Fellwechsel beim Hund

Wenn der Staubsauger seinen Arbeitseinsatz um 100 % erhöht, dann weiß der Hundemensch: Der Fellwechsel hat begonnen! Nun stehen etwa 6 bis 8 Wochen an, in denen der Vierbeiner sein Haarkleid quasi einmal komplett austauscht und an die klimatischen Bedingungen anpasst – im Herbst wechselt das luftig-leichte Sommerfell zu einem wärmenden Winterfell, im Frühling ist es dann umgekehrt. Jedenfalls gilt dies für jene Rassen und Mischlinge, die einen solch intensiven jahreszeitlich bedingten Fellwechsel durchmachen, was nicht auf alle zutrifft. Gehört Dein Vierbeiner zu den haarenden und fellwechselnden Exemplaren, findest Du in unserem Artikel alles Wissenswerte zum Thema sowie Pflegetipps, um den manchmal durchaus anstrengenden Fellwechsel gemeinsam zu meistern! 

Warum und wann wechseln Hunde ihr Fell?

Ebenso wie wir Menschen verlieren auch Hunde das gesamte Jahr über abgestorbene Haare, die durch neue, gesunde ersetzt werden. So wird das Fell nach und nach erneuert und bleibt gesund und geschmeidig. Zweimal im Jahr allerdings – zumeist im April/Mai sowie im September/Oktober – durchlaufen unsere Vierbeiner einen umfassenden Fellwechsel, bei dem das Fell quasi rundum erneuert und an die Jahreszeit bzw. die klimatischen Bedingungen angepasst wird. Angestoßen wird dieser natürliche Prozess durch die sich ändernden Lichtverhältnisse und Temperaturen zu diesen Jahreszeiten, denn diese bedingen die Ausschüttung des Hormons Melatonin, das nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert, sondern auch den Fellwechsel initiiert. Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden und die Sonne schwächer scheint, steigt die Melatonin-Produktion an, wodurch der Wechsel vom luftig-leichten Sommerfell zum dichteren und stärker wärmenden Winterfell angestoßen wird. Im Frühling wiederum ist es genau umgekehrt: Wenn die Tage länger und heller werden und die Temperauren in die Höhe klettern, wird weniger Melatonin produziert – das Winterfell wird abgeworfen und durch das Sommerfell ersetzt. Durch diesen jahreszeitlich bedingten Fellwechsel passen sich Hunde an die herrschende Temperatur an, was dazu führt, dass sie ihre Körpertemperatur besser regulieren können. In der Regel ist der saisonale Fellwechsel nach etwa 6 bis 8 Wochen abgeschlossen. 

Durchlaufen alle Hunde einen Fellwechsel?

Evolution und züchterische Bemühungen haben im Laufe der Zeit viele Hunderassen mit ganz individuellen Felltypen entstehen lassen, die sich nicht nur in Farbe, Länge und Beschaffenheit unterscheiden, sondern auch darin, ob sie einen jahreszeitlich bedingten Fellwechsel durchmachen oder nicht. So lassen sich in Bezug auf das Fell beispielsweise Hunde mit Stockhaar (zweischichtig mit dichter Unterwolle und etwas längerem Deckhaar), Kurzhaar- und Langhaar-Hunde mit oder ohne Unterwolle sowie Fellnasen mit Seiden-, Kraus- oder Rauhaar unterscheiden. Einige von ihnen durchlaufen den typischen saisonalen Fellwechsel, andere nicht oder in deutlich geringerem Ausmaß. Zu den kaum haarenden Hunderassen zählen beispielsweise der Havaneser, der Bolonka Zwetna, der Pudel, der Lagotto Romagnolo sowie sog. Hybridhunde wie der Schnoodle oder Maltipoo. Diese Rassen und entsprechende Mischlinge machen zwar keinen saisonalen Fellwechsel durch, sie erfordern aber andere Pflegemaßnahmen, etwa eine regelmäßige Schur. 

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Wie stark Hunde haaren und ob sie einen jahreszeitlich bedingten Fellwechsel durchmachen, hängt in erster Linie von ihrer Rasse ab. Bei Mischlingen kann dieser Aspekt durchaus einige Überraschungen bieten. 

Doch auch unter den haarenden und fellwechselnden Vierbeinern gibt es durchaus erhebliche Unterschiede bezüglich der Intensität des Fellwechsels. Während kurzhaarige Hunde wie Jack Russel Terrier oder Galgos keiner intensiven Pflege bedürfen, kann dies bei Rassen mit längerem Fell oder dichter Unterwolle wie Schäferhunden oder Huskies anders aussehen. Die Rasse bietet somit den wichtigsten Anhaltspunkt, welche Pflege Deine Fellnase braucht. Infos dazu findest Du beispielsweise in unseren Steckbriefen. Bei Mischlingen, deren Eltern nicht bekannt sind, wie es oft bei Hunden aus dem Tierschutz der Fall ist, kann es dagegen durchaus einige Zeit dauern, bis man die richtigen Pflegeroutinen entwickelt hat. 

Ebenfalls einen Einfluss auf die Intensität des Fellwechsels bzw. generell das Haaren haben Faktoren wie das Alter und der Hormonstatus. So haaren beispielsweise ältere Vierbeiner mehr als jüngere und kastrierte mehr als unkastrierte. 

Hunde während des Fellwechsels unterstützen

Generell stecken die meisten Vierbeiner den Fellwechsel problemlos weg – das bedeutet jedoch nicht, dass dieser nicht anstrengend für sie und ihren gesamten Organismus ist. Daher ist es wichtig, sie in dieser Zeit bestmöglich zu unterstützen und sie gut im Blick zu haben, um sich anbahnende gesundheitliche Probleme schnell zu bemerken. Nicht selten kommt es zu Juckreiz, leichter Schuppenbildung oder Hautirritationen, wenn abgestorbene Haare zwicken und pieken. Bei Hunden mit dichter Unterwolle können sich darüber hinaus Verfilzungen bilden, die eine optimale Umgebung für Pilze und Parasiten darstellen – sie sollten daher rechtzeitig entfernt werden. 

Außerdem sollte man immer im Hinterkopf haben, dass es viele Erkrankungen gibt, die mit Fellverlust, mattem Fell, Schuppen oder Hautirritationen einhergehen – daher solltest Du, wenn Du unsicher bist, ob es sich um den jahreszeitlich bedingten Fellwechsel handelt oder womöglich ein gesundheitliches Problem vorliegt, nicht zögern, einen Tierarzt zu konsultieren, um sicherzugehen. Ansonsten wird der Fellwechsel nach etwa 6 bis 8 Wochen abgeschlossen sein. Für diese Zeit kannst Du Deinen Vierbeiner mit einigen Maßnahmen unterstützen und ihm so die Erneuerung seines Haarkleides erleichtern. 

Bürsten, bürsten, bürsten 

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Um dem Vierbeiner während des Fellwechsels Erleichterung zu verschaffen, solltest Du ihn regelmäßig bürsten. 

Den Vierbeiner regelmäßig mit für seine Felllänge und -struktur geeigneten Utensilien zu bürsten und zu kämmen, ist die effektivste Methode, ihn beim Fellwechsel proaktiv zu unterstützen. So werden nicht nur lose, abgestorbene Haare entfernt und Verfilzungen können sanft gelöst werden – auch die Haut wird durch die Massage besser durchblutet, das Wachstum neuer Haare angeregt, die Luftzirkulation erhöht und Juckreiz vermindert. Je nach Fell kann es während des Fellwechsels notwendig sein, täglich zu Bürste, Striegel, Kamm & Co. zu greifen. Hier auf das richtige „Werkzeug“ zu achten, kann Dir die Arbeit erheblich erleichtern und die Fellpflege angenehmer für Deinen Vierbeiner machen. In unserem Artikel zu verschiedenen Felltypen haben wir für Dich zusammengefasst, welche Pflegemaßnahmen für welche Art von Fell geeignet sind. Eventuell musst Du hier auch ein bisschen ausprobieren, mit welchen Utensilien Du und Dein Vierbeiner am besten zurechtkommt: Ein Furminator kann beispielsweise hervorragende Dienste darin leisten, Unterwolle auszubürsten, und ist für kurz- und langhaarige Hunde in unterschiedlichen Größen erhältlich. Auch eine Zupfbürste entfernt Unterwolle und lose Haare sowie kleinere Verfilzungen. Sind diese hartnäckiger, kann ein Entfilzer, eventuell in Kombination mit einem Entwirrspray helfen. Mit einem Gumminoppenhandschuh oder einer Bürste mit weichen, abgerundeten kannst Du sanft die Haut massieren und noch nicht daran gewöhnte Vierbeiner sowie Welpen sanft an die Pflege heranführen. Komplettiert wird die Produktreihe zum Beispiel durch Leichtkämmsprays oder sanfte Cremes bei Hautirritationen. Baden solltest Du Deinen Vierbeiner übrigens nur, wenn er schmutzig ist, um den Säureschutzmantel der Haut möglichst wenig negativ zu beeinflussen. Hier haben wir allgemeine Tipps zum Thema Hundepflege für Dich zusammengefasst. Unsere Mitarbeitenden in unseren Kölle Zoo Märkten helfen Dir gerne bei der Auswahl der richtigen Pflegeprodukte für die individuelle Fellbeschaffenheit Deines Hundes. 

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Für Welpen und noch nicht an die Fellpflege gewöhnte Vierbeiner eignen sich Bürsten mit weichen Noppen oder Gumminoppenhandschuhe. 

Gesunde Ernährung 

Auch auf die Ernährung sollte generell und insbesondere während des Fellwechsels ein besonderes Augenmerk gelegt werden, denn es ist bekannt, dass eine ausgewogene und bedarfsgerechte Versorgung mit bestimmten Nährstoffen die Gesundheit von Haut und Fell unterstützen und somit auch den Fellwechsel positiv beeinflussen kann. Da Haare zu einem Großteil aus Proteinen (genauer Keratin) bestehen, sollte eine ausreichende Versorgung stets gewährleistet sein, was durch ein protein-, also fleischreiches, Futter leicht gelingt. Auch ungesättigte Fettsäuren, etwa in Form von Lachsöl, sowie Vitamine des B-Komplexes sind wichtig für den Hundeorganismus und die Gesundheit von Haut und Fell. Hier kannst Du unterstützend einwirken und beispielsweise eine Kur mit Lachsöl und Bierhefe (Quelle für B-Vitamine) in den Speiseplan einbauen. Um sicherzugehen, dass diese Nahrungszusätze für Deinen Liebling geeignet sind, solltest Du vorher Deinen Tierarzt fragen. 

Fazit 

Viele Hunderassen und Mischlinge haaren nicht nur das gesamte Jahr über in unterschiedlichem Ausmaß, sondern durchlaufen auch den typischen Fellwechsel im Frühjahr und Herbst. Dabei wird das Fell im Laufe mehrerer Wochen quasi einmal komplett ausgetauscht und den herrschenden klimatischen Bedingungen bzw. Temperaturen angepasst. Zwar verläuft der Fellwechsel bei den meisten Hunden relativ problemlos, dennoch kann es eine anstrengende Zeit sein, die einen erhöhten Pflegeaufwand erforderlich machen kann, insbesondere bei Vierbeinern mit langem Fell und dichter Unterwolle. Um Juckreiz und Hautirritationen zu vermeiden, solltest Du Deinen Liebling während des Fellwechsels regelmäßig – bei Bedarf täglich – bürsten und Verfilzungen alsbald entfernen. Gesundes Futter mit einem hohen Proteinanteil und ggf. Nahrungszusätze wie Lachsöl oder Bierhefe können in dieser Zeit ebenfalls unterstützend wirken.

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