommermonaten. Da an Futter- und Wasserstellen naturgemäß viele Individuen an einem Ort zusammenkommen, haben Keime leichtes Spiel. So hat beispielsweise eine Trichomonaden-Infektion zu einem dramatischen Rückgang der Grünfink-Population geführt. Säubere daher täglich die Futter- und Wasserstellen, am besten mit heißem Wasser. So werden Keime wirkungsvoll abgetötet. Fallen Dir in Deinem Garten tote oder kranke Vögel auf, solltest Du alle Angebote vorerst einstellen, um zu vermeiden, dass sich womöglich andere Federfreunde anstecken. 

Spendiere Deinen Piepmätzen ein erfrischendes Vogelbad! 

Ein absolutes Highlight, insbesondere in den Sommermonaten, ist ein Vogelbad: Hier können sich Deine Gartenfreunde bei hohen Temperaturen abkühlen und putzen. Doch nicht nur zur heißen Jahreszeit, auch im Winter sind Vogelbäder beliebt! Achte auch hier unbedingt auf eine gute Hygiene und stelle das Bad in sicherer Höhe auf, um die in ihren Badespaß vertieften Vögel vor Katzen und anderen Tieren zu schützen. Ein kleiner oder auch großer Gartenteich ist quasi die Luxus-Variante eines Vogelbades. Selbst auf Balkon oder Terrasse lässt sich ein kleiner Mini-Teich anlegen, der sicher nicht nur den Vögeln, sondern auch Dir sowie zahlreichen Schmetterlingen oder Libellen Freude bereiten wird. 

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Ein erfrischendes Bad ist bei allen Gartenvögeln mehr als beliebt!
 

Sorge für geschützte Nist- und Schlafplätze! 

Je nach Art favorisieren unsere Gartenvögel als Nistplätze Höhlen in alten, toten Bäumen, wilde Hecken oder andere geschützte Orte. Leider gibt es aufgrund des Rückgangs von Wäldern, vermehrter monokultureller Landwirtschaft und wenig vogelfreundlicher Gärten immer weniger geeignete Nistplätze. Daher freuen sich Deine Gartenbewohner, wenn Du ihnen unter die Arme bzw. Flügel greifst und Nistkästen an unterschiedlichen Stellen und in verschiedenen Höhen anbringst. Hier haben wir für Dich zusammengefasst, welche Nistkästen für welche Vögel geeignet sind. Blaumeisen freuen sich beispielsweise über ein 26mm-Einflugloch, da größere Varianten meist schon von größeren Artgenossen besetzt sind. Stare brauchen eine ordentlich dimensionierte Haustüre von mind. 45 mm Durchmesser. Schwalben dagegen sind auf spezielle Schwalbennester in luftiger Höhe angewiesen, während Rotkehlchen als Höhlenbrüter ein halboffenes Nest in einer Hecke bevorzugen. 
Je mehr Nist-Varianten Du anbietest, desto mehr Arten werden sich in Deinem Garten niederlassen. Da die meisten Vogelarten bereits im März mit der ersten Brut beginnen, sollten die Nistkästen zu dieser Zeit einsatzbereit sein, um die Vögel danach nicht mehr zu stören. 

Wichtig: Verwende zur Reinigung von Nistkästen, Futter- und Wasserstellen sowie Vogelbädern niemals chemische Reinigungs-, Spül- oder Desinfektionsmittel, denn diese können Deinen Tieren erheblich schaden. Das Ausfegen und evtl. anschließende Auswaschen mit heißem Wasser (unbedingt gut trocknen lassen!) reicht aus. Klopfe vorsichtshalber ein paar Mal gegen den Kasten, bevor Du Dich daran zu schaffen machst, um sicherzugehen, dass sich kein Bewohner mehr darin befindet, etwa eine kleine Haselmaus. So kannst Du Dir einen großen Schreck ersparen! 

In der einen oder anderen kalten Januarnacht magst Du Dich vielleicht fragen, wo Deine Gartenfreunde bei diesen eisigen Temperaturen übernachten. Zwar sind unsere Gartenvögel sehr gut angepasst, doch der Rückgang von Wäldern ist insofern ein Problem, als immer weniger geschützte Rückzugs- und Schlafplätze, etwa in Form von Totholz oder alten Bäumen mit Höhlen, zur Verfügung stehen. Vögel haben eine Körpertemperatur von etwa 39 bis 42 Grad, die sie aufrechterhalten müssen. Daher verbrennen sie in der kalten Jahreszeit sehr viel Körperfett und verlieren schnell an Gewicht und sind geschwächt. Da kann es mehr als angenehm sein, einen ausrangierten Nistkasten als behagliches Schlafdomizil zu nutzen. Daher tust Du Deinen Gartenbewohnern einen großen Gefallen, wenn Du die Nistkästen nach einer gründlichen Reinigung im Spätsommer, nachdem die letzten Jungvögel sicher (!) ausgezogen sind – einfach hängen lässt! So haben Deine kleinen gefiederten Gäste eine sichere und gemütliche Schlafhöhle, die sie vor Wind, Kälte und Regen schützt und ihnen so den Winter leichter macht. So ist zum Beispiel von Meisen, Spatzen und Zaunkönigen bekannt, dass sie die Nistplätze als Schlafhöhle nutzen. 

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Im Winter freuen sich Deine Gartenbewohner ganz besonders über die eine oder andere Leckerei und einen warmen Schlafplatz. 

Fazit 

Wir hoffen, dass wir Dir mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in ein typisches „Gartenvogel-Leben“ in unseren Breitengraden vermitteln konnten. Die Herausforderungen, die mit den unterschiedlichen Jahreszeiten verbunden sind – Futtersuche, Nachwuchsaufzucht, Gefiederwechsel, enorme Kälte oder Hitze, der Zug nach Süden usw. –, verlangen unseren Gartenfreunden einiges ab. Zugleich schwinden zunehmend die natürlichen Lebensräume: Viele Nahrungsquellen versiegen und es gibt immer weniger geschützte Nistplätze und Insekten. Durch eine gezielte und sinnvolle Zufütterung, die Bereitstellung von Nistplätzen und Vogelbad kannst Du Deine Gartenbewohner unterstützen. Am Allerwichtigsten für Deine gefiederten Freunde wie für alle anderen Wildtiere ist jedoch eine möglichst unberührte Natur. Heimische Bäume, Hecken, Sträucher und Blumen, die ganzjährig Nahrung und Schutz bieten, sowie möglichst naturbelassene Gärten sind die größte Hilfe für unsere Wildvögel.

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