Katze erbricht – mögliche Ursachen
Du hast es Dir nach einem anstrengenden Tag soeben auf dem Sofa gemütlich gemacht, da hörst Du ein eigenartiges Geräusch. Es kommt aus dem Flur, wo Deine Samtpfote sich gerade über den Teppich erbricht. Du seufzt, wischst das Malheur weg und fragst Dich etwas besorgt, ob Deine Katze nur zu schnell gefressen hat oder ob womöglich eine ernsthafte gesundheitliche Ursache dahintersteckt. Tatsächlich kann gelegentliches Erbrechen bei Katzen durchaus vorkommen und völlig harmlos sein; allerdings gehen auch eine Reihe (ernsthafter) Erkrankungen mit Übelkeit und Erbrechen einher. In unserem Artikel haben wir die möglichen Ursachen für Erbrechen bei Katzen für Dich zusammengefasst, geben Tipps zu deren Behebung und beantworten die Frage, wann Du mit Deiner Katze zum Tierarzt solltest. 

Mögliche Ursachen für Erbrechen bei Katzen 

Grundsätzlich handelt es sich beim Erbrechen um einen unwillkürlichen (Schutz-)Reflex, der dann ausgelöst wird, wenn das sog. Brechzentrum im Gehirn durch bestimmte Reize aktiviert wird. So schützt sich der Körper gewissermaßen selbst, indem er zum Beispiel Schadstoffe, Erreger oder unverdauliche Stoffe ausscheidet. Ähnlich wie Fieber ist somit auch Erbrechen keine eigenständige Erkrankung, sondern ein zunächst unspezifisches Symptom, das auf eine Vielzahl an Ursachen zurückzuführen sein kann, die von harmlos bis gefährlich reichen. Je nach zugrunde liegendem Auslöser unterscheidet sich dann auch die weitere Vorgehensweise, um Deinem Liebling zu helfen. 

Wichtig: Erbrechen ist ein unwillkürlicher Reflex, den eine Katze nicht steuern kann. Sie dafür auszuschimpfen oder zu bestrafen, kann daher nicht nur das Vertrauensverhältnis erschüttern und zu großer Verunsicherung bei der Samtpfote führen, sondern ist auch gänzlich nutzlos, da sie keinen willentlichen Einfluss darauf hat. 

Den meisten Katzen ist im Vorfeld anzumerken, dass ihnen übel ist und sie sich gleich übergeben werden: Sie schlucken und speicheln verstärkt, würgen, werden unruhig oder ziehen sich zurück. Bei krankheitsbedingten Ursachen für Übelkeit und Erbrechen zeigen sich oftmals weitere Auffälligkeiten wie Appetitlosigkeit bis hin zu Futterverweigerung, Durchfall, Fieber, Abgeschlagenheit/Müdigkeit oder Apathie. Im Folgenden haben wir die häufigsten Ursachen für Erbrechen bei Katzen samt Hinweisen zum weiteren Vorgehen für Dich zusammengefasst. 

Haarballen 

Katzen sind äußerst reinliche Tiere, die sich viel und ausgiebig putzen. Dabei gelangen zwangsläufig Haare in den Verdauungstrakt, die sich im Magen zu kleineren „Klümpchen“, sog. Haarballen, verdichten können. Diese werden größtenteils über den Kot wieder ausgeschieden, können jedoch auch die Magenschleimhaut reizen, dadurch das Brechzentrum im Gehirn aktivieren und somit dazu führen, dass die Katze sich übergibt, um die unangenehmen Ballen loszuwerden und quasi ihren Magen zu reinigen. Dieses Erbrechen führen Katzen durch das Fressen von Gras auch ganz bewusst herbei, um sich Linderung zu verschaffen – die Grashalme piksen sozusagen im Magen und lösen so einen Brechreiz aus. 

Erbricht Deine Fellnase also gelegentlich Haarballen, musst Du Dir keine Sorgen machen – es handelt sich dabei um einen ganz natürlichen Vorgang, den Du sinnvoll unterstützen und fördern kannst, indem Du Deiner Fellnase stets frisches Katzengras zur Verfügung stellst, das sie bei Bedarf zu sich nehmen kann. 

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Regelmäßiges Bürsten kann die Menge der verschluckten Haare deutlich reduzieren und somit Haarballen vorbeugen. 

Regelmäßiges Bürsten, insbesondere bei Langhaarkatzen sowie während des Fellwechsels, kann die Menge an verschluckten Haaren deutlich verringern und somit die Haarballenbildung reduzieren. Auch Malzpaste und Lachsöl können bei der Ausscheidung einen positiven Einfluss haben. Hier findest Du weiterführende Informationen zum Thema Haarballen. 

Wichtig: In seltenen Fällen können Haarballen eine solche Größe erreichen, dass sie nicht mehr ausgeschieden werden können und den normalen Durchgang von Nahrung, Flüssigkeit und Gasen blockieren (Darmverschluss). Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der mit Symptomen wie Appetitlosigkeit/Futterverweigerung, Bauchschmerzen, Speicheln und Verstopfung/fehlendem Kotabsatz einhergehen kann. Bei Verdacht auf einen Darmverschluss braucht eine Katze sofortige tiermedizinische Betreuung. 

Nahrungsbedingte Ursachen 

Erbricht Deine Fellnase ihr Futter, so gilt es, die Ernährung und das Fressverhalten genauer in den Blick zu nehmen, um dem Auslöser auf die Spur zu kommen und entsprechende Anpassungen vornehmen zu können. Folgende Ursachen kommen in Frage: 

  • Schlingen und zu große Futtermengen auf einmal können dazu führen, dass Deiner Samtpfote übel wird und sie sich erbricht. Um hier entgegenzuwirken, kannst Du Deine Fellnase häufiger füttern, ihr jedoch kleinere Portionen geben. Auch ein Anti-Schling-Napf kann hilfreich sein, denn dieser ist so beschaffen, dass das Schlingen effektiv verhindert wird. Außerdem sollte z. B. Nassfutter oder BARF immer bei Zimmertemperatur angeboten werden und somit nicht zu kalt sein, um Magenproblemen vorzubeugen. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass Deine Fellnase(n) alle einen eigenen, sauberen Napf haben und ganz in Ruhe futtern können. 
  • Auch abrupte Futterumstellungen sind eine häufige Ursache für Erbrechen und andere Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, weshalb die Gewöhnung an neue Futtersorten vor allem bei verdauungssensiblen Katzen schrittweise und behutsam erfolgen sollte. Hier haben wir für Dich zusammengefasst, wie bei der Futterumstellung am besten vorzugehen ist, um Verdauungsbeschwerden, Übelkeit und damit verbundenes Erbrechen zu verhindern. 
  • Futtermittelunverträglichkeiten und Allergien sind eine weitere Ursache für nahrungsbedingte Übelkeit und Erbrechen. Hast Du bisher noch kein Futter gefunden, das Deine Fellnase gut verträgt, so empfiehlt sich die Durchführung einer Ausschlussdiät, um herauszufinden, welche Nahrungsbestandteile es sind, auf die Deine Katze reagiert. Auch ein Tierarztbesuch sollte zeitnah auf dem Plan stehen, wenn sich keine Besserung einstellt. 
  • Auch die Aufnahme verdorbener Nahrung kann ein Grund für Erbrechen sein. Vielleicht war das Dosenfutter nicht mehr ganz so frisch oder die Katze hat draußen etwas Ungenießbares gefressen? Liegt womöglich sogar eine Vergiftung im Bereich des Möglichen, solltet Du unverzüglich einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen, denn hier kann es schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen für Deine Fellnase kommen. Mehr dazu findest Du im nächsten Kapitel. 

Generell sollte bei der Ernährung von Katzen auf eine 
hochwertige Zusammensetzung und gute Verträglichkeit geachtet werden, um verdauungsbedingte Beschwerden zu vermeiden. 

Vergiftung und Fremdkörper 

Obwohl es sich hier um zwei gänzlich verschieden gelagerte Fälle handelt, fassen wir Vergiftungen und das Verschlucken von Fremdkörpern an dieser Stelle zusammen, da beides einen lebensbedrohlichen und unmittelbar behandlungsbedürftigen Notfall darstellt. 

Bei einer akuten Vergiftung zeigt die Samtpfote neben meist heftigem Erbrechen weitere Anzeichen wie Apathie, Atembeschwerden, Schwanken/taumelnder Gang, Zittern, Fieber oder erhöhte Temperatur, erweiterte oder verengte Pupillen, (blutigen) Durchfall oder Blut im Erbrochenen. Bemerkst Du diese Beschwerden bei Deinem Liebling, gilt es, sofort zu handeln und unmittelbar die nächstgelegene Tierklinik oder einen Tierarzt aufzusuchen, denn hier kann jede Minute zählen! 

Hat Deine Katze dagegen einen Fremdkörper verschluckt, so äußert sich dies nicht selten in trockenem Würgen, ohne sich tatsächlich zu erbrechen, in einem verstärkten Speichelfluss, Krämpfen oder einem berührungsempfindlichen Bauch. Aufgrund der Möglichkeit eines Darmverschlusses und weil Deine Fellnase Hilfe benötigt, um den Fremdkörper wieder loszuwerden, muss auch hier der nächste Weg in die Tierklinik führen. 

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Bei Spielzeug sollte immer darauf geachtet werden, dass es groß genug ist, um nicht verschluckt zu werden, und dass sich keine gefährlichen Kleinstteile, Fäden etc. lösen. 

Krankheitsbedingte Ursachen 

Leider gibt es auch eine ganze Reihe an (ernsthaften) Erkrankungen, die mit Erbrechen einhergehen können. In diesen Fällen übergibt sich der Stubentiger meist häufiger und unabhängig von den Mahlzeiten. Er erbricht dann nicht sein Futter, sondern Magensaft (schaumiges Erbrochenes) oder Gallenflüssigkeit (gelbliches Erbrochenes). 

Im besten Fall hat sich Deine Katze einfach „nur“ eine Magenverstimmung oder einen Magen-Darm-Infekt zugezogen, ausgelöst zum Beispiel durch Viren oder Bakterien. Einige Tage Schonkost und viel Ruhe reichen dann oftmals schon aus und alles ist wieder gut. Zeigt sich jedoch innerhalb von zwei Tagen keine Besserung, tritt das Erbrechen immer wieder auf und ist nicht auf die o.g. Ursachen zurückzuführen oder kommen weitere Symptome hinzu, müssen andere Ursachen in Erwägung gezogen werden, unter anderem: 

  • Parasitenbefall, z. B. Würmer oder Giardien 
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, z. B. Gastritis (Magenschleimhautentzündung), Enteritis (Darmentzündung), Colitis (Dickdarmentzündung) 
  • Störungen/Erkrankungen an lebenswichtigen Organen wie Nieren, Leber oder Bauchspeicheldrüse, z. B. Tumoren, Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 
  • Infektiöse Erkrankungen, z. B. Feline Panleukopenie (FPV)

In all diesen Fällen ist natürlich ein zeitnaher und ausgiebiger Check-up beim Tierarzt erforderlich, um Deiner Fellnase schnell zu helfen. Nach einer ausführlichen allgemeinen Untersuchung und Anamnese wird der Tierarzt je nach vermuteter Ursache weitere diagnostische Verfahren anwenden, etwa Röntgenaufnahmen oder Ultraschall zur Diagnose von strukturellen Anomalien oder Veränderungen im Magen-Darm-Trakt sowie Blutuntersuchungen zur Überprüfung von Organfunktionen und Entzündungsmarkern. Basierend darauf wird er Dir eine entsprechende Therapie vorschlagen.

Stress

Unsere sensiblen Samtpfoten sind besonders anfällig für stressbedingte Störungen, was sich z. B. in Appetitlosigkeit, aber auch in Erbrechen äußern kann. Der Grund hierfür ist, dass Stress zu einem Anstieg der Magensäure führt, was wiederum einen Reizzustand mit Übelkeit und Erbrechen als potentielle Folgen bedingen kann. Welche Faktoren oder Situationen einer Katze Angst machen oder sie stressen, ist sehr individuell, typisch sind beispielsweise Umzüge und andere eklatante Änderungen der Wohnsituation, der Einzug eines Artgenossen, aber auch mangelnde Möglichkeiten, sich zurückzuziehen und zu ruhen, oder aber Vernachlässigung. Um hier eine Besserung zu erzielen und das Wohlbefinden der Fellnase (wieder-)herzustellen, gilt es, genau hinzusehen und die auslösenden Faktoren zu modifizieren. 

Wann ist Erbrechen bei Katzen gefährlich? 

Grundsätzlich ist es natürlich immer besser, einmal zu viel als einmal zu wenig einen Tierarzt aufzusuchen. Erbricht Deine Fellnase allerdings gelegentlich einen Haarballen oder muss sich ausnahmsweise nach dem Fressen übergeben, macht aber ansonsten einen fitten Eindruck, ist das in der Regel kein Grund zur Sorge. 

Einen Tierarzt aufsuchen solltest Du jedoch, wenn sich Deine Katze mehrmals hintereinander erbricht, insbesondere, wenn innerhalb von zwei Tagen keine Besserung eintritt, denn die dadurch verlorene Flüssigkeit kann zu einer gefährlichen Dehydrierung (Austrocknung) führen. Sofort zum Tierarzt solltest Du außerdem, wenn das Erbrochene nach Kot riecht, stark verfärbt ist oder Blut enthält. Auch wenn die Möglichkeit besteht, dass Deine Katze einen Fremdkörper verschluckt hat oder etwas Giftiges gefressen hat, solltest Du umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik konsultieren. Auch beim Auftreten weiterer Symptome sollte ein gründlicher tierärztlicher Check-up erfolgen, etwa bei Schmerzen, glasigen Augen, Apathie, Appetitlosigkeit/Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Fieber und weiteren Auffälligkeiten, die untypisch für Deine Fellnase sind. 

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Erbricht sich Deine Katze, hat Durchfall oder Fieber, solltest Du unbedingt darauf achten, dass sie genug trinkt, um nicht zu dehydrieren. 

Wichtig: Insbesondere bei Kitten und älteren Katzen kann wiederholtes Erbrechen aufgrund des damit verbundenen Flüssigkeitsverlusts lebensbedrohlich werden. Kommt Fieber hinzu, ist Eile geboten und Du solltest schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Infolge des Flüssigkeitsmangels und des damit verbundenen Verlusts an Elektrolyten kann es zu einem Schock kommen. 

Hilfe bei Übelkeit und Erbrechen

In erster Linie ist es natürlich wichtig, ernsthafte gesundheitliche Ursachen für das Erbrechen tierärztlich auszuschließen. Hat Deine Fellnase nur eine Magenverstimmung, die von Übelkeit und Erbrechen begleitet wird, so sollte sie viel Ruhe bekommen, genug trinken und mit einer magenfreundlichen und gut verdaulichen Schonkost, z. B. gekochtem Hühnchen, gefüttert werden. In der Regel ist eine solche Magenverstimmung innerhalb weniger Tage überstanden und Du kannst die Schonkost langsam wieder durch das gewohnte Futter Deiner Samtpfote ersetzen.

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Eine Magenverstimmung oder ein leichter Infekt ist mit viel Ruhe und Schlaf sowie Schonkost bald ausgestanden. 

Insbesondere sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden, um die Gefahr einer Dehydration zu verhindern. Bei unzureichender Hydrierung kann eine Infusion beim Tierarzt notwendig sein. Achte daher darauf, dass Deine Fellnase genug trinkt, und hilf ggf. etwas nach, z. B. mit einem Schuss ungesalzener Hühnerbrühe im Wasser oder durch einen Trinkbrunnen. 

Fazit 

Erbricht eine Katze hin und wieder einen Haarballen oder übergibt sich ausnahmsweise nach einer hastig verschlungenen Mahlzeit, so ist das kein Grund zur Sorge, sofern Dein kleiner Stubentiger sich ansonsten als fit und agil erweist. Muss sie sich jedoch immer wieder übergeben, kommen weitere Symptome hinzu oder tritt nach zwei Tagen keine deutliche Besserung ein, so sollte in jedem Fall ein Tierarzt hinzugezogen werden, denn mitunter kann auch ein Parasitenbefall oder eine Erkrankung der Grund für Übelkeit und Erbrechen sein.


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