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Erste Hilfe bei Katzen: Lebensrettende Maßnahmen einfach erklärt
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Schlafende Katze mit Eiskompresse, Stethoskop und Erste-Hilfe-Kasten.

Es ist eine Situation, vor der sich jeder Katzenhalter fürchtet: Die Samtpfote wirkt plötzlich apathisch, bricht zusammen, zeigt heftige Symptome oder ist in einen Unfall verwickelt – und die ersten Sekunden fühlen sich an, als würde die Welt stillstehen. Während der Puls steigt und die Gedanken rasen, bleibt kaum Zeit zum Nachdenken. Genau in diesem Moment entscheidet sich oft, wie gut die Katze die nächsten Stunden übersteht. Notfälle treten bei Katzen selten planbar auf, sie geschehen plötzlich, manchmal still und kaum bemerkbar, manchmal dramatisch und laut. Doch was alle Notfälle gemeinsam haben: Jede Minute, manchmal jede Sekunde zählt. Umso bedeutender ist es, sich schon in ruhigen Momenten mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen vertraut zu machen. Wer weiß, wie Atmung und Puls überprüft werden, wie sich die Durchblutung einschätzen lässt oder wie man eine bewusstlose Katze richtig lagert, kann im Ernstfall besonnen handeln. Und dieses Wissen nimmt nicht nur Angst – es kann tatsächlich Leben retten.

In diesem Artikel erfährst Du deshalb, wie Du einen Notfall erkennst, welche Gefahrensituationen besonders häufig auftreten, wie Du korrekt reagierst und wie Du Deine Katze sicher in tierärztliche Behandlung bringst.

Katzen-Notfall erkennen: Die wichtigsten Warnsignale frühzeitig deuten

Katzen sind Meister darin, Schmerzen und Schwäche zu verbergen. In der Natur schützt dieses Verhalten zuverlässig vor Fressfeinden, im Alltag hingegen führt es dazu, dass Krankheiten oder Verletzungen oft erst dann bemerkt werden, wenn sie bereits weit fortgeschritten sind. Deshalb lohnt es sich, schon kleine Veränderungen aufmerksam wahrzunehmen. Manche Symptome wirken zunächst unbedeutend, andere lassen sich gar nicht sofort einordnen – doch viele davon sind frühe Warnsignale.

Tipp: In Notsituationen darf keine Zeit verloren werden. Suche Dir daher in einem ruhigen Moment wichtige Telefonnummern, etwa der Tierklinik und der Tiernotrettung, heraus und speichere sie im Handy ab. Auch die Transportbox sollte immer griffbereit sein.

Atemveränderungen: Ein zentrales Warnsignal

Gesunde Katzen atmen leise, gleichmäßig und ausschließlich durch die Nase. Ihre normale Atemfrequenz liegt bei etwa 20 bis 30 Atemzügen pro Minute. Wird die Atmung jedoch auffällig schnell, bleibt über längere Minuten erhöht oder geht sogar in eine deutliche Maulatmung über, ist Vorsicht geboten. Katzen hecheln nicht wie Hunde, deshalb ist eine Maulatmung fast immer ein Hinweis auf eine akute Störung der Sauerstoffversorgung oder des Herz-Kreislauf-Systems. In solchen Fällen sollte die Fahrt in die Tierklinik keine Verzögerung erfahren.

Zahnfleisch & Schleimhäute: Was sie über den Kreislauf verraten

Ebenso aufschlussreich ist ein Blick auf die Schleimhäute. Besonders das Zahnfleisch verrät innerhalb von Sekunden, wie es um die Durchblutung steht. Es sollte rosa und gut durchblutet sein. Verfärbungen – ob blass, weißlich, gelb, dunkelrot oder sogar bläulich – können auf Schock, Blutverlust, Vergiftungen oder eine schwere Kreislaufschwäche hindeuten. Bleibt das Zahnfleisch nach einem kurzen Druck nicht sofort rosig, ist höchste Eile geboten.

Puls prüfen: Lebenswichtige Hinweise erkennen

Mindestens genauso wichtig ist es, den Puls zu prüfen, am besten an der Innenseite des Hinterbeins, wo die Arterie gut tastbar ist. Probiere dies in einem ruhigen Moment einmal aus, sodass Du genau weißt, an welcher Stelle der Puls Deiner Katze normalerweise zu ertasten ist. Zeige- und Mittelfinger werden mit leichtem Druck gegen die Beinschlagader gehalten. Der Ruhepuls einer Katze liegt bei ca. 100 bis 160 Schlägen pro Minute. Zähle 15 Sekunden lang die Schläge und multipliziere Dein Ergebnis mit 4. 

In Stresssituationen steigt der Puls zunächst deutlich an, bevor er bei schwerer Erschöpfung oder einem Schock plötzlich abfällt. Ist der Puls nicht mehr tastbar, bedeutet das einen akuten Notfall, der sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich machen kann.

Körpertemperatur: Fieber, Unterkühlung und kritische Werte

Die normale Körpertemperatur liegt bei Katzen zwischen 38 und 39 Grad, ist also höher als die des Menschen. Sie kann individuell und auch im Laufe des Tages minimal variieren. Eine korrekte Temperaturbestimmung bzw. Fiebermessung ist nur rektal mit einem digitalen Thermometer möglich. Hierzu seid ihr am besten zu zweit. Während eine Person die Katze sanft, aber beherzt festhält, benetzt die andere das Thermometer mit Vaseline und führt es wenige Zentimeter in den After der Katze ein. Es sollte ganz leicht zur Seite bewegt werden, sodass die Spitze die Schleimhaut im Enddarm berührt. Bei Fieber sollte zeitnah ein Tierarzt aufgesucht werden. Überschreitet die Temperatur die 41-Grad-Marke, wird es lebensgefährlich, insbesondere für Kitten!

Verhaltensänderungen: Kleine Symptome mit großer Bedeutung 

Neben den körperlichen Parametern sind es oft die kleinen Verhaltensänderungen, die auf eine sich anbahnende Krise hinweisen. Katzen, die plötzlich ihren Rückzugsort nicht mehr verlassen, ungewöhnlich anhänglich werden oder sich im Gegenteil übermäßig isolieren, zeigen damit häufig, dass etwas nicht stimmt. Appetitlosigkeit, starker Durst, eine auffällige Körperhaltung oder Bewegungsunlust sind ebenfalls Signale, die ernst genommen werden sollten.

Besonders besorgniserregend sind Koordinationsstörungen, Taumeln oder Apathie, da sie auf neurologische Probleme, Vergiftungen oder schwerwiegende Kreislaufstörungen hindeuten. 

Ebenso gefährlich ist es, wenn die Katze keinen Urin mehr absetzen kann oder mehrfach vergeblich in der Katzentoilette sitzt. Vor allem bei Katern kann ein Harnröhrenverschluss entstehen, der bereits nach wenigen Stunden lebensbedrohlich wird. Blut im Kot oder Urin ist immer ein Grund für eine tierärztliche Untersuchung.

Akute sichtbare Notfälle: Blutungen und Bewusstlosigkeit 

Blutungen gehören zu den eindeutigsten und sichtbarsten Notfällen. Ob tiefe Wunden, starke Schnittverletzungen oder blutende Körperöffnungen – jede Form massiver Blutung kann innerhalb kurzer Zeit zu Kreislaufversagen führen und ist damit lebensbedrohlich. 

Noch dramatischer ist der Zustand der Bewusstlosigkeit. Eine bewusstlose Katze reagiert nicht mehr auf Berührungen oder Ansprache; in diesem Stadium müssen Atmung und Puls unverzüglich kontrolliert und je nach Befund sofort Maßnahmen eingeleitet werden. Atmet Deine Katze selbstständig und schlägt ihr Herz, fahre sofort mit ihr in eine Tierklinik. Haben Atmung oder Herzschlag ausgesetzt, müssen Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden. Mehr dazu erfährst Du im Folgenden.

Erste Hilfe bei Katzen: Was im Notfall sofort zu tun ist

In vielen Situationen bleibt kaum Zeit zum Überlegen – doch die ersten Sekunden oder Minuten können darüber entscheiden, wie gut die Katze den Notfall übersteht. Wie bereits geschrieben, sollte Dich Dein Weg in lebensbedrohlichen Situationen so schnell wie möglich in eine Tierklinik führen. Atmet Deine Katze selbstständig und sind Puls und Herzschlag fühlbar, ist sie transportfähig (möglichst in stabiler Seitenlage!). Bei einem Atem- oder Herzstillstand musst Du eingreifen, um das Leben Deiner Katze zu retten. Der Pupillenreflex gibt Dir Auskunft darüber, ob Deiner Katze noch geholfen werden kann: Bei Lichteinfall (z. B. mittels einer Taschenlampe) verengen sich die Pupillen, wenn die Katze noch am Leben ist. Das bedeutet: Haben Atmung und Herzschlag ausgesetzt, reagieren die Pupillen aber noch auf Licht, müssen sofort Wiederbelebungsmaßnahmen ergriffen werden.

Beatmung bei Katzen – wenn die Atmung plötzlich aussetzt

Wenn eine Katze nicht mehr selbstständig atmet, aber ihr Herz noch schlägt, ist die Beatmung die wichtigste Sofortmaßnahme. Dieser Moment ist für viele Menschen beängstigend, doch gerade hier kommt es darauf an, die eigenen Unsicherheiten kurz beiseitezuschieben. Eine Katze kann nur wenige Minuten ohne Sauerstoff überleben.

Grundsätzlich wird eine Beatmung dann erforderlich, wenn Du zuvor zweifelsfrei festgestellt hast, dass Deine Katze nicht mehr selbstständig atmet. Weist sie noch einen Herzschlag auf, wird die Beatmung isoliert durchgeführt. Ist das nicht der Fall (Herzstillstand), muss die Beatmung in Kombination mit einer Herzdruckmassage erfolgen. 

So gehst Du vor: 

Die Katze wird zunächst behutsam auf die rechte Seite gelegt, sodass das Herz "oben" liegt (stabile Seitenlage). Anschließend wird der Kopf leicht nach vorne überstreckt. Das ist wichtig, damit die Atemwege geöffnet werden. Ziehe nun die Zunge vorsichtig ein Stück aus dem Maul heraus und lege sie nach vorn, sodass sie nicht nach hinten rutscht und den Rachen blockiert. Nun folgt ein entscheidender Schritt: Prüfe die Atemwege. Schau vorsichtig ins Maul und entferne alles, was die Atmung behindern könnte – etwa Schleim, Schaum, Erbrochenes, Gras oder kleine Fremdkörper. Erst wenn die Atemwege wirklich frei sind, darf mit der Beatmung begonnen werden.

Schließe das Maul Deiner Katze wieder, damit keine Luft entweichen kann. Umfasse anschließend die Schnauze mit einer oder beiden Händen so, dass sie luftdicht abgeschlossen ist. Dann bläst Du vorsichtig Luft in die Nasenlöcher – langsam, kontrolliert und nur so kräftig, dass sich der Brustkorb leicht (!) hebt. Ein zu starker Luftstoß kann die empfindlichen Lungen verletzen, da Katzen ein deutlich kleineres Lungenvolumen haben als Menschen. Nachdem sich der Brustkorb gehoben hat, nimmst Du Deine Hand kurz von der Nase, damit die Luft wieder entweichen kann. Diese Pausen sind wichtig, um einen natürlichen Atemrhythmus zu simulieren.

Die richtige Frequenz: Etwa 20 bis 30 Beatmungen pro Minute sind empfehlenswert – das bedeutet: ein Atemstoß, etwa zwei Sekunden warten, dann erneut beatmen. Währenddessen solltest Du immer wieder kontrollieren, ob ein Puls tastbar ist oder ob die Katze anfängt, wieder selbstständig zu atmen.

Sei behutsam beim Beatmen und blase nicht zu viel Luft in die Atemwege, denn das Lungenvolumen Deiner Katze ist deutlich kleiner als das von Menschen! Fängt Deine Katze wieder selbstständig an, zu atmen, beende die Prozedur und fahre sofort in eine Klinik.

Herzdruckmassage für Katzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Eine Herzdruckmassage muss durchgeführt werden, wenn Deine Katze keinerlei Lebenszeichen mehr aufweist. Konkret bedeutet dies: Sie ist bewusstlos, atmet nicht mehr selbstständig, hat keinen Puls/keinen Herzschlag und reagiert nicht auf Schmerzen oder auf lautes Rufen oder Klatschen, zeigt jedoch noch einen Pupillenreflex. 

Die besten Erfolge erzielt eine Herzdruckmassage, wenn sie mit einer Beatmung kombiniert wird. Wenn ihr zu zweit seid, kann eine Person die Beatmung übernehmen, während die andere die Herzdruckmassage durchführt. Bist Du alleine, kannst Du beide Positionen übernehmen. Ist Dir das aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich, gilt, dass die Herzdruckmassage wichtiger ist und somit Vorrang vor der Beatmung hat. 

So gehst Du vor: 

Lege die Katze wie bei der Beatmung auf die rechte Körperseite. Der Brustkorb wird nun an der schmalsten Stelle, leicht hinter dem Ellenbogen, mit zwei Fingern kontrolliert eingedrückt. Die Geschwindigkeit sollte etwa 100 bis 120 Mal pro Minute betragen. Nach etwa 15 Sekunden überprüfst Du, ob ein Herzschlag wieder spürbar ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Herzdruckmassage fortgesetzt.

Ist es Dir alleine oder mit einer Hilfsperson möglich, die Herzdruckmassage mit einer Beatmung zu kombinieren, so gilt, dass beide abgewechselt werden: Zunächst ca. 30 Mal Herzmassage, dann 2-3 Mal Beatmen, dann wieder Herzmassage usw. Nach jedem Herzmassage-Durchlauf solltest Du Herzschlag und Atmung prüfen. Sobald Deine Fellnase wieder atmet und ihr Herz schlägt, müssen die Wiederbelebungsmaßnahmen beendet werden und der Transport zum Tierarzt folgt.

Stillen einer Blutung

Insbesondere beim Freigang kann es leider passieren, dass sich die Katze verletzt und stark blutet. Doch auch in den eigenen vier Wänden gelingt es manchmal nicht, alle Gefahrenquellen zu eliminieren. Bei sehr starken Blutungen ist es wichtig, diese sofort zu stillen, um einen zu hohen Blutverlust und infolgedessen einen Kreislaufkollaps zu verhindern. Hast Du einen (Druck-)Verband zur Hand, so nutze diesen, um die Wunde eng zu umwickeln (bei Verletzungen an Bein/Pfote die Zehenzwischenräume möglichst mit Watte polstern) und das weitere Austreten von Blut zu verhindern. Hast Du keinen Verband zur Verfügung, so behelfe Dir mit einem Schal, einem T-Shirt oder Ähnlichem. Alles ist besser als nichts! Bei starken Blutungen an den Gliedmaßen sollten diese oberhalb der Wunde mit einem Gürtel, einer Leine, einem Seil oder Ähnlichem abgebunden werden. Blutverlust führt u. a. zu einem starken Kälteempfinden, es kann also sein, dass Deine Katze zittert. Vielleicht ist es Dir möglich, sie mit einer Decke oder einem Mantel zu wärmen. Dann solltest Du umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Es ist leider nicht auszuschließen, dass auf starken Blutverlust ein Atem- oder Herzstillstand folgt. Behalte Deine Katze daher auf dem Weg zum Tierarzt gut im Blick.

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Starke Blutungen müssen sofort gestillt werden, am besten mit einem Druckverband. 

Vergiftung

Vergiftungen sind bei Katzen leider keine Seltenheit. Sie können sowohl durch das Aufnehmen von Giftködern beim Freilauf als auch über das Fressen giftiger Pflanzen oder Arzneimittel etc. passieren. Anzeichen sind meist Erbrechen, Koordinationsstörungen und Apathie. Als Erste-Hilfe-Maßnahme kannst Du Kohletabletten fein zerkleinern, mit etwas Flüssigkeit in einer Spritze aufziehen und Deiner Katze vorsichtig direkt ins Maul geben. Bitte gehe hier sehr vorsichtig vor, um zu verhindern, dass Dein Liebling Flüssigkeit in die Lungen bekommt. Als Faustregel gilt, dass eine Katze ca. 1 Gramm pro halbes Kilogramm Körpergewicht bekommt. Eine Katze mit 5 kg bekommt also 10 Gramm Aktivkohle. Es handelt sich dabei nur um eine begleitende Maßnahme, die keinesfalls einen unverzüglichen Tierarztbesuch ersetzt. Zeigt Deine Katze infolge der Vergiftung bereits Symptome wie Zittern, Hecheln, Apathie etc., hast Du dafür keine Zeit.

Du solltest unbedingt darauf verzichten, Deine Katze eigenständig zum Erbrechen zu bringen. Viele Gifte sind stark ätzend und würden die Speiseröhre verletzen, wenn sie erbrochen werden. Eine solche Entscheidung darf nur der Tierarzt fällen. Dazu ist es sinnvoll, genau zu wissen, was die Katze gefressen hat. Auch evtl. zuvor Erbrochenes kann Aufschluss darüber geben und sollte daher zum Tierarzt mitgenommen werden.   

Sollte Dein Tier aufhören zu atmen oder einen Herzstillstand erleiden, gehe wie in den jeweiligen Situationen beschrieben vor. Ansonsten gilt: so schnell wie möglich in die Tierklinik!

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Vergiftungen müssen so schnell wie möglich tierärztlich behandelt werden. Auch im Haushalt lauern viele Gefahren, zum Beispiel giftige Pflanzen. 

Verschluckter Fremdkörper

Bleibt einer Katze zum Beispiel als Folge zu wilden Spielens ein Fremdkörper im Hals stecken, kann dies ihre Atmung erschweren oder sogar vollständig verhindern. Versuche daher, den Fremdkörper sanft zu entfernen. Gelingt es Dir nicht, ihn mit der Hand zu greifen und herauszuziehen, solltest Du Deiner Katze beherzt, aber nicht zu fest zwischen die Schulterblätter schlagen. Sinnvoll ist es, wenn Du sie dazu auf den Schoß nimmst, sodass Kopf und Hals möglichst nach unten zeigen. Dadurch können Fremdkörper besser „herausrutschen“. Im absoluten Notfall (!), also bei akuter Erstickungsgefahr, wird die Katze an den Hinterbeinen gefasst, sodass ihr Körper nach unten hängt, und sanft hin und her geschwungen, um zu erreichen, dass sich der Fremdkörper löst. Atmet Deine Samtpfote nach Entfernen des Fremdkörpers nicht selbstständig, musst Du eine Beatmung durchführen. Kontrolliere immer wieder Puls und Herzschlag, da auf einen Atemstillstand leider schnell ein Herzstillstand folgen kann. In diesem Fall ist dann eine Kombination von Beatmung und Herz-Lungen-Reanimation erforderlich, wie sie oben beschrieben wurde.

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Besonders Kitten sind extrem neugierig, was sie in große Gefahr bringen kann, wenn sie zum Beispiel Fremdkörper verschlucken. 

Stabile Seitenlage

Katzen, die zwar lebensbedrohlich erkrankt oder verletzt, jedoch noch bei Bewusstsein sind, werden Dich kaum nahe genug heranlassen, um Vitalwerte zu prüfen und erste Maßnahmen zu ergreifen. Hier gilt es, die Katze so schnell wie möglich in einer Transportbox unterzubringen und zum Tierarzt oder in eine Klinik zu fahren. Um die Katze überhaupt behandeln zu können, ist nämlich meist eine Sedierung oder Narkose erforderlich.

Ist Deine Katze dagegen bewusstlos oder sehr schwach, solltest Du sie in stabile Seitenlage bringen und sie auch so transportieren. Dazu legst Du sie auf ihre rechte Körperhälfte und bettest ihren Kopf so, dass er leicht erhöht ist und evtl. auftretendes Blut oder Erbrochenes abfließen können. Sorge dafür, dass die Atemwege frei sind, indem Du ihr Maul öffnest, Fremdkörper oder Erbrochenes entfernst und die Zunge aus dem Maul ziehst.

Ruhe bewahren

Schmerzen und Schock machen Katzen unberechenbar. So kann es sein, dass sich Deine Fellnase vehement gegen Deine Versuche, ihr zu helfen, wehrt, Dich mit Pfotenhieben traktiert oder sogar beißt. Auch wenn es schwerfällt: Versuche, Ruhe zu bewahren und besonnen vorzugehen. Ist Deine Katze noch so aktiv, dass sie sich kraftvoll wehrt, ist es zunächst wichtig, sie sicher in die Transportbox zu bugsieren. Lässt sie sich dazu nicht motivieren, kannst Du versuchen, eine Decke über sie zu werfen und sie dann zu greifen. In jedem Fall solltest Du verhindern, dass sie sich aus dem Staub macht und zum Beispiel durch eine offenstehende Türe nach draußen oder in ein anderes Zimmer gelangt, um sich dort zu verstecken. Dies gilt auch, wenn die Samtpfote bewusstlos ist, wenn sie nämlich wieder aufwacht, ist sie eventuell orientierungslos und panisch. Dasselbe gilt für Deinen Weg zum Tierarzt: Sorge dafür, dass Deine Katze sicher in einer Transportbox untergebracht ist. Achte auch auf Deine eigene Sicherheit beim Fahren und konzentriere Dich auf den Verkehr, falls Du alleine bist und niemand anderes das Steuern des Autos übernehmen kann.

Fazit

Selbst durch größtmögliche Vorsicht lassen sich Unfälle und Vergiftungen nicht immer verhindern, insbesondere nicht bei Freigängerkatzen. Auch diverse Krankheiten können dazu führen, dass eine Katze in eine akut lebensbedrohliche Situation gerät. Das Ziel sollte es immer sein, sie so schnell wie möglich in eine Tierklinik zu bringen, denn nur dort kann ihr angemessen geholfen werden. Zudem wehren sich verletzte Katzen, die noch bei Bewusstsein sind, oftmals sehr vehement, was eine Behandlung ohne Sedierung verunmöglichen kann. Liegt jedoch ein Atem- oder Herzstillstand vor, zählt jede Minute. Das Wissen um eine richtig durchgeführte Beatmung oder Herzdruckmassage kann hier Leben retten. Daher solltest Du Dich in einer ruhigen Minute mit den verschiedenen Handlungsmaßnahmen vertraut machen, um in einer Notfallsituation genau zu wissen, was zu tun ist.

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