Steckbrief Meerschweinchen
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Wusstest Du, dass es Vertreter der Meerschweinchen-Familie gibt, die bis zu 65 kg schwer werden, während andere nur zarte 300 Gramm auf die Waage bringen? Oder dass der Pampashase entgegen seinem Namen, den er den langen Beinen und großen Ohren zu verdanken hat, keinesfalls ein echter Hase ist, sondern ebenfalls zur Familie der Meerschweinchen zählt? Zugegeben: Auf den ersten Blick würde man kaum vermuten, dass Capybara – das ist das „65kg-Meerschweinchen“ –, Pampashase und unsere doch eher kleinen und zarten Gefährten – die Hausmeerschweinchen – so eng miteinander verwandt sind! 

Die Familie der Meerschweinchen (Caviidae) umfasst etwa 20 Arten, die sich nicht nur in ihrem Aussehen teilweise erheblich voneinander unterscheiden, sondern auch in ihrer Lebensweise. Das als Heimtier gehaltene Hausmeerschweinchen stammt vermutlich vom heute noch wild in der Andenregion vorkommenden Tschudi-Meerschweinchen ab und gehört wie dieses zur Gattung der Echten Meerschweinchen (Cavia). Wann die Domestizierung („Haustierwerdung“) von Meerschweinchen erfolgte, sie also über Generationen hinweg unabhängig bzw. genetisch isoliert von ihrer Wildform gehalten wurden, ist nicht genau bekannt, es wird jedoch vermutet, dass es zwischen 5000 und 2000 v. Chr. war. Nach Europa exportiert und hier weitergezüchtet wurden sie jedoch erst im 16. Jahrhundert. Heute gehören Meerschweinchen mit zu den beliebtesten Haustieren.

Eines ist klar: Gemeinsam mit einem Pärchen oder einer Gruppe Meerschweinchen zieht immer auch jede Menge Aktivität und Leben mit ein, aber natürlich auch Arbeit und Verantwortung. Meerschweinchen sind äußerst intelligente und lebhafte Tiere, aber auch Fluchttiere, deren Bedürfnisse nach Bewegung und Beschäftigung, aber auch nach Schutz und Geborgenheit gleichermaßen erfüllt werden müssen, um ihr Wohlbefinden zu gewährleisten. 

Herkunft & natürliche Lebensweise 

Das Tschudi-Meerschweinchen, von dem das Hausmeerschweinchen vermutlich abstammt und das als dessen nächster Verwandter gilt, ist vor allem in der südamerikanischen Andenregion verbreitet – insbesondere in Peru, aber auch in Teilen von Chile und Bolivien bis ins nördliche Argentinien. Sein bevorzugter Lebensraum sind buschreiche Graslandschaften, es ist aber auch in felsigen Regionen anzutreffen und lebt in Höhen von bis zu 4500 Metern. 

Tschudi-Meerschweinchen leben in Gruppen bzw. Rudeln von bis zu 20 Tieren, die zumeist aus einem Männchen, mehreren Weibchen und deren gemeinsamen Nachkommen bestehen (sog. Harem). Männliche Jungtiere werden ab einem bestimmten Alter aus der Gruppe vertrieben und müssen sich dann ein eigenes Revier bzw. Rudel suchen. 

Wildlebende Tschudi-Meerschweinchen sind vor allem dämmerungsaktiv und bewohnen Bauten mit mehreren Eingängen, die sie jedoch nicht selbst graben, sondern meist von anderen Tieren übernehmen. Sie besitzen ein großes Lautrepertoire und sind sehr gesprächig und lebhaft – sie legen weite Distanzen zurück und kommunizieren über vielfältige Laute wie Gurren, Quieken, Pfeifen und Glucksen. Droht Gefahr oder fühlen sie sich bedroht, so fliehen die Tiere oder verfallen in eine Schockstarre, bewegen sich also gar nicht mehr („Freezing“). Diese natürlichen Verhaltensweisen hat sich auch das Hausmeerschweinchen beibehalten. 

Meerschweinchen aller Arten – so auch Tschudi- und Hausmeerschweinchen – sind Vegetarier und ernähren sich von unterschiedlichen Gräsern, Kräutern und anderen Grünpflanzen und Pflanzenteilen. Typisch ist – wie für viele Pflanzenfresser – die regelmäßige Aufnahme von sog. Blinddarmkot (Caecotrophe), um eine bessere Verwertung der schwer verdaulichen Nahrung zu gewährleisten. Konkret bedeutet dies, dass neben dem „normalen“ Kot in Form von kleinen, dunklen, trockenen Kötteln, die keine verwertbaren Nahrungsreste mehr enthalten, auch im Blinddarm produzierter, feuchterer und mit Schleim durchsetzter Kot abgesondert, direkt wieder aufgenommen und unzerkaut geschluckt wird. Dadurch wird eine mehrfache bakterielle Gärung erreicht, wodurch Cellulose besser aufgeschlossen und die pflanzliche Nahrung besser verwertbar wird. Diese als Koprophagie (Verzehren von Kot) bezeichnete Verhaltensweise ist ganz normal und wichtig für die Gesundheit der Tiere. Meerschweinchen können außerdem als einzige Wirbeltiere neben dem Menschen nicht selbst Vitamin C produzieren und müssen es daher über die Nahrung aufnehmen. 

Aussehen 

Das Tschudi-Meerschweinchen als Vorfahre des Hausmeerschweinchens sieht diesem recht ähnlich. Es wird bis zu 30 cm groß, wiegt 300 bis 400 Gramm und hat ein gräulich-bräunliches Fell, das am Bauch meist heller ist (cremefarben, gräulich-weiß). Im Gegensatz zum Hausmeerschweinchen hat es jedoch eine deutlich spitzer zulaufende Nase.

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Das Hausmeerschweinchen stammt vermutlich vom Tschudi-Meerschweinchen ab, kommt aber mittlerweile in vielen unterschiedlichen Farben und unterschiedlich langem Fell vor. 

Aufgrund der bereits lange zurückliegenden Domestikation und der später systematisch und zielgerichtet erfolgenden Zuchtbemühungen haben sich mittlerweile viele Rassen des Hausmeerschweinchens herausgebildet, die sich in Größe, Farbe, Fellstruktur und Fellbeschaffenheit unterscheiden. Ganz grob werden Hausmeerschweinchen je nach Rasse zwischen 20 und 35 cm groß und erreichen ein Gewicht von 700 g bis 1,2 kg. Sie haben einen kleinen kompakten Körper, kurze Beine und einen kurzen Schwanz sowie nach vorne gerichtete Ohren. Ihr Fell kann kurz oder lang, glatt oder gewellt und unterschiedlich gefärbt sein. 

Tiergerechte Haltung von Meerschweinchen 

Meerschweinchen sind aktiv, gesellig und lebhaft, aber – zumindest zu Beginn, manchmal jedoch zeitlebens – auch schreckhaft und scheu. Ihnen sollte daher stets mit Behutsamkeit und möglichst auf Augenhöhe (auf den Boden setzen) begegnet werden. Jegliche Art von Festhalten ist für Meerschweinchen mit erheblichem Stress verbunden – auch das Tragen der Tiere oder das Herausheben aus dem Gehege ohne Notwendigkeit sollte daher vermieden werden. 

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Meerschweinchen sollte man sich immer ruhig und bedächtig, möglichst auf Augenhöhe, nähern. Leckerli sind immer eine gute Möglichkeit, Kontakt aufzunehmen. 

Bei Meerschweinchen wechseln sich Ruhe- und Aktivitätsphasen ab, auch nachts, was bei der Standortwahl des Geheges berücksichtigt werden sollte, da es durchaus auch mal laut werden kann. Die Fellnasen brauchen ausreichend Platz, Artgenossen , Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten, viel Beschäftigung und gesundes Futter. 

Wie Du Deinen Meerschweinchen ein perfektes Wohnambiente schaffen kannst, verrät Dir der folgende Überblick. 

Meerschweinchen brauchen Artgenossen

Meerschweinchen sind äußerst sozial und brauchen unbedingt engen Kontakt zu Artgenossen, um nicht zu verkümmern, sondern gesund zu bleiben und sich wohlzufühlen. Sie sollten daher nicht alleine gehalten und auch nach dem Tod eines Partners schnell wieder vergesellschaftet werden. 

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Meerschweinchen kommunizieren und interagieren unentwegt miteinander und müssen daher immer mindestens zu zweit gehalten werden. 

Nun kann man die Gruppe aber keinesfalls nach Belieben zusammensetzen, denn neben individuellen Zu- und Abneigungen entscheidet insbesondere das Geschlecht der Schweinchen über die künftige Harmonie oder Disharmonie in der Gruppe. Sowohl die Haltung als Harem – ein (!) kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen – als auch als Paar (Männchen/Weibchen, ggf. auch zwei kastrierte Böcke, sofern sie es von klein auf gewöhnt sind, kein Sicht-, Riech- oder Hörkontakt zu weiblichen Tieren besteht und sehr viel mehr Platz zur Verfügung steht) gelingt in der Regel problemlos. Eine reine Weibchen-Gruppe funktioniert – wenn überhaupt – meist nur für eine bestimmte Zeit. Zudem gibt es Studien, die nahelegen, dass es dabei vermehrt zu Erkrankungen wie Eierstockzysten kommen kann. 

Falls kurz die Idee aufblitzen sollte, dass es eine gute Idee wäre, ein Meerschweinchen mit anderen Kleinsäugern wie beispielsweise Kaninchen zu vergesellschaften, ist kurz und knapp zu sagen: ist es nicht! Unterschiedliche Kleinsäuger haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse, Gewohnheiten und Verhaltensweisen und können nicht miteinander kommunizieren – sowohl Meerschweinchen als auch Kaninchen und andere sozial lebende Kleinsäuger brauchen daher Kontakt zu ihresgleichen. Übrigens können Kaninchen auch bei Meerschweinchen tödlich verlaufende Atemwegsinfektionen an diese übertragen – ein weiterer Grund, von dieser nicht tiergerechten Kombination Abstand zu nehmen. 

Gehege: Anforderungen, Standort & Einrichtung

Meerschweinchen sind bewegungsfreudige, lebhafte und aktive Tiere, die viel Platz brauchen, um sich wohlzufühlen. Generell gilt natürlich: Je größer ihr Gehege, desto besser! Gemäß der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e. V. (TVT) gilt ein Platzangebot von 2 Quadratmetern als Mindestmaß für zwei bis vier Tiere. Für jedes weitere Tier, das hinzukommt, muss diese Grundfläche um 0,5 Quadratmeter vergrößert werden. 

Diese Anforderungen können sowohl in Form der immer beliebter werdenden freien Wohnungshaltung als auch durch eine Kombination von Gehege und Freilauf umgesetzt werden. Auch wenn Du Deine Lieblinge in den Sommermonaten im Garten hältst, solltest Du auf ausreichend Platz achten. 

Das Gehege sollte einen möglichst ruhigen Standort bekommen, da die Tiere sehr geräuschempfindlich und schreckhaft sind. Direkte Sonneneinstrahlung und die Platzierung direkt an einem Heizkörper sollten vermieden werden. Ideal sind Temperaturen von etwa 16 bis 22 Grad. 

Als Einstreu empfiehlt sich eine saugfähige und staubarme Variante, etwa Naturmaterialien wie Hanf oder Leinen. Mittlerweile erfreut sich auch die Fleecehaltung zunehmender Beliebtheit. 

Als Fluchttiere brauchen Deine Schützlinge unbedingt ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, weshalb Du ihnen mehrere Häuschen (mind. 1 Haus pro Tier) sowie Röhren, Unterstände und andere von ihnen als sicher empfundene Verstecke zur Verfügung stellen solltest. Vor allem lieben Meerschweinchen alle Varianten von weichen Kuschelröhren, -betten und -hängematten, damit kannst Du ihnen also eine besondere Freude machen. Wichtig ist es, dass diese mindestens zwei Ein- bzw. Ausgänge haben, sodass die Fellnasen jederzeit hinein und hinaus können und keines der Schweinchen den einzigen Zugang blockiert und ein anderes in die Ecke drängt. 

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Ausreichend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten sollten sowohl im Gehege als auch im Freilauf jederzeit zur Verfügung stehen. 

Daneben sind natürlich Futter- und Wassernäpfe, Heuraufen und Beschäftigungsmöglichkeiten obligatorisch. 

Tipp: Bei hohen Temperaturen im Sommer, auf die die Tiere sehr empfindlich reagieren können, sind Kälteplatten (im Fachhandel erhältlich) empfehlenswert! 

Außenhaltung 

Eine ganzjährige Außenhaltung können wir nicht empfehlen, da die Temperaturen in Deutschland und Österreich deutlich kälter und nasser sind als in der Ursprungsregion. Zudem ist eine tägliche Kontrolle auf Erkrankungen sehr viel schwieriger durchzuführen, was häufig zu später Diagnose und frühem Tod der Tiere führt. In der warmen Jahreszeit (ca. Mai bis September, abhängig von der Temperatur) kannst Du Deine Lieblinge aber durchaus im Garten oder auf der Terrasse halten – ein entsprechend dimensioniertes Außengehege von mind. 2 Quadratmetern für zwei bis vier Tiere plus Freilauf vorausgesetzt. 

Achte darauf, Deine Lieblinge im Vorfeld der Außenhaltung langsam an das dort natürlich vorkommende Nahrungsangebot, etwa Gras, zu gewöhnen (Menge sukzessiv steigern), um Verdauungsbeschwerden zu vermeiden. Selbstverständlich darf die Grünfläche nicht frisch gedüngt oder mit Unkrautvernichtungsmitteln behandelt sein. 

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Vor dem Umsetzen ins Außengehege sollten Deine Lieblinge langsam an Gras gewöhnt werden. 

Was die Strukturierung und Einrichtung des Geheges betrifft, so sollten folgende Bedingungen erfüllt sein: 

  • Auch im Außengehege und Freilauf brauchen Deine Lieblinge stets ausreichend Möglichkeiten, sich zu verstecken und Schutz zu suchen, beispielsweise in Form von Häuschen (mit mehreren Ein- bzw. Ausgängen), Röhren, Tunneln usw. 
  • Das Gehege sollte vor Fressfeinden (z. B. Füchse, Marder, Katzen, Raubvögel) geschützt sein – auch Deine Schweinchen sollten natürlich nicht abhauen können! Es braucht nicht nur ausreichend Schutz rundherum durch ein sicheres Gehege, sondern auch nach oben, um Raubtieren das Eindringen zu verunmöglichen (Netze, Überdachung). 
  • Meerschweinchen sind sehr hitzeempfindlich, weshalb darauf geachtet werden sollte, dass ausreichend Schattenplätze, Abkühlmöglichkeiten (z. B. Kühlplatten, Buddeloptionen) und frisches Trinkwasser bereitstehen und mindestens 1 Quadratmeter der Fläche komplett im Schatten liegt. Bei Tieren mit „roten Augen“ (Nichtpigmentierung der Iris) muss das gesamte Gehege beschattet sein. 

Beschäftigung 

Meerschweinchen sind sehr aktiv und lebhaft und freuen sich daher in erster Linie über viel Platz, den sie zum Rennen und Erkunden nutzen können. Eine freie „Rennstrecke“, gerne so lang wie möglich, sollte ihnen geboten werden. 

Um Deine kleinen Fellnasen wie in freier Wildbahn auf Futtersuche zu schicken und sie dadurch tiergerecht zu beschäftigen, kannst Du einen Futterbaum oder -ball sowie Intelligenzspielzeug verwenden oder an einer Schnur mit Wäscheklammern z. B. Gemüsestückchen aufhängen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, Futter und Beschäftigung miteinander zu verbinden und etwas Action ins Gehege zu bringen. 

Tunnel, Häuschen, Röhren, Brücken, Unterstände und anderes Meerschweinchen-taugliches Zubehör sorgen für Strukturierung und bieten vielfältige Anreize zur Bewegung und zum Zeitvertreib. Meerschweinchen nutzen gerne die Dächer von Häuschen oder andere erhöhte Orte, um sich einen Überblick zu verschaffen. Mit sanft ansteigenden Rampen und Brücken sollte gewährleistet werden, dass sie alle Stellen gut erreichen und nirgendwo herunterfallen können oder sich einklemmen. Insbesondere bei älteren Tieren sind solche Rampen sehr wichtig. 

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Erlebnisfutter in Form von Futterpflanzen wie Callisia sorgt für Beschäftigung. 

Auch für ausreichend Knabbermaterial, etwa in Form von ungespritzten Obstbaum- oder Haselnuss-Ästen, sollte stets gesorgt sein, nicht zuletzt, um die Abnutzung und Kürzung der lebenslang nachwachsenden Zähne zu unterstützen. 

Ernährung

Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und nehmen als sog. „Dauerfresser“ den ganzen Tag über etwa 60 bis 80 kleiner Portionen zu sich – diese Gewohnheit ist überlebenswichtig und muss ihnen unbedingt ermöglicht werden, indem das Grundfutter dauerhaft zur Verfügung steht. Dieses sollte vor allem aus getrockneten oder frischen Pflanzenteilen (Wiesenschnitt, Heu) bestehen. Komplettiert wird der Speiseplan durch Frischfutter (Grünfutter wie Kräuter und Bittersalate & Gemüse wie Paprika oder Fenchel etwa im Verhältnis 70:30 %). Zuckerarmes Obst (Apfel, Birne) darf hin und wieder als besondere Leckerei gefüttert werden.

Wichtig: Meerschweinchen sind nicht in der Lage, selbst Vitamin C zu bilden. Um die Folgeerscheinungen eines Vitamin-C-Mangels wie Skorbut zu vermeiden, ist es wichtig, dass sie über die Nahrung ausreichende Mengen des Vitamins aufnehmen. Dies erfolgt in erster Linie durch Frischfutter, es sind jedoch auch Vitamin-C-Präparate zum Zufüttern, beispielsweise im Winter, im Fachhandel erhältlich. 

Meerschweinchen haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem, weshalb ein Futterwechsel (bspw. Gewöhnung an Gras bei der Außenhaltung, neue Futtersorten, Gewöhnung an Kohl etc.) immer sehr langsam und behutsam erfolgen sollte, indem die Menge sukzessive gesteigert wird, sodass sich die Darmflora entsprechend anpassen kann. Selbstverständlich muss den Fellnasen jederzeit frisches Trinkwasser zur Verfügung stehen. 

Pflege & Gesundheit 

Zur täglichen Pflege Deiner Meerschweinchen bzw. ihres Geheges gehören die Entfernung von Kot und Urin, das Reinigen und Auffüllen der Wassernäpfe, die Fütterung, die Entsorgung nicht gefressener Frischfutter-Reste und der Austausch des alten Heus gegen frisches. 

Um gesundheitliche Probleme oder Auffälligkeiten rechtzeitig zu bemerken, solltest Du einmal wöchentlich das Gewicht, die Schneidezähne, die Pfoten, Haut und Fell sowie Nase, Ohren, After- und Genitalregion auf Veränderungen und Auffälligkeiten kontrollieren. An diesen Gesundheitscheck sollten die Tiere sehr langsam und behutsam gewöhnt werden, da jedes Festhalten für daran nicht gewöhnte Meerschweinchen mit extremem Stress verbunden ist. Ein Training mit viel Belohnung (Tipp: Erbsenflocken) ist somit unabdingbar, um den Gesundheitscheck ohne Stress für die Tiere durchführen zu können. 

Wichtig: Halten die Tiere komplett still, so ist dies keinesfalls ein Zeichen von Wohlbefinden, sondern von großer Angst (Schreckstarre). 

Für die tägliche Pflege solltest Du etwa 30 Minuten einkalkulieren, für die Komplettreinigung des Geheges inklusive der Einrichtungsgegenstände kommen wöchentlich nochmals 1 bis 2 Stunden hinzu. Das alles macht zwar Arbeit, aber natürlich auch viel Spaß. Deine Meerschweinchen werden Dich auch sehr schnell kennen und schätzen lernen und Dich mit freudigem Gequieke begrüßen! 

Doch wie erkennst Du, ob eines Deiner Meerschweinchen krank ist? Hast Du sie regelmäßig gut im Blick, werden Dir Veränderungen schnell auffallen: Gesunde und fitte Meerschweinchen haben glänzendes und gleichmäßiges Fell, unauffällige Haut ohne kahle Stellen oder schuppige Beläge (auch die Ohren kontrollieren!) sowie trockene Nasenöffnungen und einen sauberen After- und Genitalbereich. Sie bewegen sich gern und viel, futtern den ganzen Tag über kleinere Portionen und setzen Kot in Form kleiner, dunkelbrauner und fester Köttel ab (feuchterer Kot, den sie direkt vom After aufnehmen, sog. Blinddarmkot, ist völlig natürlich und wichtig!). Körperliche Veränderungen und Auffälligkeiten (z. B. Nichtbelasten von Gliedmaßen, kahle Stellen oder schuppige Haut, Durchfall, Ausfluss aus Nase und/oder After- und Genitalbereich, verklebte Augen usw.) sollten Dich ebenso wie Verhaltensänderungen (z. B. Appetitmangel, Schläfrigkeit, verringerte Aktivität usw.) zeitnah zu einem im Bereich Kleinsäuger kompetenten Tierarzt führen. Appetitmangel oder gar Futterverweigerung ist übrigens immer ein tierärztlicher Notfall, da das Verdauungssystem von Meerscheinchen auf die kontinuierliche Nahrungszufuhr angewiesen ist, um problemlos zu funktionieren. Ist dies nicht der Fall, kann es schnell zu lebensbedrohlichen Aufgasungen kommen. 

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Ein wöchentlicher Gesundheitscheck sorgt dafür, dass Krankheiten frühzeitig erkannt werden, muss aber mit viel Geduld und Leckerli geübt werden. 

Fragen & Antworten zu Meerschweinchen

Sind Meerschweinchen für Kinder geeignet? 

Der Wunsch von Kindern nach einem Haustier ist natürlich absolut verständlich und häufig stehen Meerschweinchen ganz oben auf der Wunschliste. Bevor jedoch eine Gruppe der quirligen Fellnasen in einen Haushalt mit Kindern einzieht, sollten einige Aspekte bedacht und mit dem Nachwuchs besprochen werden: 

Meerschweinchen sind sehr geräuschempfindlich und generell recht schreckhaft. Man sollte also immer darauf achten, sich ihnen langsam und behutsam zu nähern, idealerweise auf Augenhöhe (auf den Boden setzen). So fassen sie in der Regel schnell Vertrauen und werden zunehmend zutraulicher. 

Auch wenn der Wunsch von Kindern, die kleinen Fellnasen im Kinderzimmer wohnen zu lassen, durchaus nachvollziehbar ist, gibt es einige Gründe, die dagegensprechen: Wie geschrieben reagieren Meerschweinchen sehr empfindlich und gestresst auf Lärm und Hektik, darüber hinaus wechseln sich bei ihnen die Aktivitätsphasen ab, sodass sie durchaus auch nachts sehr laut sein können, was dem Schlaf der Zweibeiner nicht zuträglich sein wird. Aus diesen Gründen sollte lieber ein ruhiger Raum, in dem niemand schläft, für die Fellnasen gewählt werden. 

So niedlich sie auch sind: Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere und schätzen es gar nicht, hochgenommen, geknuddelt und herumgetragen zu werden. Oftmals verfallen sie dabei vor Angst in eine Schreckstarre und werden völlig bewegungslos, was schnell als Wohlbefinden missinterpretiert werden kann. Dir und Deinen Kindern muss daher bewusst sein, dass es sich in erster Linie um Beobachtungstiere handelt. Als Elternteil solltest Du natürlich mit gutem Vorbild vorangehen und Deinen Kids zeigen und erklären, wie tiergerecht mit Meerschweinchen umgegangen wird. Bei entsprechender Vorsicht und Behutsamkeit fassen die kleinen Fellnasen sehr schnell Vertrauen, sie erkennen die Stimmen der ihnen vertrauten Menschen und lassen sich auch aus der Hand füttern. 

Wie viele Meerschweinchen muss man halten? 

Als äußerst soziale und gesellige Gruppen- bzw. Rudeltiere sollten Meerschweinchen auch in menschlicher Obhut niemals alleine gehalten werden, sondern immer mindestens zu zweit. Noch wohler fühlen sich die Fellnasen in Kleingruppen von 3 – 10 Tieren. Wichtig ist allerdings die richtige Zusammensetzung der Gruppe in Bezug auf die Geschlechter, da nicht jede Kombination funktioniert und Streit innerhalb des Rudels schnell zu schweren Auseinandersetzungen und Verletzungen führen kann. Empfehlenswert ist insbesondere die Haltung in einem Harem (ein kastriertes Männchen + mehrere Weibchen) oder als Paar (Weibchen/Männchen, ggf. auch mehrere kastrierte Böcke, sofern sie dies von klein auf gewohnt sind und genug Platz haben). 

Fazit 

Meerschweinchen sind spannende, aktive und gesellige kleine Vierbeiner, die 6 bis 8 Jahre alt werden. Gemäß ihrer natürlichen Lebensweise sollten Meerschweinchen auch als Heimtiere niemals alleine, sondern immer zumindest als Paar, besser als kleine Gruppe, gehalten werden. Wichtig sind genug Platz (Grundfläche von mind. 2 Quadratmeter für zwei bis vier Tiere), genug Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten für alle Tiere, Beschäftigung sowie ausgewogenes Futter. Meerschweinchen sind Fluchttiere und tendieren daher dazu, sich schnell zu erschrecken – ein behutsamer Umgang mit ihnen sollte daher immer im Vordergrund stehen. 

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